Reisebericht Neuseeland Südinsel im Februar 2018 (Teil 3)

Picton, Neuseeland
Picton, Neuseeland

Wir reisen über Arthurs Pass an die Ostküste nach Kaikoura und dann weiter nach Picton, wo uns Wirbelsturm Gita in die Quere kommt…

Denn Beginn des Reiseberichts verpasst? Hier geht’s zur 1. Seite…

15. Februar

Hokitika – Arthurs Pass

Nach unserem gestrigen Besuch bei der Glühwürmchen-Höhle in Hokitika ist es nun an der Zeit, die Westküste zu verlassen. Wir sind dabei gleichzeitig erleichtert – weil wir die Mücken hinter uns lassen, und traurig – weil die Westküste so schön war.

Da es an unserem nächsten Reiseziel, Arthurs Pass, keine Supermärkte gibt, kaufen wir noch im New World in Hokitika ein. Das ist einer der größten Supermärkte an der Westküste.

Wie gewohnt, finden wir auch hier das optisch ansprechende, aber von der Konsistenz eher enttäuschende "Dark Rye Bread", das ich für euch einmal fotografiert habe (rechts im Foto):

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Gollum macht Pause am Arthurs Pass Highway

Wir verlassen den Highway 6 bei Kumara und wechseln auf den Arthurs Pass Highway (Highway 73). Bergauf geht es für uns vorerst nur unmerklich.

Unterwegs machen wir Halt am Otira Stagecoach Hotel, eine ehemalige Postkutschen-Station. Hier sitzt Gollum auf dem Dach und verliert gerade "den einen Ring":

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Nur ein paar Schritte weiter steht Gandalf unter dem Dach einer Picknickhütte.
So beschützt, können wir bedenkenlos unsere Pausenbrote verspeisen:

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Später fahren wir dann doch noch ordentlich bergauf, und halten am Aussichtspunkt auf das 440 Meter lange "Otira Viaduct", das bei Fertigstellung 1999 ganze 25 Millionen NZ-Dollar gekostet hat:

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Warnung vor dem Papagei!

Am Parkplatz oberhalb des Otira Viaducts sehen wir auch das erste "Kea Warnschild":

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Keas sind neuseeländische Bergpapageien, die vom Aussterben bedroht sind. Wer sie sieht, wir schnell bemerken, dass Sie unglaublich neugierig sind. Und sind sie berüchtigt dafür, Gummidichtungen aus Autotüren zu reißen, wenn sie sich langweilen.

Ankunft in Arthurs Pass

Arthurs Pass liegt mitten in den neuseeländischen Alpen auf einer Höhe von 737 Metern. Damit ist der kleine Ort (30 Einwohner) die höchst gelegene Siedlung Neuseelands.

Oben auf dem Pass ist es stürmisch, kalt und leicht bewölkt. Ohne Regen und schön warm eingepackt lässt sich das Wetter aber gut aushalten.

Per Kutsche über den Pass – wie gemütlich

Die Rezeption unseres Hostels in Arthurs Pass hat gerade für die Mittagspause geschlossen. Wir schauen uns so lange das Visitor Centre an.

Dort ist unter anderem eine Kutsche ausgestellt, die nach der Eröffnung der Pass-Straße im Jahr 1866 regelmäßig die 250 Kilometer lange Reise von Christchurch an die Goldfelder der Westküste machte.

Diese Kutsche war für 14 Gäste lizensiert, oft war sie auch mit 17 Gästen unterwegs. Wo die wohl alle gesessen / gehangen haben?

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Eine etwas modernere Art der Fortbewegung am Arthurs Pass war im 20. Jahrhundert offenbar diese:

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Keine Keas am Pass?

Im Arthurs Pass Visitor Centre erfahren wir, dass es momentan zu windig ist für Keas. Bei so einem Wetter ziehen sich die Papageien lieber an geschützte Orte zurück.

Ich fotografiere trotzdem auf Vorrat diese Information – man kann ja noch hoffen!

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Schöne Unterkunft am Arthurs Pass

Nach der Mittagspause bekommen wir den Schlüssel für unserer Haus, das zum YHA Arthurs Pass gehört.
Und so sieht es aus:

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Das Haus hat 3 Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, ein WC und eine separate Dusche. Hinter dem Haus befindet sich ein weiteres Gebäude mit einem Zimmer.

(Mehr zu unseren Unterkünften in Neuseeland erzähle ich später in einem anderen Artikel).

Wanderung – Devils Punchbowl Walking Track

Wir lassen unser Auto vor der Unterkunft stehen und schauen uns den Ort Arthurs Pass an, allerdings nicht von der Hauptstraße, sondern von der Parallelstraße, der School Terrace.

Hier entdecken wir auch ein "historisches" Klohäuschen:

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Ob das wohl noch in Benutzung ist?

Auf der Brücke über den Bach spüren wir die Macht des eiskalten Sturmwindes in dieser Gegend. Aber immerhin können wir unser Ziel von hier aus schon sehen: Den 131 Meter hohen Wasserfall am "Devils Punchbowl":

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Und nun ein Blick zurück von der Brücke zur Siedlung Arthurs Pass:

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Als wir in den Wald eintauchen, werden wir überrascht: Die Ausrichtung der Berge beschützt uns, sodass wir den Wind kaum spüren. Wir wandern eine Weile bergauf, und dabei wird uns richtig schön warm.

Der Wanderweg führt durch lichten Buchenwald, und bald erreichen wir den bildschönen Wasserfall. Wir bleiben lange auf der Aussichtsterrasse sitzen und genießen die Aussichten:

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Kaminfeuer mitten im Sommer

Am späten Nachmittag gehen wir zurück zu unserem Holzhäuschen, das offenbar keine Isolierung hat. Wie kalt ist hier wohl im Winter wird?

Die Temperaturen sinken merklich. Frieren wird es wohl nicht, aber die Temperaturen dürften in der kommenden Nacht nur knapp über den Gefrierpunkt liegen.

Außer Robert weiß keiner, wie man einen Kamin anzündet. Robert geht daher noch kurz hinaus in den Garten und hackt Holz für uns. Danach wird der Kamin angezündet, und es wird so richtig schön warm.

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Außer uns ist an diesem Abend noch ein Vater-Tochter-Gespann aus Deutschland mit dabei, das im Gartenhaus übernachtet, sowie eine allein reisende Britin.

Später trifft noch ein nettes Hochzeitspaar aus Taiwan ein, das direkt vom Flughafen Christchurch kommt und am folgenden Tag noch zum Gletscher nach Franz Josef fahren will.

Die beiden Taiwaner haben sich Tiefkühlpizzas fürs Abendessen gekauft. Sie erzählen, dass sie noch nie eine Pizza gebacken haben. Sie verbringen eine ganze Weile wie gebannt vor dem Backofen, da sie nicht genau wissen, wann die Pizza wohl gar sein könnte. Am Ende klappt es aber, und die Pizza scheint auch gut zu schmecken.

 


16. Februar

Arthurs Pass – Hanmer Springs

Der Tag beginnt für uns mit einem entspannten Frühstück vor dem Kamin, den Robert noch einmal zum Leben erweckt hat:

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Die anderen Gäste sind schon früh verschwunden, aber wir genießen die ruhige Zeit im gemütlichen Holzhaus.

Wanderung zu den Bridalveil Falls

Danach gehen wir den Arthurs Pass Walking Track durch einen lichten Bergbuchenwald, vorbei an mehreren Wasserfällen, zum Aussichtspunkt an den Bridalveil Falls.

Hier ein Selfie von mir an einem der kleineren Wasserfälle unterwegs, damit ihr wisst, wer diesen Reisebericht geschrieben hat:

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Und so schön sieht ein Wald voller Bergbuchen aus:
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Leider können wir keine weitere Nacht in Arthurs Pass bleiben, obwohl das sicher schön gewesen wäre. Am Pass gibt es eine ganze Reihe von Wanderwegen, für die wir auf dieser Reise keine Zeit haben, und auch die Keas haben wir leider nur auf Fotos gesehen.

Aber wir kommen wieder, das steht fest!

Fahrt über Arthurs Pass Richtung Christchurch

Wir halten uns nun in Richtung Christchurch, wo sich uns nach einer Weile folgende Aussichten bieten:

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Wenn man an gleicher Stelle noch einmal zurück in Richtung Arthurs Pass schaut, sieht es so aus:

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Etwas weiter sehen wir dieses Fahrradfahrer-Pärchen an einer Ampel:

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Cave Stream Scenic Reserve

Neuseeland ist die Wiege des Abenteuer-Sports – das merkt man auch in einer so idyllischen Gegend wie dieser:

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Dieser Fluss, der Cave Stream, fließt über eine Länge von etwa 500 Metern durch eine Höhle, die Abenteurer mit rutschfesten Schuhen und einer Taschenlampe (kostenlos) erkunden können.

Insgesamt gilt die Regel, dass man die Höhle nur durchqueren sollte, wenn das (im übrigen eiskalte) Wasser nicht höher als Hüfthoch steht.

Wer keine passende Ausrüstung dabei hat, der kann auch einfach zum Höhleneingang laufen und ein Blick in die Düsternis werfen.

So sieht übrigens die Landschaft am Highway nicht weit vom Cave Stream aus:

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Castle Hill / Kura Tawhiti Conservation Area

Es geht bereits auf den Nachmittag zu, als wir "Castle Hill" erreichen. Nach der kalten und windigen Morgenwanderung bei Arthurs Pass brennt die Sonne nun auf uns herunter, und wir können zum ersten Mal mit Shorts und T-Shirt losziehen.

Die Person unten auf dem Bild trägt noch eine Jacke, da wie so immer noch ein kräftiger Wind bläst. Aber an den haben wir uns schon gewöhnt.

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Die Briten erinnerten die Kalkstein-Felsen, die etwa 95 Kilometer westlich von Christchurch liegen, an ein Schloss – daher der Name "Castle Hill".

Auch für die Maori haben die sehenswerten Felsen des Castle Hill eine besondere Bedeutung.

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Mein erstes Schafsfoto

Castle Hill befindet sich in einer einsamen Gegend, in der vor allem Schafe leben. Um die Felsen zu erreichen, geht man automatisch an einer Schafswiese vorbei.

Da man nicht in Neuseeland gewesen sein kann, ohne Schafe fotografiert zu haben, hole ich das mal schnell nach:

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Als wir Castle Hill verlassen ist es fast 15 Uhr. Wir hatten bisher keine Gelegenheit, zu Mittag zu essen, und uns wird zudem erst jetzt so richtig bewusst, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, bis wir unser Tagesziel Hanmer Springs erreichen:

Über 200 Kilometer liegen noch vor uns – und zwar nicht über die Autobahn, sondern über gewundene Landstraßen.

Wir halten kurz an einem Supermarkt, um ein Picknick einzukaufen, und fahren dann an rollenden Hügeln, Grasland und unzähligen Schafen vorbei in Richtung Norden.

Thermalbad Hanmer Springs

Es ist schon fast 19 Uhr, als wir Hanmer Springs erreichen. Wir checken kurz ein in unser Hostel, und erkunden dann zu Fuß den Ort, dem man ansieht, dass er schon von Beginn an (also seit den 1880er Jahren) ein Kurort ist.

Das Heilbad Hanmer Springs ist sehr grün, mit vielen Garten-Restaurants, Biergärten, und Platz zum "Flanieren", wie man sieht:

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Wir überlegen, ob wir heute noch in den heißen Quellen baden sollen, die Quellen haben nämlich bis 21 Uhr aus. Wir verschieben das dann aber erstmal und suchen uns lieber ein gemütliches Restaurant für das Abendessen.

Wirbelsturm im Anmarsch

Ich hatte ja bereits davon berichtet, dass vor unserer Reise Wirbelsturm Fehi, der ursprünglich aus Vanuatu stammte, so einige Schäden an der Westküste Neuseelands verursacht hat.

Den Wetter- und Straßenbericht habe ich daher vorsichtshalber den ganzen Urlaub über im Blick gehalten. Und nun sieht es danach aus, als wenn wir während unseres Urlaubs einen weiteren Wirbelsturm erleben werden.

Zu diesem Zeitpunkt weiß allerdings noch kein Mensch, wo der Sturm seine Bahn ziehen wird. Wir können also nur abwarten, und hoffen, dass wir unsere Reise so beenden können, wie geplant.

 


17. Februar

Hanmer Springs – Kaikoura

Heute wollen wir die Thermalquellen von Hanmer Springs besuchen. Der Himmel ist stahlgrau, und es ist kalt. Es ist zwar nicht windig, aber von Badewetter ist nicht zu sprechen.

Aber das macht nichts – das Wasser ist ja warm. So stehen wir kurz vor 10 Uhr in der Schlange am Eingang und warten darauf, dass endlich geöffnet wird.

Der Eintritt kostet 24 NZ-Dollar, und 10 Dollar Aufpreis für die beiden Rutschen, die man im Hintergrund des nächsten Bildes sehen kann:

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Auch wenn es nicht den Anschein macht: Vor allem die blau-gelbe "Superbowl"-Rutsche ist die zehn Dollar extra unbedingt wert!

Wir entspannen uns in "unbehandeltem" Thermalbecken und in gechlorten Massagebädern, wir rutschen in der "Superbowl", schwimmen im Bahnen-Becken und lassen uns treiben im Wildwasserbecken.

Zwischendurch fängt es an zu regnen, aber wir sind ja schon nass!

Gegen Mittag essen wir bei einem eher weniger überzeugenden Thailändischen Imbiss und machen uns auf in Richtung Kaikoura.

Der Weg nach Kaikoura

Kaikoura war 2016 in den Medien, als ein Erdbeben der Stärke 7,8 am 14. November Touristen wie auch Einheimische von der Außenwelt abschnitt. Die Touristen mussten später mit dem Helicopter ausgeflogen werden.

Der Küstenhighway rund um Kaikoura war danach monatelang komplett gesperrt, und wurde später nur Richtung Christchurch geöffnet. Seit Mitte Dezember 2017 ist der Highway auf der Gesamtstrecke von Christchurch nach Blenheim befahrbar, wenn auch nicht bei Dunkelheit.

Dass die Strecke noch lange nicht fertig ist, zeigt dieses Foto, das wir an der Südseite von Kaikoura gemacht haben:

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Aber der Verkehr fließt, und wir erreichen Kaikoura am Nachmittag.

Es ist sommerlich warm und wir können die Shorts wieder aus dem Koffer holen.

Wir haben Zeit für einen Strandspaziergang, bei dem ich folgendes Damen-WC-Haus entdecke:

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Die Aussichten aufs Wasser sind auch nicht zu verachten:

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Und dann gibt es noch die Seehunde, die ebenfalls gerne die warme Nachmittagssonne genießen (Foto unten rechts):

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Das Schönste an einem warmen Sommertag in Kaikoura ist die Belohnung am Pier Hotel: Ein eiskaltes Bier für Robert und ein Cider (Apfelwein) für mich:

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Im Pier Hotel findet Robert wieder "Whitebait" auf der Speisekarte: kleine Fische (ähnlich wie Anchovis), die frittiert mit einem Salat serviert werden. Sehr lecker!

 


18. Februar

Kaikoura – Blenheim

Einfach schön, dieses Wetter – die Sonne scheint, es ist warm, und kein Wind! Was will man mehr?

Wir haben bereits eine Reihe von Bootsfahrten hinter uns, daher haben wir die Bootsfahrt zu den Delfinen / Walen, die man ab Kaikoura unternehmen kann, auf die nächste Neuseeland-Tour vertagt.

Kaikoura Peninsula Walkway

Statt dessen erkunden wir den Wanderweg über die Kaikoura-Halbinsel, der zum Teil auch über privates Land führt.

Über dem Wasser hängt noch Nebel, den der Wind in Richtung Land schiebt. Das Bild unten erinnert mich an einen Gruselfilm über eine Küstenstadt im Nebel, den ich irgendwann mal gesehen haben muss:

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Wir parken an der Straße nicht weit vom "Point Kean Viewpoint", und laufen über einen erhöhten Holzsteg zwischen Straße und Meer, danach erklimmen wir den steilen Pfad hinauf zum Leuchtturm, und wandern weiter die Küste entlang.

Etwa eine Stunde später verflüchtigt sich der Nebel, und die Aussichten werden immer besser:

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Wir müssen heute noch weiter bis nach Blenheim, und entscheiden uns daher, nicht den gesamten Peninsula Walk zu gehen.

Wir finden eine Treppe hinter zum Strand und gehen am Meer entlang wieder zurück zum Auto. Auch unten am Wasser sind die Aussichten ein Foto wert:

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Mittagessen mit Meerblick

Als wir zurück am Auto sind, ist bereits früher Nachmittag, und der Magen knurrt. Gut, dass wir wieder am Pier Hotel vorbeikommen! Das war das Restaurant mit Meerblick, an dem wir bereits am Vorabend gut verpflegt worden sind.

Wir lassen uns auf eine Picknickbank am Ufer nieder, und bestellen grüne Muscheln (eine neuseeländische Spezialität) und lokalen Fisch.

Auch wenn das Wetter vielleicht einmal nicht so warm sein sollte wie an diesem Tag, kann man im Gastraum wunderbar sitzen, wie das Foto beweist:

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Fahrt nach Blenheim, immer der Küste entlang

Gegen 15 Uhr sind wir wieder auf der Piste. Wir reisen weiter nach Norden über die nur tagsüber geöffnete Küstenstraße. Der Highway 1 ist eine einzige Baustelle, und wir fahren an hunderten von Seecontainern vorbei, die die Straße vor Bergrutschen schützen sollen.

Hier ein Blick auf die Straße:

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Später halten wir noch an einem ruhigen Strandabschnitt für eine Pause:

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Blenheim

Als wir das sonnige Blenheim erreichen, ist es bereits nach 17 Uhr. Die Sonne scheint noch, und auch die Temperaturen lassen uns den Sommer spüren – es sind sicher um die 25° Grad. Immerhin haben wir fast den nördlichsten Punkt der Südinsel erreicht.

In einem Park erklimmen wir einen Aussichtshügel und schauen uns Blenheim von oben an – die Blickrichtung ist hier von Süd nach Nord:

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Wohlstand in der Weinregion Blenheim

Nachdem wir bei unseren Airbnb-Gastgebern in Blenheim ‚hallo‘ gesagt haben, schauen wir uns noch den Ort an.

Blenheim muss früher ein langweiliges Landstädtchen gewesen sein, haben unsere Gastgeber erzählt. Jetzt liegt der Ort mitten in einer florierenden Weinbau-Region – der Marlborough Region.

Der Wohlstand hat sich auch positiv auf das Stadtbild ausgewirkt, wie man sieht:

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19. Februar

Blenheim – Mahau Sound

Wirbelsturm Gita rückt näher, und unsere Airbnb-Gastgeber machen sich nun auch Gedanken wegen des kommenden Sturms. Sie sagen, dass sie uns gerne noch länger aufnehmen würden, aber sie haben nur ein Zimmer, und das ist ausgebucht.

Die nächste Nacht sollte noch okay sein, denken wir. Erst am Tag danach wird viel Wind und viel Regen erwartet – und zwar genau dort, wo wir dann sein werden.

Ich frage mich, ob wir bereits eher von Christchurch aus zurück fliegen sollten. Auf der Webseite von Air New Zealand erfahre ich, dass kurzfristige Flüge nach Australien um die 700 NZ-Dollar pro Person kosten sollen. Da muss ich erstmal schlucken. Also bleiben wir, und stehen das durch.

Interessante Aussichten in Picton

Wir fahren wie geplant weiter zur nahe gelegenen Hafenstadt Picton, wo wir an einem Aussichtspunkt folgendes Fahrrad entdecken:

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Der Fahrer ist nicht zu sehen, aber ich bin sehr beeindruckt davon, wie viel Gepäck man auf einem Zweirad unterbringen kann!

Hier der Blick vom Aussichtspunkt hinunter auf den Fährhafen von Picton:

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Die Fähren von Bluebridge (vorne) und Interislander (hinten) bringen nur Passagiere und Fahrzeuge, sowie Waren in kleinerem Maßstab von Picton nach Wellington.

In der Nähe von Picton gibt es noch einen Hafen, von dem Holz verschifft wird, aber für einen größeren Containerhafen ist in dieser Gegend kein Platz.

Wie windig wird es wohl?

Für die Versicherung mache ich noch ein Foto von unserem (unversehrten) Auto. Ich hoffe, dass es beim erwarteten Zyklon keine Schäden davontragen wird, aber man kann ja nie wissen:

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Zum Glück haben wir eine Versicherung ohne Selbstbeteiligung, die auch Sturmschäden abdeckt.

 

Marlborough Sounds

Den Abend verbringen wir in einer Airbnb-Unterkunft in den Marlborough Sounds, nicht weit von Picton. Unsere Gastgeber besitzen eine eigene Segelyacht, die im Wasser direkt vor dem Haus geankert ist.

Die rote Segelyacht sieht man im Foto links:

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Kajak-Fahrt auf den Marlborough Sounds

Außerdem besitzen unsere Gastgeber zwei Ein-Personen Kajaks, mit denen wir die nähere Umgebung erkunden. Ein kalter Wind zieht bereits über den See, der erahnen lässt, was kommen wird.

Heute ist der erste Abend, den wir seit Beginn unserer Reise vor dem Fernseher verbringen. Zusammen mit unseren Gastgebern schauen wir uns den berechneten Verlauf von Wirbelsturm Gita an. Jetzt bin ich mir sicher, dass wir am folgenden Tag nicht in den Abel Tasman Park fahren können.

Wir kündigen unsere über Airbnb gebucht Unterkunft in der Nähe von Marahau und finden zum Glück noch kurzfristig ein Zimmer in einem B&B in Picton.

Dann gehen wir ins Bett, während Wirbelsturm Gita sich langsam und unaufhaltsam an uns heran schleicht.

 


20. Februar

Mahau Sound – Picton

Der Regen beginnt in den frühen Morgenstunden. Als die Sonne schließlich aufgeht, sind die Berge auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht in Wolken eingehüllt:

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Wir frühstücken noch mit unseren Gastgebern, und fahren im Regen zurück nach Picton, das mittlerweile so aussieht:

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Picton Aquarium statt Wandern im Abel Tasman NP

Wir hatten ursprünglich geplant, die letzten 3 Tage auf der Südinsel im Abel Tasman Park zu verbringen. Robert ist ein bisschen geknickt, dass dieses Highlight für uns ausfallen muss.

So sind wir schon vor 9:30 Uhr wieder in Picton, das wir eigentlich erst auf dem letzten Tag unserer Reise genauer erkunden wollten.

Wir gehen ins "EcoWorld Aquarium & Wildlife Rehabilitation Centre", das vor allem eine Zuflucht für kranke und verletzte Tiere ist. In einem großen Becken sehen wir einige beeindruckend große Fische, die teils noch Zeichen von Verletzungen durch Angler haben.

Wir erfahren etwas über die Lachszucht in Neuseeland, und dass in den geschützten Buchten der Umgebung von Picton optimale Bedingungen für die Zucht von "King Salmon" herrschen.

Besonders gefällt uns der Rundgang mit einem Pfleger, bei dem wir Tuataras streicheln dürfen – das ist eine uralte Echsenart. Und wir sehen einen kleinen Pinguin, der nach einem Unfall mit einem Außenbord-Motor hier zur Pflege ist, und der neugierig zwischen unseren Füßen herumtorkelt. Wenn sein Ohr (=Gleichgewichtsorgan) bald wieder geheilt ist, wird der kleine Pinguin wieder freigelassen.

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Verpflegung für den Sturm

Gegen Mittag kaufen wir noch kurz im Supermarkt ein, essen beim Inder. Wir dürfen heute schon etwas eher als sonst beim Picton Harbour View B&B einchecken.

Von Wind ist immer noch nichts zu spüren, aber es regnet pausenlos. Da hilft nur heißen Tee trinken, Urlaubsfotos sortieren und die Nachrichten im TV anschauen.

Hier der Blick aus dem Fenster des Wintergartens:

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Außer uns sind noch einige andere "Flüchtlinge" im B&B, darunter ein Mutter-Tochter Gespann, das ursprünglich aus Deutschland kommt, aber nun in New York lebt.

Die beiden sind aus Wellington angereist, und erzählen begeistert vom Te Papa Museum, Neuseelands National-Museum. Besonders die Ausstellung zum 1. Weltkrieg hat ihnen sehr gut gefallen. Ich bin kein Freund von Krieg und kann mir kaum vorstellen, dass das interessant sein soll.

Wir reden den ganzen Abend lang, bis unser Gastgeber uns gegen 22 Uhr vom Tisch "verscheucht", weil er diesen fürs Frühstück decken will. Es regnet weiter, und wir haben weiterhin keinen Wind.

 


21. Februar

Die große Fahrt: Picton – Nelson – Kaiteriteri – Marahau – Kaiteriteri – Nelson

Am folgenden Morgen sind wir erleichtert: Zyklon Gita hat nicht gestürmt, und wir können doch den Abel Tasman Nationalpark besuchen!

In der Verkehrs-Voraussage im Internet findet ein Hinweis, dass eine Straße in der Nähe unserer Unterkunft gesperrt ist, aber das scheint nicht so schlimm zu sein.

Robert ruft bei den Gastgebern an, aber keiner meldet sich. Auch in der Airbnb-App ist keine Nachricht. Wir gehen also davon aus, dass wir noch erwartet werden.

Wir machen uns also auf den Weg und kommen noch einmal am Aussichtspunkt in Picton vorbei. So schön zeigt sich die Stadt im Morgenlicht nach dem "Sturm":

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Cullen Point Scenic Reserve

Die Sonne scheint und es ist angenehm warm. Bestes Urlaubswetter also. Wir nehmen uns die Zeit und gehen zum Aussichtspunkt an der Cullen Point Scenic Reserve, die einige Kilometer vor dem Hafenstädtchen Havelock (486 Einwohner) liegt.

Von hier aus kann man Havelock und den Pelorus Sound gut von oben sehen. Aufgrund der starken Regenfälle am Vortag sieht das Wasser braun aus:

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Unsere Reise führt uns auch durch Havelock selbst, wo wir kurz am Hafen halten:

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Auf nach Nelson

Wir reisen in flotten Tempo weiter nach Nelson. Die Route ist anstrengend, da mehrere Bergpässe überwunden werden müssen, und damit verbunden gefühlte Tausende von Kurven.

In Nelson machen wir Mittagspause, und schauen uns ein wenig um:

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Der graue Turm oben gehört übrigens zu Kathedrale von Nelson.

Im Visitor Center von Nelson fragen nach, ob die Straße nach Kaiteriteri frei ist. "Ja, kein Problem" heißt es.

Am Nachmittag stehen wir schließlich an der Straßensperrung der Riwaka Sandy Bay Road. Das war auch vorher auf der Verkehrs-Webseite so angegeben.

Okay, wenn es über den Berg nicht geht, fahren wir also die längere Strecke außen herum nach Kaiteriteri, denken wir, dann weiter nach Marahau, und schließlich zu unserer Herberge.

Kaiteriteri ist ein wunderschöner Ort, und hat offenbar unter Zyklon Gita nicht gelitten, wie wir sehen. Das ist eine Erleichterung!

Wir fahren weiter die Straße entlang nach Marahau. Der Straßenzustand verschlechtert sich zusehends, wie hier zu sehen ist:

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Dann sind wir kurz vor Marahau, und stehen wieder an einer Straßensperre. Bis zur unserer Unterkunft sind es noch geschätzte 1000 Meter. Wir müssten "nur" hier links ab:

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Der Posten an der Sperre erzählt uns, dass sie nicht einmal die Einheimischen reinlassen.

"Wir rechnen immer noch mit Erdrutschen," sagt er.

Schweren Herzens drehen wir um. Es ist bereits nach 17 Uhr, und wir sind heimatlos. Also doch Schlafen im Auto?

Der Campingplatz in Kaiteriteri ist ausgebucht. Wir könnten im Auto schlafen, oder umkehren. Wenn heute Gefahr für Erdrutsche besteht, wird das morgen auch nicht anders sein, denken wir, und fahren zurück nach Nelson.

Der Abel Tasman Park muss auf dieser Reise für uns leider ausfallen 🙁

Insgesamt fahren wir heute an die 250 Kilometer. Das klingt zwar nicht so viel. Aber da wir so einige Passstraßen überquert haben, und den größten Teil des Tages im Auto verbracht haben, fühlt es sich an wie 500 Kilometer!

Dank Internet finden wir kurzfristig noch ein Zimmer in einem Hotel, was gar nicht so einfach war: die meisten Hotels sind schon lange ausgebucht. Morgen müssen wir dann noch schauen, wo wir die folgenden zwei Nächte bleiben werden.

 


22. Februar

Stadtrundgang in Nelson

Beim Frühstück überlegen wir, ob wir die Nacht noch einmal im selben Hotel in Nelson bleiben sollen.

Im Vergleich zum tollen B&B in Picton ist das Hotel eher unpersönlich und nicht übermäßig gemütlich, auch wenn die Zimmer tadellos sind.

Ich finde schließlich ein "Homestay" mitten im Grünen, etwa 25 Kilometer südlich von Nelson. Dort können wir erst am Nachmittag einchecken, sodass wir den Morgen Zeit für eine Stadtbesichtigung haben.

"The Center of New Zealand"

Die geographische Mitte Neuseelands befindet sich offenbar am Ortsrand von Nelson auf einem Aussichtshügel, lesen wir im Reiseführer. Wir parken an einer Wiese am Fuß des Hügels und gehen durch den Wald und den Hügel hinauf, von dem sich folgenden Aussichten bieten:

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Dieses Denkmal bzw. der im Boden eingelassene Vermessungspunkt markiert dann die Mitte Neuseelands:

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Die historische Rugby-Wiese in Nelson

Auf dem Rückweg zum Auto entdecken wir ein weiteres Denkmal: Auf der unten im Foto gezeigten Wiese fand am 14. Mai 1870 das erste Rugby-Spiel Neuseelands stand, damals vor ganzen 200 Zuschauern.

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Heute ist Rugby der Nationalsport Neuseelands. Die Nationalmannschaft "All Blacks" ist seit Ende 2017 die Nr. 1 unter den Rugby-Teams der Welt, und das Stadion in Auckland kann 50.000 Fans fassen.

Wir haben keine Eile, und entdecken in der näheren Umgebung der Rugby-Wiese einige interessante historische Gebäude, darunter das Sussex House B&B:

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Auch den Hafen von Nelson schauen wir uns an. Hier legen nicht nur Containerschiffe an, es gibt auch einen Yachthafen:

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Ebenfalls ein Tipp ist "The Anchor", ein am Wasser gelegenes Restaurant, an dem wir mit Aussichten auf schicke Segelyachten Kaffee trinken.

Später statten wir Nelsons Badestrand – Tahunanui Beach – einen Besuch ab. Der Himmel hat sich wieder zugezogen, und wir haben leider kein Badewetter:

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Am Nachmittag fahren wir zu unserer Airbnb-Unterkunft in Wakefield, wo wir auf der Terrasse die Vögel in den umliegenden Bäumen beobachten und dann abends mit unseren Gastgebern grillen.

 


23. Februar

Nelson – Lake Rotoiti (Nelson Lakes National Park) – Picton

Unser letzter Tag auf der Südinsel Neuseelands bricht an. Statt Abel Tasman National Park, den wir wegen Erdrutsch-Gefahr erstmal nicht besuchen, fahren wir nach Süden zum Nelson Lakes National Park.

Der Park schließt zwei Seen ein; wir besuchen Lake Rotoiti. An einem Bootssteg steht eine Gruppe chinesischer Touristen, die vermutlich ebenso wie wir gerade ein Alternativ-Programm unternehmen.

Die Enten und Schwäne lassen sich gerne von den Besuchern füttern, und unten im Wasser tummeln sich Aale, die das eine oder andere Stück Brot aufschnappen.

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Als das Brot verteilt ist, verziehen sich die Tiere, und die Schwäne kommen an Land, um sich zu sonnen:

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Brunner Peninsula Nature Walk

Wir unternehmen eine Wanderung über die Brunner-Halbinsel – und sind wieder in der "Kiwi-Zone":

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Kiwis sind vergleichbar mit flugunfähigen Hühnern. Sie sind sehr selten und schlafen tagsüber, daher bekommen wir unterwegs wieder keine Exemplare dieser seltenen Art zu sehen.

Unser Wanderweg führt direkt am Wasser entlang durch einen lichten Buchenwald:

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Dort treffen wir auch eine Gruppe Wanderer, die unterwegs nach "Mordor" sind, wie wir hören. Offenbar wurde in dieser Gegend für der "Herr der Ringe" gefilmt.

Später führt uns unsere Wanderung durch den Ort Rotoiti, wo wir die eine oder andere urige Behausung entdecken:

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Wir müssen am Abend in Picton sein, und fahren dazu die Inlandroute über Blenheim und das Marlborough Weingebiet, das so aussieht:

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Die Nordinsel sehen von Rarangi aus

Schließlich besuchen wir noch den Küstenort Rarangi mit seinem langen Strand, den Klippen und einer Höhle, durch der man das Meer von der anderen Seite donnern hören kann.

Vom erhöhten Aussichtspunkt aus kann man bei gutem Wetter sogar die Nordinsel sehen, erklärt uns ein Schild. Auch auf diesem Foto sieht man die Nordinsel, wenn auch nur schwach als dunklere Linie direkt über dem Wasser:

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Direkt an der Straße in Rarangi entdecken wir diesen selbst gebastelten Briefkasten:

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Spaziergang in Picton

Gegen Abend erreichen wir Picton. Das Wetter ist wunderschön, aber die Sonne ist schwach, und das Quecksilber fällt rapide. Ich nehme eine warme Jacke mit für den Spaziergang am Hafen:

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Wir schauen noch kurz am Interislander-Terminal vorbei, um zu sehen, wo wir am nächsten Tag hinmüssen – alles sehr klein und übersichtlich:

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24. Februar

Picton – Wellington

Unsere Fähre legt zwar erst um 9 Uhr ab, aber wir müssen bis 8:20 Uhr eingecheckt haben. Daher sind wir für unsere Maßstäbe schon ungewöhnlich früh auf den Beinen.

Wie mit der Mietwagenfirma telefonisch verabredet, lassen wir unseren kleinen Toyota, der uns mittlerweile ans Herz gewachsen ist, auf dem Parkplatz der Interislander-Fähre.

Wir checken unsere Koffer ein, und ich muss meinen Regenschirm abgeben, den ich sogar im Flugzeug mitnehmen dürfte.

"Könnte man als Waffe benutzen", erklärt die freundliche Mitarbeiterin. Ich frage mich, wie oft es wohl schon Schlägereien mit Regenschirmen an Bord gegeben hat?

Die Interislander-Fähre ist das höchste "Bauwerk" in Picton und bietet zum Abschied schöne Aussichten auf den kleinen Ort:

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Um 9 Uhr geht es los. Das Wasser ist spiegelglatt und wunderschön:

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Wir fahren durch die Marlborough Sounds, und es fühlt sich an wie eine Kreuzfahrt:

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Dann lassen wir die Südinsel Neuseelands schweren Herzens hinter uns…

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…und die Nordinsel taucht bald vor uns auf:

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Ankunft in Wellington

Was für ein Kontrast: Picton war im Grunde nur ein Dorf im Grünen, und die Großstadt Wellington ist die Hauptstadt Neuseelands!

Wir erreichen den Hafen von Wellington, bekommen Koffer und Regenschirm wieder, und steigen in den kostenlosen Bus zum Bahnhof. Unser Hotel liegt direkt gegenüber vom Bahnhof, kaum 5 Minuten Gehweg.

Mitten auf der Ampel fegt unerwartet eine kräftige Böe über die Straße, die uns fast umwirft. Das ist also der berüchtigte Wind, für den Wellington bekannt ist ("Windy Wellington").

Unser Zimmer ist noch nicht fertig, aber wir dürfen die Koffer dort absetzen und erkunden dann die Hafenpromenade von Wellington.

Hier entdecken wir Menschen, die sich von einer Leiter herunter in die eiskalten Fluten Neuseelands stürzen:

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Offenbar findet bald die "Welly Bomb Comp" statt, also die Prämierung der besten Bauchplatschers der Stadt. Es ist Samstag, ungefähr 15° Grad warm, und große wie auch kleine Schwimmer üben heute für den Wettkampf.

Te Papa Museum

Uns zieht es in das Neuseeländische Nationalmuseum, "The Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa".

Das Museum ist riesig, kostenlos und unglaublich interessant.

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Robert findet, dass man mit Hinsicht auf den kostenlosen Eintritt zum Ausgleich problemlos 20 NZ-Dollar für eine Führung bezahlen kann. Das finden die anderen Museumsgäste offenbar nicht, sodass wir Samir, unseren Reiseleiter, ganz für uns allein haben.

Samir ist wie ein wandelndes Lexikon. Er führt uns in einer Stunde durch die gesamte Ausstellung, und gibt uns immer wieder Tipps für Dinge, die wir uns unbedingt nachher noch ansehen sollten.

Gegen 16 Uhr entlässt er uns in die Maori-Ausstellung, die wir leider nicht fotografieren dürfen. Wir schauen uns typische polynesische Häuser an, sowie Modelle von polynesischen "Segel-Kanus". Darunter habe ich mir immer ganz einfache Kanus vorgestellt – und keine großen Segel-Katamarane.

Von der verglasten Dachterrasse des Museums bieten sich Aussichten auf die sanierten Hafenanlagen von Wellington:

Neuseeland

1. Weltkrieg im Te Papa

Später schauen wir uns doch die Ausstellung zum 1. Weltkrieg an, die uns die beiden Deutschen aus Picton ja sehr ans Herz gelegt hatten. Die Überlebensgroßen Figuren stammen alle aus den Weta Workshops, die bereits für viele bekannte Filme – darunter auch der "Herr der Ringe" – gearbeitet haben.

Die Figuren und Modelle sehen unglaublich lebensecht aus, und wir nehmen uns viel Zeit, uns alles genau anzuschauen.

Das geht ungefähr so lange, bis uns eine Museums-Mitarbeiterin darauf hinweist, dass das Museum bald schließt. Wir haben also schon mehr als drei Stunden hier verbracht. Da wäre ich gerne noch länger geblieben!

Die berühmte "Carmen" aus Wellington

Abends nehmen wir ein Taxi, um uns Livemusik im "Valhalla" anzuschauen. Unser Fahrer ist ein älterer Mann, der schon seit vielen Jahren in Wellington Taxi fährt.

Er erzählt uns, dass das Valhalla früher offenbar ein bekannter Strip-Club war, und der Transgender Maori-Frau "Carmen" gehört hat (eigentlich: Trevor Rupe).

Carmen war so bekannt in Neuseeland, dass nach ihrem Tod im Jahr 2011 neben dem besagten Club das grüne Ampelmännchen durch eine "Carmen in High Heels" ausgetauscht wurde (zu sehen Ecke Cuba Street und Vivian St.).

Und so brav sieht besagte Bar heute aus:

Neuseeland

Warum über der Bar "Ragnarock" und nicht Valhalla steht, weiß ich allerdings auch nicht.


25. Februar

Wellington – Cairns

Unser letzter Tag in Neuseeland. Ach, wäre es schön, wenn wir noch drei weitere Wochen Urlaub auf der Nordinsel anschließen könnten!

Wir haben nur noch ein paar Stunden und gehen noch einmal zur Hafenpromenade, um mit Blick aufs Wasser zu Frühstücken.

Danach laufen wir weiter in Richtung Te Papa Museum. Eigentlich wäre ich gerne noch einmal ins Museum gegangen, aber wir werden abgelenkt:

Neuseeland

Am Hafen liegen gleich mehrere polynesische Segelkatamarane (bzw. "Kanus"), die für das New Zealand Festival extra nach Wellington gesegelt sind.

Diese Boote segeln wie in früheren Zeiten zwischen den Inseln Polynesiens – also Hawaii im Norden, die Osterinseln im Osten und Neuseeland im Süden.

Die "Kanus" sind so traditionell wie möglich gebaut, allerdings kann man hinten auf der roten "Haunui" gut die in einen Holzrahmen eingebauten Solarzellen sehen, die u.a. einen versteckten Elektromotor antreiben, damit man gefahrlos in einen Hafen einfahren kann.

Neuseeland

Die Crews der vier "Kanus" sind alle an Bord, und freuen sich darüber, wenn Gäste kommen und Fragen stellen. So vergeht die Zeit wie im Flug, und wir müssen bald schon unsere Koffer holen und zum Flughafen fahren.

Auch heute rasen immer wieder Sturmböen durch die Straßen, und ich frage mich, wie wir überhaupt bei dem Wind in Wellington starten sollen.

Hier sind wir schon am Gate und warten auf unseren Flieger:

Neuseeland

Hier ein Blick auf unsere Wartehalle:

Neuseeland

Wir starten dann doch ohne Probleme, und sind ein paar Stunden später in Brisbane. Hier müssen wir auf unseren Anschluss nach Hause warten.

Die Wartehalle ist nicht so gemütlich wie in Wellington, allerdings gibt es immerhin einige Sofas zum Ausstrecken:

Neuseeland

Und an dieser Stelle geht dann unser Reisebericht nach Neuseeland zu Ende.

Ich hoffe, er hat euch gefallen und bedanke mich für eure Zeit!


Mein Fazit zu unserer stürmischen Neuseeland-Reise

Insgesamt, möchte ich noch kurz sagen, würde ich diese Reise jederzeit noch einmal wiederholen. Auch wenn ich wüsste, dass uns Zyklon Gita bevorsteht.

Die Neuseeländer waren alle so nett und hilfsbereit, und es war auch wenig problematisch, nur kurzfristig Notunterkünfte zu finden. Das lag nicht zuletzt auch daran, weil andere Reisende auch ihre Reisepläne kurzfristig ändern mussten.

Wirbelstürme waren bisher eine Seltenheit in Neuseeland, aber mit Hinsicht auf die weltweite Klimaveränderung sollte man davon ausgehen, dass auch in Zukunft in den Sommermonaten (Dezember bis März) noch der eine oder andere Sturm zu erwarten ist.

Dabei hilft es übrigens, den Wetterbericht (www.metservice.com) und die Straßenlage (http://www.journeys.nzta.govt.nz/traffic/) täglich im Blick zu behalten, damit man im Ernstfall rechtzeitig über Alternativen nachdenken kann.

Viele Grüße und alles Gute wünscht euch

Bianca

 


 

2 Kommentare

  1. Hallo Bianca
    Wir haben deinen Reisebericht mit viel Spannung verfolgt . Viele tolle Bilder und nette Kommentare. Wir waren vor 2 Jahren in Australien und haben da schon vieles vo deinen Beschreibungen und Informationen angenommen .Waren super Sachen dabei .Nach reiflichen überlegungen und deinen Bericht werden wir bestimmt Neuseeland auf die Mustsee Liste ganz oben ansiedeln .Also noch mal Toller Bericht .Deine beiden Fans aus Hamburg Biene und Bernd .

    • Hallo Biene und Bernd,
      danke für das Lob! Freut mich, dass euch der Bericht gefallen hat.
      Neuseeland war toll, und das wird sicher nicht unsere letzte Reise dorthin gewesen sein 🙂
      Liebe Grüße,
      Bianca

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