Reisebericht: Regenwald und Traumstrände in Brisbane? (Seite 2)

Auch Koalas kann man im Springbrook NP finden. Mehr dazu in diesem Reisebericht.

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Unser Schweizer hat den schärfsten Blick und ruft nach einer Weile: "Da ist ein Koala!" Wir haben Glück und Nathan kann gerade am Straßenrand anhalten.

Der Koala ruht sich auf einem gefährlich dünnen Baum in einigen Metern Höhe aus und nimmt unsere Begeisterung wie auch unsere Bemühungen, ihn zu fotografieren, völlig gelassen hin.

Alle Gäste sind sich daraufhin einig, dass das Erlebnis, einen Koala in freier Wildbahn zu sehen, einfach nicht mit einem Zoobesuch vergleichbar ist. Wir machen ein paar Fotos und weiter geht’s zum Fudge Shop, wo man unglaublich süßes Weich-Konfekt (Fudge) in Dutzenden von Varianten ausprobieren kann.

Springbrook National Park
Regenwald-Straße am Fudge Shop

Abenteuerlustige Tierwelt

Im Fugde Shop hören wir dann später, dass ein kurzsichtiger Koalas vor einiger Zeit versucht haben soll, ein Verkehrsschild zu erklimmen. Dies war allerdings erfolglos, da seine Krallen immer abgerutscht sind.

Unterwegs kreuzt ein Kookaburra unsere Straße im Tiefflug – ansonsten sehen wir kaum Verkehr. Wir haben den Nationalpark fast völlig für uns allein.

Am Wochenende soll es allerdings nicht ganz so ruhig sein, wenn die betuchten Bewohner der Gold Coast ihre Porsches und ihre Lamborghinis in die kurvenreichen Bergstraßen ausführen, wie uns Tourguide Nathan berichtet.

Springbrook National Park
Unterwegs im Forest of Dreams.

Glühwürmchen im  Forest of Dreams

Unser nächstes Reiseziel ist der "Forest of Dreams", den man etwas freier wahrscheinlich mit "Zauberwald" übersetzen sollte. Dieser Wald ist nur für Reisegruppen mit vorheriger Anmeldung geöffnet.

Im "Zauberwald" wartete eine bunte Überraschung auf uns, die ich nur ungern weiter erzählen möchte, weil sie einfach so viel Spaß gemacht hat :-)

Glühwürmchen Höhle

Ebenfalls ein Highlight des Tages ist für uns die Glühwürmchen-Höhle. Nachdem wir uns an die Dunkelheit gewöhnt haben und in der Zeit einen Film über australische Glühwürmchen angeschaut haben, geht es weiter in die eigentliche Höhle. Hier verbringen die Glühwürmchen ihr ganzes Leben in ewiger Dunkelheit – so wie sie es am liebsten mögen.

Wir sind umgeben von tausenden von "Sternen", die sich nicht bewegen, weil Australische Glühwürmchen nämlich nur dann glühen, wenn sie nicht fliegen. Hier dient das Licht nur dem Beutefang – kleine Insekten, die im Laubwerk des Regenwalds wohnen und von den Lichtern angezogen werden.

"Schaut mal, ob ihr euer Sternzeichen seht", neckt uns Nathan, als wir unsere Hälse recken und den Glühwürmchen-Himmel bestaunen. Als wir später wieder die Höhle verlassen, müssen wir die Augen zukneifen, obwohl der Himmel bedeckt ist und dichter Regenwald um uns sowieso eine eher gedämpftes Licht schafft.

Springbrook National Park
Stimmungsvolle Regenwald-Kulisse

Mittagspause im Regenwald

Rechtzeitig zur Mittagspause fängt es an zu regnen. Nathan fährt uns zu einer Picknick-Hütte, in der er das Mittagsbuffet aufbaut. Helfen lassen will er sich nicht. "Sonst regt sich der Chef auf", sagt er.

Auf dem Speiseplan stehen weiche Tortillas mit verschiedenen Salaten, sowie Thunfisch, Salami und Schinken. Jeder kann sich selbst seine Traum-Tortilla zusammenstellen, und zum Nachtisch gibt es noch saftige Melonen-Scheiben.  

Regenwald ohne Touristen-Massen

Auch an unserem Picknick-Platz ist es wieder sehr ruhig: Abgesehen von drei Senioren, die in der Nachbarhütte ebenfalls ein Mittagspicknick genießen – allerdings zusätzlich mit wärmendem Alkohol – sehen wir kaum andere Wanderer.

In der Gegend um Mount Tamborine sei das ganz anders, wie uns Tourguide Nathan erklärt. Mount Tamborine bietet ebenfalls interessante Regenwälder, jedoch ist die Gegend touristisch viel stärker erschlossen und daher grundsätzlich weniger ruhig.

Springbrook National Park
Infoschild im Regewald

Twin Falls Wanderweg

Direkt von der Picknick-Hütte aus machen wir uns auf zu den den Twin Falls. Der Name des Wanderwegs ist nicht ganz richtig – eigentlich sollte man ihn "Many Falls" Wanderweg nennen, da wir nicht nur einen, sondern gleich eine ganze Reihe von Wasserfällen unterwegs sehen.

Zuerst allerdings gehen wir an einem Aussichtspunkt vorbei, bei dem man bei gutem Wetter bis zur Gold Cost und Byron Bay schauen kann. Heute ist es leider weiterhin diesig, sodass sich dazu leider nicht so viel sagen lässt.

Springbrook National Park
Kleiner Wasserfall am Wegesrand

Ein Wanderweg voller Wasserfälle

Die Wasserfälle, die wir unterwegs sehen, sind jedoch alle sehr beeindruckend, und es ist schwer, seinen Finger vom Auslöser der Kamera fern zu halten.

Bei dem Namen "Twin Falls" (Zwillings-Fälle) handelt es sich übrigens gewissermaßen um einen "mathematischen Durchschnitt", da es man bei trockenem Wetter nur einen Solo-Wasserfall zu sehen bekommt, und bei besonders nassem Wetter sogar einen Drillings-Wasserfall, wie uns Nathan erklärt. Wir sehen heute einen Zwillings-Wasserfall und werden nicht enttäuscht.

Springbrook National Park
Twin Falls, seitliche Blickrichtung, mit Farnen

Die schlafende Python

In einem Elchshorn-Farn in der Nähe des Wasserfalls entdeckt Tourguide Nathan dann eine schlafende Python. Jeder der Gäste will einmal schauen, die Mutigen etwas länger, die Vorsichtigen werfen nur einen kurze Blick auf die gemütlich zusammen geringelte Schlange. Aber alle sind beeindruckt von der Schönheit des Tieres.

Einen letzten Höhepunkt hat Nathan für uns noch: die Rainbow Falls. Am Nachmittag, wenn die Sonne schon etwa tiefer steht, sieht man hier oft einen Regenbogen, der durch den Wasserfall hervorgerufen wird. Da es heute allerdings nicht sonnig ist, sparen wir uns den Anblick für unseren nächsten Besuch auf.

Springbrook National Park

Am  Purlingbrook Falls Aussichtspunkt

Purlingbrook Falls

Unser Ausflug in den Springbrook National endet mit einem Superlativ: Die Purlingbrook Falls, die man über einen kurzen Fußweg erreichen kann, gehören mit knapp über 100 Metern zu den höchsten der Region, und sind prachtvoll in den Regenwald eingebettet.

Als wir zurück zum Parkplatz gehen, ist es schon fast 17 Uhr, und es wird Zeit, wieder die Heimfahrt Richtung Gold Coast und Brisbane anzutreten.

Aufgrund unserer kleinen Gruppe haben wir uns mittlerweile gut kennen gelernt, und wir sind fast schon ein bisschen traurig, als zum Schluss jeder wieder seiner eigenen Wege geht.

Weiter zu den Traumstränden von Moreton Island geht es auf der nächsten Seite….

 

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