Reisebericht: Cairns – Savannah Way – Lawn Hill NP – Darwin (Seite 2)

Reisebericht Lawn Hill National Park in Queensland, Australien.

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Unterwegs im Lawn Hill National Park (Boodjamulla)

Tag 5 – 18. Juni 2008
Gregory Downs – Adels Grove – Lawn Hill NP

Outback AustraliaDen Lawn Hill National Park, der nach der in der Nähe gelegenen Cattle Station (Rinderfarm) benannt wurde, wollten wir schon eher besucht haben. Mangels Zeit haben wir das im Vorjahr aber verschoben.

Und das war auch gut so: Wie wir bald merken würden, ist der Lawn Hill bzw. Boodjamulla National Park, wie ihn die Aboriginals nennen, einer der schönsten Parks in Australien. Viel zu schön, um nur kurz für ein paar Fotos zu halten.

Outback AustraliaIn der Umgebung des Lawn Hill National Park gibt es gleich drei Campingplätze: Einmal ein kommerzieller Platz in Adels Grove (siehe Foto rechts), dann ein sehr einfacher Campingplatz an der Riversleigh Ausgrabungsstätte, die für seine beeindruckenden Fossilien bekannt ist, und schließlich ein Campingplatz direkt an der Schlucht von Lawn Hill. In letzter Minute entscheiden wir uns, von der Telefonzelle in Adels Grove einen Platz direkt an der Schlucht für 2 Nächte zu reservieren.

Ich hatte einige Tage vorher (am Wochenende) schon versucht, übers Internet zu reservieren, da war aber leider alles ausgebucht gewesen. Aber heute, mitten in der Woche, haben wir Glück und bekommen noch einen Platz.

Outback Australia

Der Campingplatz im Lawn Hill NP ist nicht sehr luxuriös: Da es keinen Strom gibt, gibt es leider auch kein heißes Wasser zum duschen und auch das Trinkwasser sollte abgekocht werden. Dafür liegt unser wunderschöner Platz zwischen schattigen Bäumen direkt am Fluss, und wir teilen uns den relativ großzügig angelegen Campingplatz mit nur ein paar weiteren Reisenden.

Da Strom-Generatoren verboten sind, um z.B. den Kühlschrank mit Strom zu versorgen, ist der Campingplatz den ganzen Tag über ruhig, und wir genießen den Gesang der Vögel und das Gekreische unzähliger bunter Papageien.

Tag 6 – 19. Juni 2008
Lawn Hill National Park

Outback AustraliaUnser Plan für heute ist eine Wanderung durch die trockene Eukalyptus-Buschlandschaft an der Außenseite der Lawn Hill Schlucht, weiter zu einem Aussichtspunkt über den Fluss, und durch einen Palmenwald entlang des Flusses zurück zu unserem Camp.

Wie üblich haben wir uns wieder einmal verschätzt. Statt drei Stunden sind wir den ganzen Tag unterwegs. Das liegt allerdings daran, dass wir ständig stehen bleiben und "Pause machen" wollen, weil wir uns an der Schönheit der Landschaft kaum satt sehen können.

(Kommentar Robert: Wir waren von der Aussicht so begeistert, und ahnten schon, dass normale Fotos die Schönheit nicht wirklich wieder geben können. Daher habe ich einige Panorama-Aufnahmen gemacht, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Wer mag kann nach belieben herein- und herauszoomen (mit Shift und Strg) und mit der Maus das Bild verschieben. Viele Spaß beim virtuellen Rundgang! > Hier geht’s zum Panorama…

Outback Australia

Am schönsten wird es, als nachmittags die Sonne tief am Himmel steht und die für Australien so typischen rostroten Felsen in der Abendsonne zu glühen beginnen.

 

 

Tag 7 – 20. Juni 2008
Reisebericht: Lawn Hill National Park – Grenze Northern Territory

Outback AustraliaVom Lawn Hill (Boodjamulla) Nationalpark aus (Foto rechts) gibt es zwei Möglichkeiten, den Savannah Way wieder zu erreichen. Zum einen kann man zurückfahren nach Gregory Downs und von dort nach Burketown.

Und dann gibt es noch den 4WD-Track durch die Lawn Hill Station und die Bowthorn Station zum Kingfisher Camp. Da wir ungern eine Strecke zweimal fahren, entscheiden wir uns für diese Route, die mit "KFC" ausgeschildert ist.

Wer hier nicht weiß, das KFC für Kingfisher Camp steht, wird sich sicherlich sehr wundern… Im kleinen Laden auf dem Campingplatz von Adels Grove fragen wir nach, wie lange wir wohl für die Strecke brauchen werden. Die Antwort "etwa 5 Stunden".

Tatsächlich ist die Piste aber in einem erstklassigen Zustand, und wir sind schon nach ungefähr 2 Stunden am Kingfisher Camp, und das, obwohl wir meistens um die 30 – 35km/h gefahren sind. Wir erreichen das Kingfisher Camp um die Mittagszeit, und Robert würde am liebsten gleich wieder das Lager aufschlagen. Da es bis Darwin immer noch zu weit ist, bin ich dagegen und wir fahren weiter.

Kingfisher Camp – Doomadgee

Am Kingfisher Camp erfahren wir zudem, dass wir am Hells Gate Roadhouse (Foto rechts unten) nicht wie geplant tanken können – die Tankstelle hat schon seit 2 Jahren geschlossen. Wie gut, dass wir nachgefragt haben, denn viele Reiseführer listen diese Tankstelle immer noch! Ein Blick auf unsere Tankanzeige überzeugt uns davon, dass wir nun doch einen kleinen Umweg bis nach Doomadgee fahren müssen. Die Nadel steht zwar noch lange nicht auf Reserve, aber es könnte sonst knapp werden. Sicher ist sicher, wer will schon im Outback ohne Sprit liegen bleiben…

Bis nach Boorooloola, der nächsten Tankstelle (ca. 500km entfernt) würde unser Dieselvorrat vielleicht reichen. Restlos sicher sind wir uns da aber nicht. Im schlimmsten Fall hätten wir einige einsame Pistenkilometer zu Fuß vor uns. Auch unser Handy hätte da nicht geholfen, da in ländlichen Gegenden die Handyabdeckung eher dünn ist.

Outback AustraliaZähneknirschend fahren wir zurück nach Doomadgee und tanken den Wagen voll bis zum Rand.

Hells Gate

Etwas eine Stunde später sind wir wieder am Abzweig zum Kingfisher Camp, und noch eine Stunde später am Hells Gate Roadhouse (Foto rechts). Und in der Tat gibt es hier keinen Diesel mehr.

Wir treffen die Besitzerin des Roadhouses, die sich über die Ungerechtigkeit der Regierung beschwert. Sie sagt, der Laden sei schon deshalb geschlossen worden, weil sie keinen Alkohol mehr an Leute verkaufen dürfte, die nach Doomadgee fahren wollen.

Weil sie das aber nicht kontrollieren kann (und sich strafbar machen würde, selbst wenn ein Kunde schwindeln würde), und weil sich der Laden ohne Alkohol im Regal angeblich nicht rentiert, haben sie gleich den Laden ganz geschlossen. Nur der Campingplatz hat noch geöffnet, aber den finden wir nicht so toll.

Bushcamper mit Lagerfeuer

Outback AustraliaWir entscheiden uns, heute Nacht also nicht in Hells Gate zu bleiben, nicht zuletzt auch deshal, weil wir noch ca. 1 1/2 Stunden bis zum Sonnenuntergang haben.

Kurz vor Sonnenuntergang sind wir nur noch wenige Kilometer von der Grenze zum Northern Territory entfernt. Wir finden einen kleinen Bach und schlagen dort unser Bushcamp auf.

Kurze Zeit später sitzen wir bei sternenklarem Himmel am Feuer und genießen die Ruhe des Outbacks. Wie sich später herausstellen wird, ist das unsere schönste Übernachtung auf der ganzen Reise.

 

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