Reisebericht: Darwin – Litchfield National Park – Katherine Gorge (Seite 2)

Abenteuerliche Fahrt auf der Allrad-Piste (Southern Access Road) von Litchfield Richtung Katherine.

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Tag 6 – 6. Juli 2008
Wangi Falls – Katherine

Outback AustraliaRobert ist heute bei allerbester Laune, denn zuerst war er morgens noch mal im klaren Wasser schnorcheln, Fische anschauen und den dicht bewachsenen Ufergürtel erkunden.

Und dann ist da schon die Vorfreude, denn wir haben wieder über 40 Kilometer Allrad-Piste. Voller Vorfreude lässt Robert am Beginn der Southern Access Road (4WD only) etwas Druck aus den Reifen.

Wir fahren nicht einmal 500 Meter weit, als wir einen kleinen Fluss erreichen, dessen Messlatte eine beachtliche Wassertiefe von fast 75 Zentimetern bescheinigt.

Litchfield NP- Flussüberquerung Nr. 1

Vor uns sind schon zwei andere Landcruiser geparkt, deren Fahrer schon eine ganze Weile ratlos vor dem Fluss stehen. Keiner wagt es, als erster durch zu fahren. Nach kurzer Inspektion drehen die anderen Autos um.

Wir zögern auch, denn wir sind bisher noch nie durch so tiefes Wasser gefahren, und dieser Fluss ist eindeutig tiefer als alles, was wir bisher getestet haben. Sollte der Motor unterwegs aus irgendeinem Grunde ausgehen, hätten wir ein Problem. Die nächste Werkstatt ist mindestens eine Stunde Fahrt entfernt, außerdem ist heute Sonntag.

Dann kommen weitere Autos ans Ufer, und langsam bildet sich ein kleiner Stau vor der Wasserdurchfahrt. Landcruiser- und Nissan-Patrol-Fahrer stehen herum. Keiner will der erste sein. Ein paar drehen um und fahren wieder zurück auf die sichere Hauptstraße.

Outback AustraliaRobert will die Flussüberquerung wagen, ist aber vorsichtig genug, um nicht gedankenlos als erster durch den Fluss zu fahren. Ich würde am liebsten umdrehen und die sicherere, dafür aber weitere und langweiligere Strecke zu fahren.

Wir überlegen immer noch, als ein weiterer Landcruiser hält. Der Fahrer steigt aus und erkundigt sich, warum keiner fährt. "Was, nur 75 Zentimeter? Das ist doch gar nichts", sagt er, steigt ein, und fährt los.

Die Abgase blubbern aus dem Auspuff, als der Landcruiser durchs Wasser fährt, eine Menge Schlamm aufwirbelt und schließlich sicher das andere Ufer erreicht. Der Bann ist gebrochen, und nach und nach folgen ihm die meisten anderen Fahrzeuge.

Robert holt vorsichtshalber das Bergungsseil samt Winde und Zubehör aus dem Kofferraum, und legt alles im Auto parat, bevor wir durch den Fluss fahren. Ich bin zwar nur Beifahrer, aber ich fühle mich wie in einem Boot, und warte nur darauf, dass wir Kontakt zum Boden verlieren und davon schwimmen. Aber nichts passiert und wir kommen heil am anderen Ufer an.

Bei der Durchfahrt hat sich gezeigt, dass der Fluss wohl noch einiges tiefer gewesen sein muss, als vorher angenommen. Der Messstab stand leider nicht an der tiefsten Stelle! Das kann bei einer unbefestigten Stelle schnell passieren, und ganz gemeine Konsequenzen haben…, aber es ist ja alles gut gegangen!

Litchfield NP- Flussüberquerung Nr. 2

Einige Zeit später erreichen wir einen weiteren Fluss, dessen andere Uferseite durch einen großen umgefallenen Baumstamm versperrt ist. Wir wundern uns, wie die anderen Fahrzeuge, die vor uns da waren, über den Baumstamm gekommen sind. Mit ein wenig Halsverrenken sehen wir, dass der Fluss eine langezogene Kurve nach rechts macht, und man einfach dem Flusslauf ein ganzes Stück (mitten im Wasser!) folgen muss.

Die Durchfahrt ist mindestens 100 Meter lang und der Messstab zu weit weg, um sehen zu können, wie tief das Wasser eigentlich ist. Zurückfahren und wieder durch den anderen Fluss fahren wollen wir aber auch mehr.

Während wir noch schauen, kommen zwei andere Reisende mit einem gemieteten Landcruiser an "unseren" Fluss, und wir einigen uns darauf, kurz hintereinander durch den ultralangen Fluss zu fahren und uns bei Bedarf gegenseitig zu helfen. Zum Glück klappt auch diese Durchfahrt tadellos. Wir sind stolz auf unseren Landcruiser, der immerhin schon über 350.000 Kilometer von Australien gesehen hat.

Robert sagt: Diese Strecke gehört mit zu den schönsten Routen, die wir bisher gefahren sind, denn die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und interessant. Mal Savanne, dann dichter Bush, dann eine offene karge Wüstenlandschaft mit hunderten von Termitenhügeln. Die Termiten haben hier eine besondere Flachbauweise entwickelt, die sehr nach hochkant aufgestellten Grabsteinen aussieht. Sehr sonderbar…

Bianca sagt: Nachmittags passieren wir noch einen schönen Billabong (Teich) mit vielen Wasservögeln und erreichen dann später die Grenzen des Litchfield National Park an der Daly Waters Road. Insgesamt haben wir etwa 3 1/2 Stunden für die 44 Kilometer gebraucht, allerdings haben wir davon mindestens eine halbe Stunde am ersten Fluss und ungefähr 10 Minuten am zweiten Fluss gestanden und gegrübelt…

Tag 7 – 7. Juli 2008
Katherine – Katherine Gorge (Nitmiluk NP)

In Katherine sind wir dieses Mal nur kurz zum Einkaufen und Übernachten, wir wollen ja noch zum Katherine Gorge im Nitmiluk National Park. Wir haben ein Prospekt mit den Boots-Ausflügen in der Schlucht. Und wir grübeln noch bis zu unserer Ankunft am Katherine Gorge, welchen Ausflug wir unternehmen sollen.

Outback AustraliaIn der Tat haben wir so lange gegrübelt, dass wir erst in 2 oder 3 Tagen mit einem der größeren Ausflugsboote fahren könnten, weil einfach alles ausgebucht ist!

Am meisten darüber ärgere ich mich, weil ich sonst immer unseren Kunden sage, sie sollen vorbuchen. Immerhin, ein Kanu für den nächsten Morgen ist noch zu bekommen.

Tierbeobachtung am Katherine Gorge

Gefreut habe ich mich vor allem über die vielen Tiere im Park, wie etwa den Rainbow Bee Eater (Foto rechts), der direkt neben dem Spazierweg zum Bootssteg auf einem Ast knapp über meinem Kopf saß. Diese Vögel sind meist so adrenalingeladen, dass sie kaum länger als ein paar Sekunden an einer Stelle sitzen bleiben.

Aussichtspunkt über die Schlucht Outback Australia

Nachmittags machen wir uns auf den Weg zum Aussichtspunkt über die Katherine-Schlucht, und schauen den Booten nach, die in gemütlichen Tempo durch die Schlucht fahren (siehe Foto rechts und ganz oben).

Wir gehen erst gegen Sonnenuntergang die steile Treppe zum Flussufer hinunter. Um diese Zeit sind die kleinen Agile Wallabies (kleine Kängurus) schon aktiv und grasen am Ufer. Außer uns sind noch einige andere Besucher am Ufer, aber sie kommen den kleinen Beuteltieren nie zu nahe.

Tag 8 – 8. Juli 2008
Kanufahrt im Katherine Gorge Outback Australia

Während ich den Morgen in meinem mobilen Office verbringe, genießt Robert eine Fahrt mit dem Solo-Kajak durch die Katherine Gorge. Sein Kommentar dazu: "das waren die am besten angelegten 35 Dollar in unserem ganzen Urlaub."

Robert sagt: Die Paddeltour mit dem Kanu oder Kayak ist ein echter Knüller, weil man die Schönheit des Canyons und die Flora und Fauna ganz in Ruhe erkunden kann. Wenn man leise ist, kann man relativ dicht an Wasservögel heranpaddeln.

Outback AustraliaDie beiden Kormorane, die sich mir als ideales Fotomodell anboten, haben sehr geduldig posiert.

Ich kann nur anraten, früh morgens loszufahren, dann hat man die besten Chancen, viele Tiere zu sehen. Es gibt auch die von Bianca erwähnte Bootsfahrt, die sich auch sicherlich lohnt. Aber das ist ein ganz anderes Erlebnis, denn es sind oft 50 Leute oder mehr an Board.

Kanufahren und Bootstour

Wer die Zeit und Lust dazu hat, der sollte auf jeden Fall beides machen: die Kanutour im 1. Canyon zum Genießen und eine geführte und gut kommentierte Bootstour an einem anderen Tag z.B. für die ersten drei Canyons.

Ungefährliche Krokodile im Katherine Gorge

Es gibt zwar einige Süßwasserkrokodile im Fluss, diese sind allerdings völlig harmlos. Es sind sogar mehrere offizielle Badezonen ausgeschildert, ein gutes Zeichen, dass hier alles sicher ist. Die Regierung und die Nationalpark-Verwaltung sind in Australien eher übervorsichtig und stellen lieber 50 Warnschilder zuviel auf, als eins zu wenig.

Outback AustraliaAlso, mein Tipp an alle: Früh morgens schon loszupaddeln und Trinkwasser, Sonnencreme, Sonnenbrille und Kamera nicht vergessen! Als ungeübter Kanu- oder Kajakfahrer
sollte man rund 4 Stunden für’s Hin- und Rückpaddeln auf dem ersten Canyon einplanen.

Die Zeit reicht dann auch noch für eine kleine Pause zwischendurch. Übrigens, am Ende des ersten Canyons kann man sich Felsmalereien anschauen!

Bianca sagt: Beruhigend ist, dass wir sowieso nicht das letzte Mal im Katherine Gorge waren. Ich freue mich schon auf die Sonnenaufgangs-Tour beim nächsten Besuch, die ich dann auch umsichtig vorausbuchen werde!

Angler-Shop in Katherine

Outback AustraliaAm Ortseingang von Katherine fahren wir bei "Rod & Rifle" vorbei. Robert ist magnetisch von dem Laden angezogen, der Fischerzubehör sowie "Guns und Ammo" verkauft, und muss sich diesen Laden unbedingt ansehen.

An der Tür treffen wir zwei Backpacker, die wir schon in Darwin kennengelernt haben. Australien ist so klein!

Rückfahrt nach Darwin?

Von Katherine bis Darwin wären es jetzt noch einmal knapp 320km oder ein bisschen über 4 Stunden Fahrt. Von hier aus könnte man diese Tour also bequem beenden.

Die Heißen Quellen bei Mataranka

Für uns geht es allerdings weiter: Heute übernachten wir nicht in Katherine, sondern haben den Daly Waters Pub wieder im Visier. Wir machen kurz Halt bei den heißen Quellen in Mataranka.

Aber nach dem tollen Erlebnis mit den heißen Quellen von Katherine einige Tage zuvor bin ich von Mataranka ein wenig enttäuscht: Auf den Postkarten sieht das Becken riesengroß aus. "In Echt" ist aber alles sehr klein und überfüllt, obwohl uns das Palmenwäldchen und der Fluss dahinter immerhin gut gefallen.

Daly Waters Pub

Das Abendessen in Daly Waters ist wieder gut wie zuvor: Für Robert ein genau richtig gebratene 350 Gramm Steak (mit mindestens 100 Gramm Fettrand), für mich ein Gourmet-Beef Wrap  – also Salat und medium gebratene Rindersteak-Streifen in einer Tortilla. Lecker!

Hier gehts weiter zum Reisebericht: Barkly Hwy > Mt Isa, Charters Towers & Townsville

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