Reisen mit kleinen Kindern nach Australien (Teil 9): Cairns und Umgebung

Daintree National Park - Cow Bay
Daintree National Park - Cow Bay

Von Cairns aus, wo wir vor der Stadt auf einem Campingplatz mit einigen Tobemöglichkeiten (kleiner Wasserpark inklusive) für Kinder weilen, wollen wir einen Ausflug nach Kuranda machen.

(Falls Sie die letzten Teile des Reiseberichts verpasst haben -> hier geht’s zur Übersicht).

Heute nach Kuranda – oder doch nicht?

Kuranda, ein Bergdorf, liegt idyllisch vom Regenwald umgeben. Man kommt auf drei Wegen hin: Entweder mit der Kuranda Scenic Railway-einer nostalgischem Eisenbahn oder mit dem Auto oder mit der Skyrail-einer Seilbahn.

Die meisten Touristen – so auch wir – fahren mit Zug und Gondel. Die Reihenfolge ist beliebig. An dem Morgen allerdings, an dem wir eigentlich nach Kuranda wollen, stellen wir auf dem Weg zum Bahnhof fest – oops der Zug fährt schon in zehn Minuten!

Das Navigationsgerät zeigt aber 18 Minuten bis zum Bahnhof an – blöd!

Da hätten wir gestern Abend mal das Kleingedruckte lesen sollen. Wie üblich obliegt mir die Planung und das habe ich glatt übersehen! Der Zug fährt nämlich auch nur zwei Mal. Morgens. Danach nicht mehr.

Na gut, dann ändern wir mal wieder unseren Plan – wir sind ja mittlerweile flexibel. Wir fahren zwar zum Bahnhof und kaufen die Tickets für morgen aber dann fahren wir nach Cairns.

Cairns Esplanade

In Cairns steuern wir erstmal „The Esplanade“ an und aufgrund des guten Wetters Muddy’s Playground. Wieder ein Hammerspielplatz für Kids aller Altersstufen. Plantschen kann man auch.

Cairns liegt zwar am Wasser hat aber keinen eigenen Strand – bei Ebbe sieht man vor allem schlammiges Watt. So richtig ein Stadtzentrum – wie wir es kennen – gibt es auch nicht und alles, was man sehen kann, hat man in einer halben Stunde erkundet. Hat uns jetzt nicht sooooo vom Hocker gehauen die Stadt.

Zu bieten hat sie ja trotzdem einiges – vor der Tür das Great Barrier Reef und nebenan direkt tropischen Regenwald und das Tableland.

Wir haben also noch zwei ToDo’s für die letzten Tage. Aber erstmal Kuranda, morgen dann.

Und dann müssen wir ja auch schon packen. Übermorgen – am 5.6. geben wir das Motorhome nach 33 Tagen wieder ab.

Fahrt nach Kuranda mit der historischen Eisenbahn

Erstmal aber geniessen wir – mittlerweile ist es „morgen“ – den Ausblick und den Fahrtwind auf dem Weg nach Kuranda. Die Bahn fährt etwa eineinhalb Stunden und schlängelt sich dabei durch etliche Tunnel den Berg hinauf. Zwischendurch gibt es grandiose Ausblicke über das Tableland hinunter bis zum Meer oder den Barron-Fall.

Foto: Auf dem Weg nach Kuranda in der Scenic Railway

Wir sind allerdings in der Trockenzeit und vom spektakulären Wasserfall, mit dem sich ansonsten unglaubliche Wassermassen die Schlucht hinunterstürzen, ist allenfalls ein kleines „Fällchen“ übrig geblieben. Man kann es aber ahnen.

In unserem Reiseführer steht, dass man in der Power Station etwas nachhilft und mehr Wasser ablässt, wenn die Bahn diese Station passiert. Verrückt!

Foto: Barron Falls – Kuranda

 

Unterwegs in Kuranda

Oben angekommen bummeln wir ein wenig durch ein paar Galerien, sehr empfehlenswert ist die Kuranda Arts Cooperative, in der man Kunst und Kunstgegenstände von lokalen Künstlern kaufen kann.

Dann gehts weiter durch die Heritage Markets und wir finden, dass alles schon sehr auf Touristen ausgelegt ist. Direkt unter Bäumen ganz am Ende der Therwine Street sind die Kuranda Original Rainforest Markets – die sind allerdings ganz nett.

Nach drei Stunden fahren wir mit der Gondelbahn wenige Meter über den Baumwipfeln des Regenwaldes zurück Richtung Cairns. Vorm Einsteigen merken wir „Gondelfahren-Geübten“ dass es hier nicht so klappt mit dem effektiven Einsteigen. Wer schon im Winterurlaub war, weiß ja, wie schnell man eigentlich an den Gondelstationen Ein- und Aussteigen kann.

Hier fahren viele Gondeln nur mit einer oder zwei Personen, was die Wartezeit beim Zustieg unnötig erheblich verlängert.

Foto: Aus der Seilbahn (Sykrail) von Kuranda nach Cairns – Blick bis zur Küste

Wenn man – wie wir – unten den Zubringerbus bekommen muss, der nur jede Stunde fährt, sollte man mit Fahrtzeit ca 45-60 Minuten einplanen, damit es nicht zu knapp wird. Schwups ist wieder ein Tag um.

Zurück in Cairns – Abschied vom Wohnmobil

Wir buchen auf dem Campingplatz noch eben eine Tour zur Great Barrier Reef und sind – auch schwups – mal eben 440 Euro los. Naja, wenn wir schon mal hier sind muss eine Tour dahin natürlich sein.

Morgen vormittag haben wir mit dem Campingplatz eine spätere Abreise als üblich vereinbart, denn wir müssen neben Sachen packen auch noch das Wohnmobil besenrein säubern.

Alle Schränke also ausräumen und während Micha mit den Kindern im Pool tobt, kümmere ich mich darum, dass alles, was mit muss, wieder in unseren Reisetaschen verstaut und alles was nicht mit soll entsorgt wird.

Man glaubt ja gar nicht wie viele Dinge sich so ansammeln in 5 Wochen. Spielzeug in Mengen, die keinesfalls mitnahmetauglich sind – vieles übrigens gefunden.

Die Lebensmittelreste kann man beim Kea Depot abgeben – andere Camper freuen sich vielleicht über 1kg Salz (Micha-der Horter!) und Olivenöl und, und, und.

Vom Wohnmobil in den Geländewagen

Als wir uns von unserem Zuhause auf Zeit trennen, stehen 3.840 km auf dem Kilometerstand.

Wir tauschen es gegen einen Mitsubishi Outlander, von dem Micha total begeistert ist. Wir haben ihn ziemlich günstig bei APEX „geschossen“: Wir sind voll versichert, haben 4WD, Navi und Kindersitze drin und das alles für 80 AUD/Tag.

Wir hatten drei ganze Abende damit verplempert, im Internet zu recherchieren bei teilweise schlechtem WLAN und lagen immer bei mindestens 130 Dollar pro Tag. Dann haben wir einfach auf dem Heimweg von Kuranda an einigen Mietstationen gehalten und direkt nachgefragt und beim dritten Anbieter Glück gehabt. Er liegt ganz nah am Flughafen und der Shuttle dorthin am Abreisetag dann ist auch noch inklusive.

Ach, und das ALLERWICHTIGSTE habe ich fast vergessen: alle(!) drei riesen Taschen UND der Buggie UND drei Rucksäcke passen in den Kofferraum! Micha behauptet steif und fest, zuhause in Deutschland passt das auch alles in unseren Zafira – ich wette dagegen. Vielleicht probieren wir es tatsächlich mal aus – ich hab ja gern recht ;-))

Ausspannen in Palm Cove

Wir haben in Palm Cove, das ca. 25km nördlich von Cairns liegt, über AirBnB ein Appartement gemietet, drei Zimmer, Küche, Bad und die kommen uns – als wir da ankommen – erstmal riesig vor.

Es ist aber schön, es gibt einen Pool und einen schönen Ausblick in einen tropischen Garten. Wir haben noch 4 Tage und die sind vollgepackt.

Foto: kurz hinter Palm Cove – Abstecher von der Küstenstrasse an den Strand


Foto: vom Rex Lookout


Foto: Das schöne Stück vom Captain Cook Highway die Strecke von Palm Cove bis nach Daintree – das Meer rauscht keine 10m neben uns

Ausflug nach Port Douglas

Am ersten Tag geht es nach Port Douglas. Ein sehr hübscher Ort mit einem tollen Strand-dem 4 Mile Beach. Als wir etwas bummeln und am Ende des Ortes auf einer großen Klippe an einem Spielplatz Halt machen, beobachten wir, wie für eine hier stattfindende Hochzeit alles aufgebaut wird. Ein ausgedienter alter Wohnwagen bildet die Bar.

Foto: Port Douglas – Höhe Rex Smeal Park – Vorbereitungen für einen großen Tag

Auf der Wiese liegen Picknickdecken und OutdoorSpiele. Überall stehen Vintagemöbel und bilden die Kulisse für das bevorstehende Fest. Und es stehen lange Tafeln direkt auf der Wiese – bereits mit Blumenschmuck und mit Tischordnung. Was für ein schöner Ort zu heiraten, so direkt über dem Meer. Leider, leider sind wir ja schon verheiratet 😉

Wir essen im sehr relaxten „Court House Hotel“ das gar kein Hotel ist, sondern der älteste Pub in Port Douglas, ausgezeichneten Burger zu Mittag und danach bummeln wir die kleine Einkaufsstraße entlang.


Foto: Na, oben gibt es immer die interessantesten Sachen – in Port Douglas

 

Ich kaufe in einem sehr süßen Laden, der auch genau so heißt nämlich „with sugar“ ein Geschenk für das baldige kleinste Geburtstagskind und dann endlich, geht es wie versprochen zum Strand.

Matteo und ich hüpfen ins Meer zu den Wellen, die trotz Riff doch noch ganz schön Kraft haben. Jedenfalls sind wir bis in die Haarspitzen nass, nachdem eine über uns geschwappt ist.

Schöne Aussichten auf dem Captain Cook Highway

Später, auf dem Rückweg nach Palm Cove, geniessen wir die schöne Aussicht aus dem wirklich sehr bequemen Auto, während wir uns den Captain Cook Highway direkt am Meer entlang schlängeln.

Die Sonne malt den Regenwald, der sich am Horizont hügelig bis zum Strand traut, orange an und neben uns sind immer wieder traumhaft schöne Buchten. Dauernd muss Micha anhalten, damit ich noch ein Foto machen kann. Und noch eins und noch ein allerletztes.

Foto: Abendstimmung Blick Richtung Daintree (Norden) Halt auf dem Captain Cook Highway


Foto: Blick Richtung Süden – Captain Cook Highway

 

Die letzten Tage in Cairns

An unseren letzten beiden Tagen klingelt der Wecker jeweils um sechs Uhr früh. Einmal, weil wir die Tour aufs Great Barrier Reef machen und um acht in Cairns am Pier sein müssen.

An unserem letzten Tag wollen wir möglichst viel vom Tag haben, denn wir fahren hoch zum Daintree National Park und zum Cape Tribulation. Dahin, wo der Regenwald bis ans Meer reicht oder bis zum Great Barrier Reef, wie es in zahlreichen Werbebroschüren heißt.

Ausflug nach Green Island

Dort wollen wir uns wie Tarzan durch die Bäume schwingen-gesichert natürlich. Aber erstmal geht es zu den Fischen. Die Tour, die wir gebucht haben führt zuerst auf eine Insel. Sie heisst Green Island, hat weissen Sand und azurblaues Wasser und man kann hier wunderbar schnorcheln.

Heute hat der Wind 18 Knoten erfahre ich, als ich das Ticket am Hafen einlöse, bevor wir aufs Boot dürfen. Ich nehme schnell ein paar Ingwertabletten aus der Schale. Natürlich gegen Übelkeit. Es ist nicht ganz klar ob ich sie schlucken muss oder kauen.

Nachdem wir losgefahren sind und die Wellen das Schiff anfangen zu schaukeln entscheide ich mich für mal so und mal so. Mann ist mir übel! Einige Leute an Bord übergeben sich. Na das hilft mir ja auch irgendwie gar nicht. Hinstellen, Punkt am Horizont fixieren und viel Luft fächeln. Ich bin total manövrierunfähig-Micha muss sich leider die gesamte Überfahrt um beide Kinder kümmern.

Allen Dreien gehts offenbar gut. Nach einer Stunde kommen wir an. Aaaah Land in Sicht! Gottseidank, die erste Etappe ist geschafft, wie ich die zweite Strecke schaffen soll überlege ich mir dann.

Erstmal wollen wir an den Strand, an dem uns allerdings kein Sonnenschein erwartet. Und der deswegen auch gar nicht so weiß wirkt wie auf dem Prospekt. Das Schnorchel-Equipment holen wir trotzdem und ich gehe auch direkt ins Wasser, das wenigstens nicht so kalt ist, wie es aussieht. Bunte Fische sind direkt vor der Brille.

Von den Korallen allerdings ist so gut wie gar nichts übrig. Jedenfalls nicht in Strandnähe. Für weiteres Rausschwimmen ist es viel zu windig und damit wellig. Wieder versuchen wir Matteo das mit dem Schnorcheln nahe zu bringen aber leider vergeblich.

Ich nehme mir vor zuhause in der Badewanne mal mit ihm zu üben. Vielleicht wird es dann beim nächsten Urlaub etwas.

Fahrt ans Great Barrier Reef

Nach zwei Stunden werden wir abgeholt und fahren wieder eine gute Stunde zum Outer Norman Reef auf eine ‚Pontoon` eine Art Plattform, von der wir alle Aktivitäten rund um das Riff starten können. Schnorcheln, Glasbodenboot fahren, Submarine fahren, tauchen, mit einem Helm unter Wasser laufen, mit einem Helm unter Wasser auf einer Art Moped fahren. Alles ist möglich. Die letzten drei Dinge kosten natürlich extra Geld.

Aber es ist schon toll, was es mittlerweile alles unter Wasser zu erleben gibt. James Bond lässt grüßen. Wir probieren erstmal das Submarine aus und hier lassen die Beatles grüßen – es ist sogar gelb 😉

Wir sehen bunte Korallen, Fische in allen Farben und Formen und alles ohne nass zu werden. Für Matteo ist es natürlich auch schön, dass er so teilhaben kann. Martí ist aber auch ganz fasziniert von dem tiefen Blau.

Foto: im Rausch der Tiefe


Foto: Outer Reef Pontoon, Norman Reef Reef – "we are living in a yellow submarine"


Foto: Sicher ist sicher – und mit ordentlich Ablenkung gehen auch diese drei Stunden für Martí schnell um


Wieder zurück auf der Plattform bekommt er erstmal eine Weste an. Und dann geht Mama schnorcheln. Auch mit Weste, denn der Seegang ist mir nix. Ich schaukel beim Fische beobachten wie ein Papierschiffchen hin und her, hin und her, hin und her.

Micha und die Kids gehen derweil ins „Observatorium“ und können mir dabei zuschauen, wie die Wellen mit mir PingPong spielen. Dann wechseln wir uns ab. Und Matteo versucht es doch auch nochmal mit Taucherbrille, Flossen und Schnorchel.

Ein Lifeguard, der hier aufpasst, dass alle auch wieder zurückkommen, füttert ein paar Fische und so kann Matteo direkt vor seinen Füssen – äh Flossen – nochmal auf Tuchfühlung gehen.

Micha und Matteo streicheln „Molly“ eine Reef-eigene Brasse

Molly, eine sehr große Brasse, lässt sich sogar streicheln. In Deutschland fast genau vier Wochen später erzählt er nochmal davon und fragt, warum der Fisch so glitschig war. Hm, könnte das was mit Aquadynamik zu tun haben?

Nach drei Stunden fahren wir zurück nach Cairns und dieses Mal geht es mit dem Seegang einigermaßen. Morgen an unserem vorletzten Tag wartet der Dschungel auf uns, wir müssen also nochmal früh raus.

Daintree National Park und Cape Tribulation

Der Daintree National Park und Cape Tribulation zählen definitiv zu einem Highlight Australiens. Der Regenwald küsst quasi das Great Barrier Reef – so nah reicht er hier an den Strand.

Um zum Cape zu kommen, muss man den Daintree River überqueren – und zwar mit einer kleinen Fähre. Dahinter führt die Straße dann 30km durch dichten Regenwald zwischen dem hohen Küstengebirge und den Stränden nach Cape Tribulation.

Wir halten am Alexandra Lookout und haben eine schöne Aussicht über den Wald bis zur Mündung des Flusses. Dann biegen wir später von der Strasse ab und fahren zum Strand – an dem wir wieder komplett alleine sind – ach nee halt ein schwules Pärchen aus Kanada hat uns ja fotografiert.

Foto: Alexandra Lookout, Daintree National Park

Als wir weiter zum Cape fahren läuft über die Strasse ein Cassoirie-Pärchen. Nicht zu fassen! Keine drei Meter entfernt von uns – und wir hatten schon geglaubt, die gibt es gar nicht und die Schilder, die alle 100m stehen sind nur Attrappe.

Foto: und dann sehen wir sie doch noch – am vorletzten Tag – ein Cassowarie Pärchen – every poo plant a tree.

Schon in Mission Beach hätten wir zu 100% welchen begegnen müssen – haben es aber nicht.

Cassowaries (Helmkasuare) sehen aus wie Urzeitvögel. Und das Lustige ist, da sie sich von Früchten und Samen ernähren, sind ihre Hinterlassenschaften quasi bereits mit Dünger ummantelte neue Bäumchen. „Every Poo plants an Tree“.

Foto: Daintree National Park – Cow Bay


Foto: Am Cape Tribulation

 

Jungle Surfen von Baum zu Baum

Am Cape Tribulation haben wir bei Jungle Surfing Canopy Tours einmal am Seil durch den Regenwald hangeln gebucht.

Für Micha, Matteo und mich. Da man in das Gebiet im dichten Wald nur reinkommt, wenn man selbst am Seil baumeln wird, müssen wir das Ganze zeitversetzt machen.

Der Martí darf noch nicht – deswegen pass ich erstmal auf beide Kids auf und Micha geht hangeln. Danach dann Matteo und ich.

Wir haben etwas Sorge, ob sich Matteo dann im Moment der Momente auch wirklich traut aber er macht das mit links. Es gibt 6 Plattformen, die alle in bis zu 20m Höhe direkt an einem Baumstamm befestigt sind. Ohne Nägel übrigens.

Von den Plattformen gehen Seile zum nächsten Baum und zur nächsten Plattform, und dazwischen zischt man dann durch die Luft am Seil dorthin. Hat einen riesen Spass gemacht!

Nebenbei erfährt man von der Crew ganz viele interessante Sachen über den Regenwald und seine Bewohner. Zum Beispiel das: Die Bäume hier sind die ältesten der Welt, weil wir uns im Ur-Regenwald befinden.

Die Tochter des Ur-Ur Regenwaldes ist das nämlich – direkt nach der Eiszeit entstanden. Die Bäume hier haben keine Jahresringe – denn Jahreszeiten gibt es ja nicht so richtig. Naja und ganz viele andere Sachen, die mir jetzt natürlich nicht mehr einfallen.

Es dämmert bereits, als wir wieder auf Micha und Martí treffen und wir fahren auch direkt heim. Zwei Stunden Fahrt liegen vor uns und dann noch Taschen packen.

Letzter Tag in Palm Cove

Am nächsten Morgen nach einem üppigen Frühstück vertreiben wir uns die Zeit noch ein paar Stunden bis zum Nachmittag in Palm Cove. Bummeln und Strand.

Wir fliegen erst nachmittags von Cairns nach Brisbane und dann weiter nach Dubai – aber erst nachdem wir uns nochmal eine Prise Sonne geholt und Sand zwischen den Zehen gesammelt haben.

Foto: Palm Cove – Abreisetag – nochmal schnell Sand in den Hosentaschen sammeln

Am Flughafen in Brisbane

Der Flughafen in Brisbane ist übrigens riesig – verglichen mit dem in Sydney. Und dann ist es soweit: Um 22:00 Uhr verlassen wir australischen Boden. Unser großes Abenteuer geht zu Ende.

6 Wochen Australien sind um – 4.400 km liegen hinter uns, und der Kopf ist voll mit vielen tollen Bildern und Erlebnissen.

Wahnsinn, wie schnell das ging.

Martí läuft jetzt allein – er hat hier in Australien das Laufen gelernt – wie viele Berliner Jungs können das schon sich behaupten ;-)?

Zusammenfassung?

Bitteschön: Auch wir sind angesteckt vom Aussiefieber, haben großen Gefallen am Wohnmobilurlaub gefunden, die Reisezeit war perfekt (keine Ferien im Aussieland, überall leer, angenehme Temperaturen, kaum Mücken)

Wir haben unglaublich viel gesehen und sind trotzdem entspannt unterwegs gewesen.

Reisen mit Kindern ist hier überhaupt kein Problem – wenn man sich auf sie einstellt und alles etwas langsamer angehen lässt. Der Weg ist das Ziel. Home is where you park it.

Flexibel sein kann man lernen – auch Peggy 😉

Immer ein paar Lufttage einplanen – you’ll never know.

Der lange Flug – okay, das IST anstrengend, aber MACHBAR UND es lohnt sich! Auch für drei Wochen!

Der Jetlag? Nach vier Tagen jeweils vorbei – beim Kleinsten, mit Stop-Over beim Rückflug, bei uns Erwachsenen direkt.

Es gibt Apps, die sind GOLD wert (WikiCamps).

Wegen meiner Phobie: Spinnen gab es zwar (insgesamt 4 größere Exemplare) aber alle in akzeptabler Entfernung.

Wir kommen wieder – bestimmt!

An der Wand hinter der Gepäckkontrolle am Flughafen in Brisbane steht in grossen gelben Leuchtlettern – „KEEP THE SUNSHINE“ Wir versuchen unser Bestes – versprochen!

Danke fürs Lesen und danke für die vielen netten Kommentare.

Alle Gute!

Peggy aus Berlin

8 Kommentare

  1. Hallo Familie „Peggy“ 🙂

    ich habe heute den Reisebericht gelesen. Und dazu möchte ich nur sagen: RESPEKT!!!!
    Das alles mit zwei Kindern zu bewältigen, ist wirklich beeindruckend.
    Ich selber plane als Geburtstagsüberraschungsreise für meine Frau in 2017 einen Tripp nach Australien! Ich weiß ja nicht, wie es Euch in der Vorbereitung ergangen ist, mich „erschlägt“ das Land schon jetzt mit seinen Reisemöglichkeiten *lach*. Wir reisen aber ohne Kinder, daher ist es vielleicht nicht ganz so anspruchsvoll in der Planung. Aber ganz ehrlich, ich habe nur einen festen Planungspunkt: Meine Frau möchte unbedingt mal einen Koala auf dem Arm halten und streicheln! Und ich möchte ihr diesen Wunsch erfüllen. Und natürlich möchten wir auch mal ins Wasser und am Strand liegen. Aber 4.400 Kilometer werden wir dafür nicht fahren.
    Tja, es ist zwar noch einiges an Zeit bis 2017, aber mich hat es jetzt schon irgendwie gepackt 😉 Ich habe heute auch eine Mail an Bianca gesendet, mit der Hilfe um Unterstützung. Mal sehen, was ich bekomme.

    Nochmal Danke für die tollen Berichte, damit habe ich schon einiges an Infos, die ich evtl. mit einbinden kann in meine Planungen. Wenn Ihr noch Tipps für zwei Down Under Nobodys(Airlines usw.) habt, schreibt einfach, würde mich freuen.

    Herzliche Grüße aus Niedersachsen,

    Volkhardt

  2. Hallo Ihr Weltenbummler,
    nach der Lektüre eures Berichtes war ich sehr angetan von dem, was ihr erlebt habt. Wir haben 2011 zwar die Westküste in 5 Wochen bereist, was ohne Kind schon ein unglaubliches Erlebnis war, doch die Ostküste muss auch noch sein. Im August erwarten wir unser Baby und wir planen auch eine längere Reise während der Elternzeit in 2017. Ob es eine Weltreise wird oder „nur“ Australien/Neuseeland werden wir sehen. Ich habe noch ein wenig Bedenken mit einem kleinen Kind solch eine lange Reise zu machen. Euer Bericht hat mir zumindest gezeigt, dass es möglich ist und man in der Tat auf das Kind eingehen muss. Vielen Dank für die tolle Erlebnisbeschreibung, die Hunger macht auf Nachahmung. Wäre es doch schon soweit …
    Herzliche Grüße aus dem Rheinland,
    Uli

  3. Liebe Peggy,

    mit Begeisterung habe ich Dein Blog gestern Nacht verschlungen. Toll geschrieben und wirklich sehr informativ. Wir planen genau dieselbe Tour, die ihr gemacht habt, in ein paar Wochen mit unserem Sohn (dann 9 Monate) – allerdings in umgekehrter Richtung. Wir starten in Cairns und enden in Sydney.

    Ihr habt ja wirklich jede Menge unternommen, vor allem auch Dinge, von denen ich eigentlich dachte, dass sie mit Baby nicht machbar sind (Wanderungen, Bootstouren, etc.). Kompliment! Dazu habe ich eine Frage: ward ihr immer mit dem Buggy unterwegs oder hattet ihr auch Ausflüge, bei denen man eine Kiepe (Kraxe) oder Manduca nehmen musste? Unser Söhnchen ist uns schon etwas sehr schwer zum längeren Rumtragen, weswegen ich sehr dankbar wäre, zu erfahren, wie ihr euren Kleinen so transportiert habt – und ob ihr die Wahl des Transportmittels, für das ihr euch jeweils entschieden hattet, an der ein oder anderen Stelle bereut habt 🙂

    Vielen lieben Dank für Deine Nachricht,
    Gela

    P.S. Da unser Sohn noch nicht ganz so alt ist und auch kein älteres Geschwisterchen hat, werden wir wohl nicht so viel Zeit auf Spielplätzen verbringen. Gibt es ein Ziel, das du noch auf dem Zettel hattest, das ihr aber nicht mehr geschafft habt?

    • Hallo Gela,

      danke für deine Nachricht! Peggy ist in diesem Blog leider nicht mehr aktiv, aber vielleicht kann ich dir ja helfen.

      Meine Familie war vor einiger Zeit mit der Kleinen da (damals genau 1 Jahr alt).

      Sie hasst jede Art von Tragerucksäcken o.ä., daher musste alles mit dem Kinderwagen gemacht werden. Das hat aber erstaunlich gut geklappt: Bei Fahrten über den Strand hat Mama geschoben, und Papa hat bei Bedarf vorne die Räder über eine Schlaufe ein wenig angehoben. Die Schlaufe war dabei lang genug, dass man dabei bequem laufen konnte.

      Kinderspielplätze waren übrigens schon interessant, auch für eine 1 Jährige – soweit eine Schaukel und eine Rutsche dabei war. Wasserspielplätze waren auch sehr beliebt 🙂

      Insgesamt fanden die beiden übrigens, dass 1 Jahr das Mindestalter ist, an dem sich eine Reise nach Australien empfiehlt, weil man mit den Kinder vorher kaum mehr machen kann, als sie herumzutragen. Mit 1 Jahr nehmen sie schon so einiges wahr, und haben mehr von der Reise.

      Viele Grüße,

      Bianca

  4. Liebe Peggy,
    Ich habe deinen tollen Reisebericht verschlungen, da wir am 19.11. Für 4,5 wo nach Australien fliegen. Wir machen exakt die selbe Route wie ihr nur in umgekehrter Richtung von Cairns nach Sydney. Und unsere beiden Töchter sind in sehr ähnlichen Alter wie eure Jungs. Die kleine wird am Abflugtag ein Jahr, die große ist 3,5. Wäre es möglich persönlich per email mit dir in Kontakt zu treten für einen Austausch?!

    Viele liebe Grüße

    Vicky

    • Hallo Victoria,
      danke für deine Nachricht! Ich habe deine Anfrage an Peggy weiter geleitet, weiss aber nicht, ob das Thema Australien für sie noch relevant ist.
      Liebe Grüße,
      Bianca

  5. Liebe Bianca! Liebe Peggy!
    Wir planen in 9 Tagen von Cairns nach Brisbane zu fahren mit unserem 3 Jahre alten Sohn. Wir würden beide gerne vorher in Cairns tauchen/ schnorcheln gehen und wollte wissen, wie der Ausflug aufs Great Barrier Reef war, Kleinkind tauglich? Bzw. habt Ihr Vorschläge bezüglich Anbieter?
    LG Danke! Helga

    • Hallo Helga,
      danke für deine Nachricht! Australier sind insgesamt sehr kinderfreundlich, daher kann bei bei Ausflügen ohne Übernachtung fast immer Kinder mitnehmen. Bei Kindern, die noch zu kleine zum Schwimmen / Schnorcheln sind, ist vielleicht ein Ausflug mit Glasbodenboot oder Semi-UBoot wie Seastar, Reef Magic oder Evolution eine gute Idee.
      Viele Grüße,
      Bianca

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