Reisebericht: Tour im Geländewagen von Cairns nach Cooktown (Seite 4 / 4)

Am letzten Tag unserer Reise besuchen wir die Aboriginal Felsmalerereien bei Split Rock / Laura, in der Nähe von Cooktown, bevor wir schließlich Cairns erreichen.

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4. Tag – Montag 30.08.10

Ein Morgen im Lakefield NP

Wir wären zwar gerne noch weiter die Cape York Halbinsel hinauf gefahren, da bei Laura der Lakefield National Park im Grunde gerade erst anfängt. Leider ließ das unser enger Terminkalender nicht zu, sodass wir unseren Landcruiser mit einer kleinen Träne im Augenwinkel wieder in Richtung Süden wenden mussten.

Wir führen unter blauem Himmel und bei bestem Morgen-Sonnenschein die Piste zurück Richtung Old Laura Station und zweigten dann ab auf die Peninsular Development Road nach Laura. Die Peninsular ist dieselbe Straße, die auch direkt zur Spitze von Cape York führt (weiter im Norden heißt sie dann Telegraph Road).

Buschfeuer

Unterwegs wandelte sich die Sommerstimmung dann in ein düsteres Endzeit-Panorama. Der Bush um uns brannte, manchmal mit Flammen direkt neben uns auf der Straße, und graue Wolken zogen über unsere Piste.

Außer uns war kein Fahrzeug unterwegs und wir waren allein im Buschfeuer.

Einige Adler zogen ihre Kreise über uns und suchten nach toten Tieren.

Buschfeuer wie diese sind allerdings kein Grund zur Sorge – sie werden an windstillen Tagen von Menschenhand gelegt (Controlled Burnings), um später schlimme Feuer zu verhindern.

Ein kontrolliertes Buschfeuer verbrennt nur das Gras, nicht aber die Bäume. Zudem brennt es zumeist nur in Schrittgeschwindigkeit, sodass die meisten Tiere Zeit haben, sich einen anderen Platz zu suchen.

Nach einigen Hundert Metern hatten wir den Buschbrand durchquert, und die Sonne schien wieder fröhlich über unseren Köpfen.

Outback-Rally am Laura River

Auf unserem Weg nach Laura überquerten wir noch mehrmals den Laura River. Als wir wieder einmal anhielten für ein paar Fotos, wurden wir die einzigen beiden Zuschauer einer Straßen-Rally, die an uns vorbeifuhr.

Hier nahmen die skurrilsten Fahrzeuge teil, die nur eines gemeinsam hatten – sie waren mehr oder weniger Pisten-tauglich (siehe Bild rechts).

Das nächste Auto war übrigens ein "Bananen-Auto" – ein Geländewagen mit einer riesigen Banane an der Seite und dem Motto "Choose Aussie Bananas".

Aboriginal-Museum in Laura: Quinkan Cultural Centre

In Laura besuchten wir das Aboriginal Museum, das Quinkan Cultural Centre. Das Museum ist eine interessante Ergänzung zu dem, was wir im James Cook Museum in Cooktown erfahren hatten.

Unter anderem werden im Museum Hintergründe zur Aboriginal Kunst dieser Gegend vorgestellt, die sich bei unserem späteren Besuch bei den Felsmalereien am Split Rock als hilfreich erwiesen. Außerdem werden noch einige interessante Details zu den Goldsuchern am Palmer River vorgestellt, darunter auch eine nachgebaute "Gold-Wiege" (cradle), mit der im 19. Jahrhundert in Handarbeit der Goldsand gesiebt wurde.

Besuch in Laura

Nach dem Besuch des Museums geht es dann wieder zurück in das kleine Ortszentrum von Laura, das gleich um die Ecke liegt. Laura war noch nie eine besonders große Siedlung, aber dafür gab es hier schon immer alles, was man für ein Leben im Outback brauchte. Heute gibt es eine Telefonzelle, eine Post und einen Laden – selbstverständlich alles in einem Gebäude.

Gleich nebenan befindet sich ein kleiner Pub (siehe Foto rechts). Im Schatten riesiger Mangobäume nahmen wir unser Mittagessen ein: Steak-Burger. Die einzige Alternative wäre Barra-Burger gewesen – also Fischburger.

Unsere Burger waren nach australischer Art sehr gehaltvoll belegt mit Salat, roter Beete und Spiegelei – und natürlich mit Steak. Für einen Burger zahlten wir einen Outback-Preis von ca. $12.50. Nicht ganz billig, aber lecker!

Felsmalerereien bei Split Rock

Frisch gestärkt verließen wir Laura und hielten uns weiter Richtung Süden. Einige Kilometer außerhalb des Ortes erreichten wir den Parkplatz zur Split Rock Gallery, die hoch an einem Berg liegt. Der Eintritt kostet 5 Dollar, die man vorher am Museum in Laura abgeben muss.

Fotografieren ist nicht erwünscht, aber der Besuch der an den Berghang gemalten Felsmalereien ist sehr empfehlenswert. Die Malereien unterscheiden sich erheblich von denen, die man etwa am Ayers Rock oder im Kakadu NP sieht.

Auch am Split Rock sind Menschen, Tiere und Geister beliebte Malthemen, darunter Flughunde, die mit den Köpfen nach unten hängen, sowie Kängurus, Dingos, gute Geister (lang und dünn) und böse Geister (kurz und dick).

Palmer River Road House

Nach einem Abstecher zurück nach Cooktown (Robert hatte noch ein Meeting) ging es weiter über den asphaltierten Mulligan Highway in Richtung Cairns.

Wir legten noch einen letzten Stopp am Palmer River Roadhouse ein. Die Raststätte befindet sich direkt vor der Brücke des Palmer River, des "goldenen Flusses".

Von hier aus gehen einige wenig benutzte Allrad-Pisten zu den historischen Goldfeldern, auf denen man heute immer noch Gold finden kann, wenn man weiß, wie man danach suchen muss. Bei einem Preis von zurzeit $1300 Dollar pro 30 Gramm Gold kann man da schon ins Grübeln kommen…

Wir würden zwar noch gerne zu den Goldfeldern fahren, allerdings ließ es unser Zeitplan leider nicht zu. Daher schauten wir uns im Palmer River Roadhouse um, das einen extra Raum mit einem kleinen Goldsucher-Museum hat.

Danach fuhren wir weiter über den Mulligan Highway (siehe Foto rechts) und die Pass-Straße von Julatten über Mossman und Port Douglas wieder nach Cairns, das wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit erreichten.

Fazit: Schön, aber anstrengend

Nach vier Tagen und 795 Kilometern auf Asphalt und Piste (ohne den letzten Abstecher nach Cooktown) sind wir wieder Cairns angekommen. Die Reise war sehr schön – wir haben beeindruckende Regenwald- und Outback-Landschaften gesehen, sind über tolle Piste gefahren, haben malerische Bäche überquert, interessante Museen besucht und traditionelle Aboriginal-Kunst im Outback gesehen.

Allerdings fand Robert, dass vor allem der letzte Abschnitt von Laura Richtung Cairns ein wenig lang war, und dass es sinnvoll wäre, hier noch eine weitere Übernachtung unterwegs einzulegen.

Anbieten würde sich hier einer Verlängerung im Lakefield Park, oder auch auf den Atherton Tablelands. Das machen wir dann beim nächsten Mal!

 

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