Reisebericht: Cairns – Savannah Way – Lawn Hill NP – Darwin (Seite 3)

Reisebericht Allrad-Tour auf dem Savannah Way Richtung Darwin, mit Boorooloola, Katherine Gorge und Edith Falls.

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Über den Savannah Way Richtung Darwin: Boorooloola, Katherine Gorge und Edith Falls

Tag 8 – 21. Juni 2008
Outback AustraliaGrenze Northern Territory – Boorooloola

Heute ist es soweit: Wir verlassen Queensland und fahren ins Northern Territory. Im Gegensatz zu unserem Grenzübergang im letzten Jahr sehen wir keine Einschlusslöcher auf dem Willkommens-Schild (Foto rechts, und rechts mitte).

 

Outback AustraliaBis Boorooloola sind es jetzt noch einmal 300 Kilometer Piste.

Am Tag zuvor hatten wir nur einige trockene Flussbetten durchfahren, und Robert war schon ein wenig enttäuscht darüber gewesen, dass ihm auf dieser Route die Flussdurchfahrten vorenthalten wurden.

Outback AustraliaHeute allerdings wird es schöner: Wir durchqueren mehrere Flussbetten, eines tiefer als das andere. Aber zum Glück ist keine Flussbett tiefer als unser Trittblech am Landcruiser. So müssen wir unser Recovery Gear (Bergungswerkzeug) nicht bereithalten, und können einige "spritzige" Durchfahrten genießen (Foto rechts ).

Shopping in Boorooloola

Das Fischerdorf Boorooloola erreichen wir am frühen Nachmittag. Unser erster Weg führt uns jetzt brav zur Tankstelle. Wir denken, es ist die einzige Tankstelle am Ort und tanken Diesel für gigantische $2.10 pro Liter. Als wir danach einkaufen gehen, sehen wir natürlich eine weitere Tankstelle, bei der der Diesel immerhin 5 Cent günstiger ist.

Wir kaufen ein, schlagen unser Lager auf dem örtlichen Campingplatz auf und genießen die Dusche und alle weiteren Annehmlichkeiten der "Zivilisation". Allerdings ist auch hier die Zivilisation nicht ganz günstig: Für eine Nacht Camping zahlt man $30 mit Strom, $25 ohne Strom. Nur in Darwin und am Ayers Rock ist Camping noch teurer als hier.

Sogar mein 850Mhz 3G-Handy geht jetzt wieder, Robert’s deutsches UMTS+GSM-Handy hingegen hat – wie üblich im Outback – keinen Empfang. Aber daran haben wir uns mittlerweile schon gewöhnt. 

(Anm. Mai 2011: Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die meisten europäischen Handys UMTS auf 900 Mhz empfangen. Für das Outback braucht man allerdings 3G mit 850 Mhz).

Tag 9 – 22. Juni 2008
Boorooloola – Daly Waters

Outback AustraliaEigentlich wollten wir von Boorooloola aus über die Allrad-Piste Richtung Limmen National Park, Roper Bar und Mataranka fahren.

Aber wir hören von Carol, die auf dem Campingplatz von Boorooloola arbeitet, dass es keinen Sinn hat, die Strecke zu fahren. Die Offroad Strecke wäre in einem denkbar schlechtem Zustand und alles andere als schön.

Ihrer Ansicht nach ist die Gegend, aus der wir am Tag zuvor gekommen sind, viel interessanter, weil es dort wenigstens noch schöne Flussdurchfahrten gibt!

Wanderung in der Lost City

Carol zeigt uns Fotos von der Lost City in der Caranbirini Conservation Reserve, und wir entscheiden uns, diesen Park als nächstes zu besuchen. Von Boorooloola fährt man gerade einmal eine Stunde. Den Caranbirini Park haben wir für uns allein; nur auf dem Parkplatz steht ein Camper, in dem gerade Mittagessen gekocht wird.

Wir unternehmen einen Rundgang durch die Lost City. Auf den Infotafeln erfahren wir, dass diese Felsen einstmals den Meeresboden gebildet haben. Daher kann man an manchen Felsen auch noch Muster erkennen, die an sandigen Meeresboden erinnern.

An anderen Stellen haben die Wurzeln von Würgefeigen aktiv an der Formung des Steins mitgewirkt (Foto rechts unten). Der Wanderweg führt mitten durch die Felsen hindurch, an einer Stelle ist der Pfad zwischen den Felswänden gerade mal einen Meter breit.

Outback AustraliaCape Crawford

Der nächste Ort auf der Straße nach Daly Waters ist das Heartbreak Hotel bei Cape Crawford. Eine Siedlung sehen wir allerdings nicht, und auch kein Hotel.

In der Tat handelt es sich um einen Campingplatz mit einem kleinen Restaurant. Es ist schon 16:00 Uhr, und bis Daly Waters haben wir noch 270 lange Kilometer Landstraße vor uns.

Wir überlegen ob wir hier übernachten sollen, aber Robert möchte weiter.

Wahrscheinlich freut er sich schon auf das Steak im Daly Waters Pub. Oder vielleicht doch eher auf die ausgehängte BH-Kollektion?

Es wird Dunkel über dem Outback…

Etwa eine Stunde vor Daly Waters bricht die Dämmerung ein. Normalerweise ist es jetzt Zeit, einen ruhigen Platz für die Nacht zu suchen. Da aber weit und breit nichts mehr zu sehen ist, und Daly Waters nicht mehr so weit entfernt, fahren wir doch weiter.

Bei Einbruch der Dunkelheit sollte man eigentlich wegen der stark erhöhten Unfallgefahr möglichst nicht mehr fahren, aber heute machen wir eine Ausnahme. Wir schalten unsere extrastarken Zusatzscheinwerfer ein, und passen besonders gut auf.

Nächtliche Känguru Safari

Die Fahrt wird zu einer echten Känguru-Safari: Je dunkler es wird, umso mehr geht Robert vom Gas, weil alle paar Minuten grüppchenweise Kängurus am Straßenrand auftauchen und immer wieder in aller Eile versuchen, noch vor kurz vor unserem Wagen die Straße zu kreuzen.

Einmal trennen uns nur noch Zentimeter von einem Känguru-Hintern. Aber alles geht gut. Wir kommen, ohne ein Känguru vorzeitig in den Himmel befördert zu haben, heil und mit knurrenden Mägen im Daly Waters Pub an.

Daly Waters Pub

Outback AustraliaDer Daly Waters Pub gilt als legendär und wird gleichermaßen von Australiern und Touristen gerne besucht. So auch heute, denn im Biergarten ist trotz der Lage "Mitten im Nirgendwo" immer etwas los.

Wir können uns gerade noch einen Platz sichern an einem Biertisch neben einer "Flip-Flop-Installation" (d.h. Badelatschen an einen Holz-Pfeiler genagelt).

Robert bestellt sich ein Beef Parmigiana (Steak mit sehr leckerer Panade) und ich Fish & Chips. Allerdings bereue ich nachher, dass ich nicht dasselbe wie Robert genommen habe, denn sein Gericht sieht viel leckerer aus als meins.

Tag 10 – 23. Juni 2008
Daly Waters – Katherine

Outback AustraliaNach einer Übernachtung auf dem mit Hinsicht auf die WC-Anlagen weniger überzeugenden, aber immerhin billigen Campingplatz von Daly Waters (nur $5 pro Nase!) geht es weiter nach Katherine.

Wir besuchen noch kurz den Friedhof von Elsey Station (bekannt aus dem historischen Roman "We of the Never Never"). Auf dem Foto rechts sieht man ein einfaches Grab, vor dem sich eine Termiten-Familie häuslich niedergelassen hat.

Katherine – die zweite Hauptstadt des Outbacks

Die heißen Quellen bei Mataranka heben wir uns für den Rückweg auf, und fahren direkt weiter nach Katherine, wo wir endlich einmal wieder in einem richtigen großen Supermarkt einkaufen gehen. Zuletzt haben wir einen Woolworths vor dem Urlaub in Cairns gesehen…

Abends essen wir im RSL Club von Katherine. Später erfahren wir, dass die Einheimischen nicht nur im RSL Club, sondern auch gerne im Golf Club in der Nähe der Stadt essen gehen. Ansonsten gibt es in Katherine auch nicht viele Möglichkeiten zum auswärts Essen gehen, wenn man einmal von den Restaurants absieht, die direkt an den örtlichen Hotels angeschlossen sind.

Outback AustraliaTag 11 – 24. Juni 2008
Katherine – Edith Falls (Nitmiluk NP)

Unsere erste Amtshandlung nach dem Frühstücken und Aufräumen sind die heißen Quellen, die sich in Katherine direkt hinter dem Riverside Caravan Park (auf der Straße Richtung Broome) befinden. Im Gegensatz zu den Quellen von Mataranka sind diese warmen Quellen kaum bekannt.

Ein Bad in den heißen Quellen

Außer uns sind noch ein paar Rentner da, und wir suchen uns eine ruhige Ecke. Besonders schön an den Quellen finden wir, dass sie sich in einem kleinen, mit Pandanus-Palmen bewachsenen Bach befinden.

Man kann sich hier entweder ganz bequem treiben lassen oder mit ein bisschen Muskelkraft gegen den Strom schwimmen (siehe Foto rechts).

Outback Australia

Edith Falls

Später fahren wir zu den Edith Falls im Nitmiluk National Park. Auf dem Foto rechts sieht man den Bach, der aus dem Edith Falls-Teich herausführt.

Den Bach findet man ganz am Anfang des Wasserfall-Wanderwegs – also ein schöner Foto-Spot auch für Faule…

Weiter nach Darwin / Kakadu NP

Wenn man von Edith Falls aus direkt nach Darwin fahren würde, wäre man in knapp vier Stunden bereits in der Hauptstadt des Northern Territory (etwa 300km Fahrt).

Bis zum Abzweig in den Kakadu National Park bei Pine Creek sind es hingegen nur knapp 70km oder etwa eine Stunde Fahrt.

Nach einem letzten Bad im Teich bei den Edith Falls im Nitmiluk National Park steuern wir nun den Kakadu National Park an. Mehr dazu erfahren Sie im nächsten Reisebericht.

 

Hier gehts weiter zum Reisebericht: 6 Tage Kakadu National Park

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