Reisebericht: Cairns – Eungella NP – Airlie Beach (Seite 2)

Reisebericht  Eungella National Park und Finch Hatton Gorge mit Platypus-Beobachtung (Schnabeltiere).

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Eungella National Park und Finch Hatton Gorge
mit Platypus-Beobachtung (Schnabeltiere)

Finch Hatton

Irgendwann um die Mittagszeit erreichten wir schließlich Finch Hatton, und hatten durch unseren Abstecher in den Bush (siehe Foto rechts: Queenslander-Bauernhaus mit Jacaranda) und die Umfahrung von Mackay mindestens 100 Kilometer gespart und zudem eine tolle Überlandfahrt gemacht.

Finch Hatton liegt nur 100 Meter über dem Meeresspiegel und ist von Mackay aus – falls man von dort kommt – über eine gerade und ebene Stichstraße in etwa einer Stunde erreichbar.

Von Finch Hatton aus folgten wir der Landstraße einwärts ins Pioneer Valley, entlang von grünen Zuckerrohrfeldern in einem zunehmend engeren Tal. Am Ende des Pioneer Valley verwandelte sich die Straße in eine Passstraße, und es ging in steilen Serpentinen die mit Regenwald bewachsene Steilwand hinauf nach Eungella, das auf knapp 700 Metern liegt.

Broken River, Eungella National Park

Der Eungella NP (ausgesprochen: Yang Gella) ist in Europa vor allem bekannt für seine Platypusse – also Schnabeltiere, die aussehen wie Enten mit Fell.

(Foto rechts: Park-Hauptstraße mit Farnbäumen kurz vor Broken River).

Der Broken River ist bekannt dafür, dass man fast garantiert Schnabeltiere sieht, daher sind wir natürlich als erstes dorthin gefahren.

Nach einem nicht ganz einfachen Picknick an einem BBQ-Grill auf der Wiese bei Broken River, dem leider noch vor Fertigstellung des Menüs das Gas ausging, war es schon wieder Zeit, um den Platypussen einen Besuch abzustatten.

 

Besser Platypusse beobachten im Eungella NP

Die beste Zeit für die Tierbeobachtung ist morgens bei Morgengrauen und Abends bei Sonnenuntergang oder an einem bedeckten Tag.

Wichtig bei der Tierbeobachtung ist, dass man sich auf Kreise im Wasser konzentriert, die das kleine entenartige Tier macht, wenn es zum Luftholen auftaucht. Die einzigen Kringel, die wir allerdings sahen, waren die von kleinen Schildkröten und von Wasserhüpfern.

Außerdem sollte man natürlich wissen, in welchem Bach sich Platypusse für gewöhnlich aufhalten.

Die Platypus-Plattform am Broken River

Am kleine Bach namens Broken River gibt es eine hölzerne Aussichtsplattform direkt über dem Bach, wo extra darum gebeten wird, dass man völlig still sein möge.

Ähnlich wie bei einer Meditationations- oder Yogasitzung fanden wir dort eine Reihe stummer Tierfreunde in sitzender und stehender Haltung vor, die mit mehr oder weniger Geduld darauf hofften, dass ein Platypus auftauchen würde (siehe Foto rechts).

Besonders schön fanden wir hier, dass man sich so auf die Geräusche der Natur konzentrieren konnte: Das Rauschen der Blätter, das Plätschern des Baches, das hohe Zwitschern der Rainbow Lorikeet-Papageien, das Lachen der Kookaburras und das heisere Krächzen der weißen Kakadus.

Platypusse beobachten im Eungella NP

Robert hat einen besonderen Draht zu fast allen Tieren, daher verlassen wir uns immer auf seinen Instinkt, wenn es um Tierbeobachtung geht.

Irgendwann meinte Robert, er hätte etwas unter der Brücke an der Hauptstraße 50 Meter weiter gesehen. Wir verließen also die schweigende Versammlung der Tierfreunde und gingen rüber zur Brücke, wo einige Zeit später wirklich ein Platypus auftauchte.

Selbstverständlich befand sich direkt auf der Hauptstraße ein großformatiges Schild, das verbot, auf der Brücke herumzulaufen.

Selbstverständlich hat sich keiner der Tierfreunde an das Verbot gehalten, als der Platypus endlich auftauchte (siehe Foto rechts). Das war kurz vor 18 Uhr, als die Sonne schon tief am Himmel stand.

Der Platypus tauchte in aller Ruhe unter der Brücke durch, drehte hier eine kleine Ehrenrunde extra für uns und schwamm dann weiter in Richtung Aussichtsplattform, wo ja noch die anderen Tierfreunde auf den Platypus warteten.

Danach wurde es Zeit für uns, einen Schlafplatz zu finden.

Bushcamping im Eungella National Park

In Eungella gibt es verschiedene Campingplätze. Folgende haben wir besichtigt

  • Eungella: direkt im Ort, sehr einfach ausgestattet (Badezimmer sind noch aus den 70ern oder noch älter), aber mit einem traumhaften Blick ins Tal
  • Fern Flat: "Walk in" Campingplatz am Besucherzentrum von Broken River. Hier muss man das Fahrzeug auf dem Parkplatz stehen lassen und dann mit Campingausrüstung und Zelt in den Wald zum Campingplatz laufen
  • Crediton Hall: Campingplatz mit Plumpsklo auf einer großen Wiese direkt an einer alten Schule.
  • The Diggings: Campingplatz am Broken River, an der Diggings Road im Crediton State Forest (siehe Foto rechts)

Bushcamping in Eungella

Da wir mit einem Geländewagen unterwegs sind, haben wir natürlich mit Genuss die Schotterstraße durch den Regenwald zu "The Diggings" genommen.

Die Strecke führt im weiten Bogen zu einem anderen Teil des Broken Rivers, andem es leider keine Platypusse gibt.

Am Fluss hatten bereits die Besitzer eines anderen Geländewagens ihr Lager aufgeschlagen, und auch ein Lagerfeuer war schon angezündet.

Unser Platz lag etwa 50 Meter weiter. Hier hatte jemand praktischerweise für uns Holz dagelassen, sodass wir gleich am Bach ein Lagerfeuer anzünden konnten.

Und das war auch gut so: Da wir uns auf über 700 Höhenmetern befanden, fiel das Thermometer im Laufe der Nacht auf unter 10 Grad. Auch schon Abends war es sehr frisch, wenn man sich nur ein paar Schritte vom Lagerfeuer entfernte.


Dienstag, 29. September 2009:
Eungella National Park und Finch Hatton

Direkt nach dem Frühstück wartete ein besonderes Highlight auf Robert, der sich über jede Allrad-Strecke freut: Eine kleine Flussüberquerung über den Broken River (siehe Foto rechts).

Danach folgten wir der Piste durch wechselnden Regenwald und trockenes Bushland und vorbei an einigen Milchfarmen bis zum Wanderweg am Wishing Pool Circuit auf der Crediton Loop-Straße.

Wishing Pool Circuit

Der Wanderweg liegt wieder einmal am Broken River, etwa 8 Kilometer hinter dem Punkt, andem wir am Abend zuvor die Platypusse gesehen hatten. Der schmale Pfad beginnt direkt an der Straße noch vor der kleinen Brücke über den Fluss. Parken kann man direkt am Straßenrand.

Außer uns trafen wir nur eine Fotografin, die still im Wald stand und ein für uns unsichtbares Tier in einem Baum beobachtete. Die Fotografin war gestern Abend länger an der Brücke gewesen als wir und erzählte, dass sie sogar gleich drei Platypusse gesehen hatte. Wir waren beeindruckt.

Unser Wanderweg führte durch einen Regenwald, der zwar ähnlich aussah wie der, den wir aus Cairns kennen, allerdings sahen wir hier mehr Farn-Arten als in Cairns.

Außerdem viele Licuala-Wedelpalmen und Alexander-Palmen, die man in Cairns und Kuranda eher in den Gärten, aber weniger im Regenwald zu sehen bekommt.

Auf einem Baumstamm im Bach sonnte sich ein Kormoran mit ausgebreiteten Flügeln. Außer dem Gurgeln des Baches hörten wir nur das Rauschen der Blätter, das Rascheln unserer Füße und das der kleinen Eidechsen im Laub.

Sky Window

Unser nächster Stopp auf dem Weg zurück in die Ortschaft Eungella galt dem "Sky Window", einer Aussichtsplattform, die auch für Faule (wie uns) geeignet und zudem ein echtes Highlight ist.

Nur fünf Minuten zu Fuß vom Parkplatz geht es über einen Rollstuhltauglichen Weg zur Sky Window Aussichtsplattform, von der aus man in das Pioneer Valley schauen sowie die Ortschaft Eungella selbst sehen kann (im Foto zu erahnen auf der linken Seite, in der Mitte die Pass-Straße ins Tal ).

Der Besuch des Sky Window hat allerdings nur dann Sinn, wenn es nicht gerade wolkig ist – und das ist in Eungella wohl eher die Regel als die Ausnahme. Wir hatten also mal Glück heute.

Hidden Valley Café

Eine Attraktion für sich ist sicher das "Hidden Valley Café", das uns ein englischer Reiseführer empfohlen hat. Das Café findet sich direkt am Ortseingang von Eungella, wenn man aus Richtung Broken River kommt.

Das Café liegt in einem mit phantastischer Dekoration ausgestatteten tropischen Garten, und hat eine Terrasse, von der aus man auf das "versteckte Tal" (also das Hidden Valley) schauen kann.

Die Besitzerin Susanne, kommt eigentlich aus Deutschland, aber sie sagt, sie spricht kein Deutsch mehr. Wahrscheinlich hatte sie irgendwann keine Lust mehr, typische Fragen wie "wo kommst du her in Deutschland, wie lange bist du schon hier und warum willst du nicht mehr zurück" zu beantworten.

Der im Reiseführer gelobte Apfelstrudel war eher ein Quark-Apfelstrudel und wieder einmal so reichhaltig, dass wir danach keinen Appetit mehr auf ein Mittagessen hatten. Aber sehr lecker und tatsächlich empfehlenswert!

So gestärkt konnten wir dann in aller Ruhe die Passstraße angehen und fuhren die Serpentinen hinunter nach Finch Hatton, wo heute noch der Finch Hatton Gorge auf uns wartete.

(Auf dem Foto rechts seht ihr Eungella aus der Nähe und zwar ohne Wolken, ohne Regen und ohne Nebel – das scheint wohl ein seltenes Bild zu sein. )

Finch Hatton Gorge

Um zur Schlucht zu kommen, fährt man einige Kilometer von der Ortschaft Finch Hatton durch Zuckerrohrfelder und Regenwald auf einer Straße, die mit der Zeit immer schmaler und gewundener wird. In der Tat ist schon die Anfahrtsstraße eine Sehenswürdigkeit für sich.

Aufgrund der malerischen Regenwald-Bäche, die die Straße ohne Brücke überqueren, ist die Schlucht während der Regenzeit gelegentlich vom Verkehr abgeschnitten (wenn ich mich nicht verzählt habe, waren es 5 Bachdurchfahrten bis zur Schlucht).

Da wir während der Trockenzeit unterwegs waren, waren die Furten über die Bäche kaum überspült und alles sah sehr malerisch aus, wie auf dem Foto rechts zu sehen.

Auf der Straße zur Schlucht liegen rechts und links versteckt im Regenwald ein Restaurant, verschiedene Privathäuser und Ferienwohnungen sowie das Platypus Bushcamp, die jeweils mit großen Holzschildern auf sich aufmerksam machen.

Das Platypus Bushcamp ist hier besonders bemerkenswert. Es handelt sich um einen einfachen Campingplatz mit extravaganten Duschen, die nach einer Seite hin offen sind, sodass man umgeben von Regenwald (unbeobachtet) duschen kann.

Wanderweg zu den Araluen Cascades

Vom Parkplatz Finch Hatton Gorge aus sind zwei Badestellen an der Schlucht zu erreichen, und zwar die Araluen Cascades (ca. 1 Stunde hin und zurück) und die Wheel of Fire Falls, die etwas weiter liegen.

Da wir schon relativ spät dran waren und im Dunkeln ohne passende Ausrüstung nicht durch den Regenwald laufen wollten, haben wir uns für die Araluen Cascades entschieden.

Die auch in der Trockenzeit sehr ansehnlichen Wasserfälle ergießen sich in einen von Felswänden umgebenen Pool, indem man sich nach der kurzen Wanderung schön erfrischen kann.

Aber auch der Wanderweg war ein Highlight für sich, wie man auf dem Foto rechts sieht.

Die Vegetation ist in dieser Gegend zeigt sich hier als schon ein wenig anders als in den 700 Höhenmetern entfernten Wäldern bei Eungella. Besonders fielen uns die vielen Würgefeigen auf, die stacheligen Wait-A-While (Rattanpalmen) sowie die Lianen, die man hier auch auf dem Foto sieht.

Ebenfalls sehr beeindruckend fanden wir die riesigen, mit Moosen überwachsenen Felsbrocken rechts und links am Wegesrand, die teilweise an schlafende Dinosaurier erinnerten.

2. Platypus-Beobachtung

Kurz vor Sonnenuntergang versuchten wir unser Glück nochmal mit der Platypusbeobachtung seitlich am Platypus Bushcamp. Hier hatten wir allerdings kein Glück, und das, obwohl der Bach dort Platypus Creek heißt. Aber wahrscheinlich haben die vielen Touristen dort die Tiere schon verscheucht.


Mittwoch, 30. September 2009:
Finch Hatton – Mackay – Cape Hillsborough

Nach einem kühlen Bad im Platypus Creek machten wir uns wieder auf den Weg – dieses Mal ohne Umwege direkt nach Mackay, der größten Stadt in diesem Teil Nord-Queenslands.

Mehr über Mackay und die Kängurus von Cape Hillsborough > hier….

 

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