Umgehen mit Flugangst bei einem Langstreckenflug nach Australien

Qantas fliegt übers Great Barrier Reef
Qantas fliegt übers Great Barrier Reef

Die wichtigsten Tipps für Menschen mit Flugangst, die auf einen Urlaub in Australien nicht verzichten möchten.

Flugangst ist ein ernstes Thema, und ich habe selbst Jahrelang darunter gelitten. Mittlerweile lebe ich in Australien, und fliegen lässt sich bei den weiten Strecken auf dem roten Kontinent einfach nicht umgehen. Daher habe ich gelernt, damit umzugehen.

Bei schlimmen Fällen von Flugangst, in denen sich der oder die Betreffende grundsätzlich weigert, ein Flugzeug zu betreten, helfen natürlich keine Argumente. Falls ihr oder eure Mitreisenden allerdings "nur" unter einen vagen Flugangst leiden, die das Fliegen unangenehm, nicht aber unmöglich machen, können folgende Infos, Tipps und Tricks vielleicht ein bisschen helfen, die Bedenken zu lindern.

Harte Zahlen: Fliegen sicherer als Autofahren und Schwimmen

Der US-Amerikanische "National Safety Council" hat sich mit den Risiken verschiedener Aktivitäten beschäftigt, und dabei herausgefunden, dass Autofahren – wenigstens in den USA – erheblich gefährlicher als Fliegen ist.

Die Chance, bei einem Autounfall zu sterben, liegen bei 1 : 103, und das Risiko, beim Schwimmen zu ertrinken bei 1 : 1.117. Wer würde deswegen auf Autofahren oder auf Schwimmen verzichten?

Auch Tod durch Hundeattacken ist mit aufgeführt mit 1 : 115.111, während die Chance, bei einem Fliegen zu Tode zu kommen, bei 1 : 188.364 liegt.

Autofahren, Schwimmen gehen und Hunde sind also erheblich gefährlicher als ein Flug nach Australien.

 

Die sicherste Airline: "Qantas never crashed" (Rainman)

Wer den Film "Rainman" mit Tom Cruise und Dustin Hoffman gesehen hat, der weiß: "Qantas ist noch nie abgestürzt". Der Film war von 1988, und auch heute noch gilt Qantas als eine der sichersten Fluggesellschaften der Welt.

Wer sich also Gedanken macht über die Sicherheit der Flugzeuge, der sollte vielleicht über einen Flug nach Australien mit Qantas nachdenken. Das hat auch einen andern Vorteil – man kann direkt weitere Inlandsflüge etwa zum Ayers Rock oder von Sydney nach Cairns mitbuchen.

Insgesamt kann man allerdings sagen, dass Australien sehr hohe Sicherheitsstandards hat. Daher kann man unabhängig davon auch sehr gut mit anderen Fluglinien Australien anfliegen.

 

Sichere Plätze am Notausgang

Sehr beruhigend ist es, wenn man einen Platz an einem der "normalen" Ausgänge oder Notausgänge reserviert. Zum einen bekommt man hier das Gefühl, in einem Notfall (der, wie gesagt, sehr unwahrscheinlich ist), als erster aus dem Flieger raus zu sein. Zum anderen haben Notausgänge normalerweise mehr Sitzabstand, was auch sehr angenehm sein kann.

Diesen "Komfort" lassen sich manche Fluggesellschaften mit einen Aufpreis bezahlen. Daher solltet Ihr bereit sein, etwas mehr zu bezahlen, wenn Ihr an einem der Notausgänge sitzen möchtet.

 

Wer sich nach diesen Zahlen ins Flugzeug nach Australien traut – hier ein paar Tipps, wie man die langen Flüge gut übersteht:

Das kann man tun vor dem Flug:

Müdigkeit ist unser Freund: Wer müde ist, der hat keine Zeit, um über Flugangst nachzudenken. Außerdem vergeht die Zeit im Schlaf einfach schneller.

Daher lohnt es sich, nach einen Flug zu schauen, der erst möglich spät abends geht. Tagsüber kann man noch gut den Koffer packen, einen Ausflug mit den Kindern unternehmen, oder zum Sport gehen. Je müder man am Flughafen ankommt, umso besser.

Entsprechend empfiehlt es es sich, am Flugtag auf Kaffee oder andere anregende Mittel zu verzichten.

Für einen bequemen Flug lohnt es sich, gemütliche, bequeme Kleidung und warme Socken mitzunehmen, selbst wenn man damit vielleicht nicht so vorzeigbar aussieht. Dazu am besten ein paar Minuten vor dem Einsteigen ins Flugzeug im WC schnell noch in gemütliche Kleidung wechseln.

Ein Tipp sind auch eine Schlafmaske sowie Kopfhörer mit Rauschunterdrückung. Oder auch einfach nur Ohrenstopfen – denen geht wenigstens unterwegs nicht der Strom aus. Sehr bequem finde ich auch immer ein Kissen, das man um den Hals legen kann. Die gibt es auch als aufblasbare Varianten.

Für kleinere Kinder neben den üblichen Spielzeugen vielleicht noch etwas Gewohntes mit einpacken – vielleicht passt ja eine Kuscheldecke von Zuhause ins Handgepäck?


Foto: Flieger werden belohnt – hier etwa mit schönen Aussichten aufs Great Barrier Reef, wenn sich der Kapitän auf der Route von Cairns nach Brisbane entscheidet, über das Riff zu fliegen.


 

Das kann man tun während des Flugs:

Beruhigende Naturheilmittel wie etwa Baldrian können den Flug ebenfalls angenehmer machen. Falls vor dem Abflug keine Zeit mehr ist, um selbst zur Apotheke zu gehen, kann man Baldrian Beruhigsungstropfen z.B. bei der Europa Apotheek bestellen.

Als Alternative geht natürlich auch Wein – der kann auch schön müde machen, und wird bei manchen Fluggesellschaften kostenlos serviert.

Ein Flug nach Australien ist sehr lang, da kann man natürlich nicht die ganze Zeit schlafen, aber man kann sich ablenken: Ein Buch oder ein Tablett mit etwas zu Lesen oder ein paar Spielen sind da Standards.

Kartenspiele oder ein magnetisches Brettspiel können auch eine gute Idee sein. Abgesehen von traditionellen Kartenspielen haben wir auch schon Fluggäste beim Spielen von Fantasy-Kartenspielen ( "Star Realms", "Hero Realms") beobachtet.

Bei uns haben sich nicht zuletzt Unterwasser-Videos bewährt: Wenn man Tauchern und bunten Fischen zusieht kann das ungemein entspannen, und man wird von selbst müde.

In Australien angekommen war der Flug dann hoffentlich gar nicht so schlimm wie gedacht!


(Foto: Auf dem Flughafen in Brisbane)

 

Das kann man außerdem tun während des Rückflugs:

Auf dem Rückflug bietet es sich an, vielleicht auf dem Tablett oder dem Notebook schon einmal die Urlaubs-Fotos zu sortieren und den Reisebericht zu schreiben, soweit das bei euch so üblich ist. Nach dem Urlaub ist der Alltag so schnell wieder da, dass der Rückflug oft die letzte Gelegenheit ist, in Ruhe die Australienreise durchzuarbeiten.

 

Mein Fazit: Alles weniger Schlimm als es aussieht

Meine Flugangst hat sich mittlerweile gelegt, und zwar nicht nur, weil ich in den letzten Jahren viel geflogen bin, sondern auch, weil ich nur etwa 20 Kilometer vom Flughafen Cairns entfernt wohne.

Die Flugzeuge sind weit genug weg, dass sie nicht stören, aber immer noch so nah, dass ich sie gelegentlich im Landeanflug höre, oder bei einem Spaziergang am Strand sehen kann.

In all den Jahren, in denen ich in Cairns lebe (seit 2006) gab es trotz Tausenden von Flüge nie einen Unfall. Das hat mich unglaublich beruhigt.

Beruhigend finde ich zudem, dass sich im Flugzeug nicht nur Passagiere, sondern auch eine Crew aus erfahrenen Fliegern befindet. Dazu gehören nicht nur die Piloten und Kopiloten, sondern auch die Cabin Crew. Diese wissen genau, wie sich ein Flugzeug "anfühlt" und wie es "klingen" muss.

Solange sich diese Menschen um uns kümmern, fliege ich gerne – und zwar nicht nur mit Qantas.

 

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