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3. Tag: Von Cooktown über den Battle Camp Track in den Lakefield NP
Sonntag, 29.08.10
Cooktown
Heute wurde es Zeit, Abschied von Cooktown zu nehmen und eine weitere interessante Piste zu erkunden.
Wenigstens auf unserer Route gab es nördlich von Cooktown keine Einkaufsmöglichkeiten und kein Trinkwasser mehr.
Daher kauften wir noch ein frisches Brot beim Bäcker ein – der zum Glück auch Sonntags geöffnet hatte – sowie Wasser und Proviant beim großen Supermarkt IGA.
Letzter Blick vom Grassy Hill
Weil das Wetter heute kaum schöner sein könnte, fuhren wir nochmal kurz auf den Grassy Hill, um ein letztes Mal das Panorama auf Cooktown und den Endevour River zu betrachten.
Wie man auf dem Foto oben sieht, hat sich die kurze Fahrt auf den Hügel gelohnt!
Historischer Friedhof von Cooktown
Am Ortsausgang hielten wir beim Pionier-Friedhof von Cooktown. Das älteste Grab ist noch erhalten.
Es liegt ganz hinten auf dem Friedhof, ein wenig versteckt zwischen den Bäumen, und stammt noch aus dem Jahr 1874.
Auf dem Grabsteinen vieler Gräber sieht man auch deutsche Namen oder deutsche Sprüche.
Auf dem Foto rechts sieht man die typischen Gräber mit eigenem Zaun, rechts daneben ein blühender Frangipani-Baum.
Allrad-Strecke Battle Camp Track
Wir verließen Cooktown und hielten uns nach Norden in Richtung Hope Vale (eine Aboriginal Siedlung) und Lakefield National Park.
Nur wenige Kilometer hinter Cooktown war es mit dem Asphalt vorbei, und es ging weiter über eine gute gewalzte Sandpiste.
(Foto rechts: Statue eines Goldsuchers aus den 1870er Jahren, zu finden am Hafen von Cooktown. Allerdings ist das Bild ein wenig geschönt, da der Mann ohne Waffe dargestellt ist).
Kurz vor Hope Vale bogen wir auf auf den Battle Camp Track. Wir folgten damit den Spuren der Goldsucher, die in den 1870er Jahren teilweise zu Fuß den langen Weg in den Goldfelder am Palmer River gegangen sind.
Zu Fuß zum Palmer River
Die Goldsucher mussten Marschzeiten von 14 Tagen oder länger durch sengende Hitze durchstehen, und dabei Stammesgebiete von Aboriginals durchqueren, die über die ungebetenen und zudem bewaffneten Gäste nicht sehr begeistert waren. Kein Wunder also, dass der Name des Battle Camp Tracks noch aus diesen bewegten Zeiten stammt.
Die Weißen hatten bei ihrem ersten Marsch zu den Goldfeldern 1873 nicht lange gezögert, und lieber auf Aboriginals geschossen, als mit ihnen über Wegerechte zu verhandeln.
Irgendwann war die Geduld der Aboriginals dann aber aufgebraucht, und sie überfielen das "Battle Camp" in der Nähe des Normanby River.
Allerdings waren sie nur mit Woomeras und Speeren bewaffnet, die Weißen aber mit zielsicheren Gewehren. So hat von den Schwarzen kaum einer das Gemetzel überlebt.
Heute geht es sehr ruhig zu auf dem Battle Camp Track. Da die Straße als alternative Zufahrt zum Lakefield National Park gilt, hat sie fast nur noch touristische Zwecke.
Wir waren am Wochenende unterwegs, daher kamen uns viele Geländewagen mit und ohne Angelausrüstung entgegen.
Fotogene Flussdurchfahrten
Auf dem Battle Camp Track gibt es eine Reihe von schönen Bachdurchfahrten, die man in ihrer Schönheit sicher mit denen am Savannah Way (Cairns – Darwin) vergleichen kann. Nur sind sie von Cairns aus viel einfacher zu erreichen.
Isabella Falls, Battle Camp Track
Besonders schön ist die Flussdurchfahrt bei den Isabella Falls. Hier handelt es sich gleich um die erste Flussdurchfahrt auf der Piste.
Daher kann man die Wasserfälle auch mit einem einfachen Fahrzeug ohne Allrad-Antrieb besuchen, wenn auch nicht überqueren – solange die Versicherung nichts dagegen hat (siehe Fotos oben und rechts).
Normanby River, Battle Camp Track
Die nächste fotogene Flussüberquerung ist der Normanby River. Da wir bei unserem Besuch gerade Trockenzeit hatten, war der Fluss nur ein kleiner Bach.
Wie der Mess-Stab schon ahnen lässt, kann der Fluss aber während der Regenzeit unpassierbar werden.
An einer Furt wie dieser mussten die Goldsucher im 19. Jahrhundert während der Regenzeit oft Tage, wenn nicht Wochen warten, bis der Fluss wieder passierbar war.

Zum Glück sind wir heute nicht mehr zu Pferde oder zu Fuß unterwegs, sodass wir auch ohne nasse Füße das andere Ufer erreichten – so wie etwa dieser Geländewagen im Bild rechts.
Battle Camp Range und Battle Camp Station
Der Bergrücken im Bild rechts ist die Bergkette Battle Camp Range, die sich auf der heutigen gleichnamigen Rinderfarm befindet.
Irgendwo in dieser Gegend hat sich die oben erwähnte "Schlacht" zwischen den Aboriginals und den weißen Goldsuchern Ende 1873 abgespielt.

Nach etwa 2 1/2 Stunden Fahrt – mit einigen Fotopausen – erreichten wir den Eingang zum Lakefield National Park. Der Park schließt direkt an die Battle Camp Cattle Station an.
Was man auf dem kleinen Foto nicht so gut sehen kann, ist, dass man keine Haustiere und keine Gewehre mit in den Park nehmen darf. Gut zu wissen!
Lake Emma und Horseshoe Lagoon
Wir hielten kurz beim Lake Emma – ein großer, mehr oder weniger kreisrunder See mit einem Ufer aus hohem Gras. Hier hatten die Straßenarbeiter, die die Straße wieder schön glatt walzen sollten, ihr Lager aufgeschlagen. Aufgrund des Wochenendes lag hier aber alles verlassen da.
Wir suchten noch nach einem Platz für unsere Mittagspause und entschieden uns dann, ein anderes Wasserloch anzufahren. An der Horseshoe Lagoon einige Kilometer weiter ließen wir uns nieder, kochten unser Mittagessen und beobachteten die einheimische Vogelwelt.

Erfrischt ging es dann wieder auf die rote Sand-Piste, mit Sonnenschein und blauem Himmel über unseren Köpfen. So muss Urlaubswetter aussehen!
Bei Parks mit eher weniger Wanderwegen wie dem Lakefield National Park, die man vorwiegend per Auto erkundet, ist es besonders wichtig, auch einmal anhalten zu können.
Ist man nämlich erstmal auf der Piste, fällt es oft schwer, auf die Bremse zu treten, einfach mal auszusteigen und sich umzusehen.
Nachdem Robert beim Vorbeifahren am Straßenrand einige interessante Termitenhügel entdeckte, drehten wir schnell um, um uns die Bauwerke einmal genauer anzusehen.

Der Hügel rechts im Foto sieht ein wenig danach aus, als wenn sich zwei verschiedene Termitenarten eine "Burg" teilen, da manche Arten ihre Hügel lieber rund bauen, andere lieber "zackig".
Laura River und Old Laura Station
Wir erreichten schließlich den Laura River und den Abzweig zur Old Laura Station. Von hier aus könnte man wieder zurück nach Laura und Richtung Cairns fahren oder auch weiter hinauf zur Spitze von Cape York.
Wir wendeten uns für heute erstmal weiter gen Norden, auch die Spitze Australiens vorerst wohl nicht auf unserem Reiseplan stand – leider.
Die Old Laura Station ist eine historische Rinderfarm, die heute nicht mehr genutzt wird. Aufgrund ihrer abgelegenen Lage war sie nie besonders profitabel, und konnte sich nur deshalb halten, weil es sich bei den Arbeitern auf der Farm um unbezahlte Aboriginals handelte – im Klartext also Sklavenarbeiter.
Zu sehen gibt es noch einige alte Gebäude aus Holz und Wellblech sowie einen uralten Mangobaum, dessen Früchte wohl erst um die Weihnachtszeit reif sein werden.
6 Mile Waterhole
Unser letztes Ziel für heute war unser Camp am 6 Mile Waterhole oder "6-Meilen-Wasserloch". Früher lag es wohl einmal 6 Meilen von Laura entfernt, heute fährt man über die Piste etwas weiter, aber dafür geht es mit dem Geländewagen schneller als zu Pferde.
Hotels gibt es keine im Lakefield Nationalpark, dafür aber viele schöne Plätze, um sein Lager aufzuschlagen.
Unser Platz am 6 Mile Waterhole war dabei wie ein echtes Safaricamp für uns.
Na ja, Campingplatz ist vielleicht zu viel gesagt – abgesehen davon, dass wir fürs Campen bezahlen mussten, gab es hier nämlich nichts, was auf einen Campingplatz hinwies, nicht einmal ein Klohäuschen.
Aber wenn man sich mit dem Leben im Outback einmal abgefunden hat, kann man die Natur besonders genießen und die kleineren Dinge werden weniger wichtig.
Lagune mit Palmenwald
Der Hintergrund unserer Lagune bildete ein kleiner Palmenhain, den man zu Fuß wegen des sumpfigen Bodens und des dichten Bewuchses leider nicht erreichen konnte.
Auf unserer Seite der Lagune war es etwas trockener. Wie auf dem Bild mit dem Zelt oben zu sehen wachsen auf unserer Seite einige sehr schöne weißstämmige Ghost Gums.
Ein Schwarm Magpie-Enten, begleitet von einigen weißen Egrets, genoss die Abendsonne am Wasserloch, während über unseren Köpfen zwei Adler ihre Runden drehten. Sie schauten immer kurz vorbei, um zu sehen, ob wir etwas für Adler Verzehrbares auf unseren Tellern hatten.
Als die Sonne hinter dem Horizont in Richtung Deutschland verschwand, wurde es Zeit fürs Lagerfeuer und einen Blick auf die Sterne – in Australien heißt das "Bush Telly" (Telly ist eine Abkürzung fürs TV).
Das Programm im Bush Telly war entspannend wie immer, und ein weiterer schöner Ferientag in unserem Bush Camp im Lakefield National Park ging leider zu Ende.
Und wie es weiterging, das erfahren Sie hier…
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