Reisebericht: Tour im Geländewagen von Cairns nach Cooktown (Seite 1 / 4)

Im Geländewagen fahren wir von Cairns in der ersten Etappe nach Cape Tribulation und durch den Regenwald zum urigen Lions Den Hotel in der Nähe von Cooktown.

Freitag, 27.08.10

Cairns Ende August – das heißt normalerweise Trockenzeit, strahlend blauer Himmel und pausenlos Sonne. In diesem August hat uns das Wetter aber einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht.

Es nieselte leicht, als wir nach einer Einkaufspause in Mossman mit Besuch beim nördlichsten Woolworth Queenslands gegen 12 Uhr die Fähre am Daintree River erreichten. Robert hatte morgens noch ein Meeting gehabt, daher waren wir erst ab Mittags unterwegs.

Mit der Daintree-Fähre zum Daintree NP

Sobald wir die andere Seite des Daintree erreicht hatten, fing das dichte Blätterdach des Daintree Nationalparks den Regen auf. So konnten wir mehr oder weniger trockenen Fußes, wenn auch im leichten Nebel den ersten Aussichtspunkt auf der Strecke – den Alexandra Lookout auf den Daintree River – besuchen.

Foto rechts: Regenwald im Nebel verursacht eine leicht unwirkliche Atmosphäre gibt – ein bisschen so, als wenn man den Regenwald nur "erträumen" würde.

Nach einem Blick ins Tal ging es dann weiter über die kleine Regenwald-Straße in Richtung Cape Tribulation.

Da wir relativ spät dran waren, war auf der Straße kaum etwas Verkehr, wie auf dem Foto rechts zu sehen ist.

 

 

Wanderweg im Daintree NP

Wir nahmen uns daraufhin einen der frei zugänglichen Board Walks des Daintree National Parks, den Jindalba Boardwalk.

Der Wanderweg ist auf Stelzen in bis zu vier Meter über dem Boden gebaut, und man kann von hier aus den Regenwald betrachten, ohne die Natur zu schädigen oder schlammige Füße zu bekommen.

Als wir den Strand und Aussichtspunkt von Cape Tribulation erreichten, regnete es wieder ein wenig. Da wir schon mehrmals am Kap waren, hoben wir uns den Aussichtspunkt für den nächsten Besuch auf.

Allrad-Piste Bloomfield Track

Direkt hinter Cape Tribulation hört die asphaltierte Straße auf. Hier beginnt die Allrad-Piste, auf die sich Robert schon lange gefreut hat – der Bloomfield Track (siehe Foto rechts).

Die Straße ist in sehr gutem Zustand (08/2010), also nicht schwierig zu befahren. Da es aber einige Flussdurchfahrten gibt, kann man sie mit einem einfachen Fahrzeug nicht befahren.

Die erste Flussdurchfahrt ist der Emmagen Creek, der sich ein paar Kilometer hinter Cape Tribulation befindet. Bis hier und nicht weiter fahren die meisten Tagestouren ab Cairns.

 

Trotz feuchten Wetters ist eine Fahrt durch den Regenwald immer wieder ein Genuss. Auf einer Piste wie dieser kommt man der Natur dabei besonders nah (siehe Foto rechts).

 

Cowie Beach: Sandstrand und Regenwald

Wir überquerten einen mit Regenwald bewachsenen Bergrücken und hielten am Mini-Parkplatz von Cowie Beach, der mehr eine kleine Schneise im Regenwald als ein richtiger Parkplatz war.

Cowie Beach ist ebenso wie der Strand von Cape Tribulation ein kilometerlanger, beeindruckender Sandstrand, eingerahmt von Regenwald und Kokospalmen.

Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: Außer uns war keiner hier!

Über uns segelten zwar noch einige düstere Wolken hinweg, aber als wir den Strand verließen, ließ sich auch die Sonne wieder sehen.

 

Auf dem Weg zurück zum Auto entdeckten wir noch einen Baum mit interessanten Früchten, den wir zuvor noch nie gesehen hatten.

Wer diese Pflanze kennt, kann sich gerne mal bei uns melden…

 

Ein Dutzend Flussdurchfahrten im Regenwald

Die Reise über den Bloomfield Track führte uns durch eine immer wieder wechselnde manchmal trockenere, manchmal von dunklem Regenwald geprägte Landschaft. Wir fuhren über braune Sand- und rote Lehm-Pisten und überquerten eine Reihe von trockenen und Wasserführenden Bächen.

Bis zum kleinen Ort Bloomfield zählen wir 12 Bach-Durchfahrten. Eine sehr schöne Durchfahrt durch den Woobadda Creek sieht man beispielsweise auf dem Foto rechts.

Einen Mess-Stab für die Tiefe der Durchfahrt gab es hier zwar nicht, aber der Bach ist auch nicht sehr tief.

Python hat Vorfahrt

Ein wenig später stellte sich eine Verkehrsbehinderung in Form einer Amethyst-Python ein.

Sie ist eine der größten Schlangen Australiens und kann bis zu 5,5 Meter lang werden. "Unsere" Schlange war aber noch nicht ausgewachsen, und etwa 2 Meter lang.

Da auch in Downunder rechts vor links gilt, mussten wir erst eine Weile warten. Robert wurde zwischendurch ungeduldig, und stieg aus, um die Python  aus der Nähe zu betrachten.

Das hatte die Schlange natürlich auch bemerkt und blieb erstmal verunsichert und stocksteif auf der Piste liegen und wollte sich auch nach einigen Minuten warten nicht mehr bewegen. Wir fuhren dann im weiten Bogen außen herum, und hofften, dass das nächste Auto erst dann kommen würde, nachdem die Schlange wieder im Regenwald verschwunden war.

Da uns bis Bloomfield kaum ein Fahrzeug entgegen kam, standen die Überlebenschancen für unsere Schlange hier ziemlich gut 🙂

Panorama am Bloomfield River

Kaum zehn Minuten später hatten wir den Aussichtspunkt über den Bloomfield River erreicht. Wir stiegen aus und genossen die Aussicht über den Regenwald und die Fluss-Schleife.

Unten am Fluss entdeckten wir eine Aboriginal Frau direkt am Ufer, ein kleines Boot ist in der Nähe. Die Frau wusch gerade etwas in einer Plastikkiste ab, wahrscheinlich hatte sie gerade geangelt. Ein sehr schöner Platz zum Angeln!

Wir folgten dem Bloomfield Track, es ging nun wieder den Berg hinunter und über eine Furt – die Bloomfield Crossing – auf die andere Seite des Flusses. Wie auf dem Foto zu sehen, handelt es sich hier nicht nur um ein Bächlein, darum hatten wir vorher darauf geachtet, bei Ebbe über den Fluss zu fahren.

Allerdings hätten wir uns überhaupt keine Gedanken machen zu brauchen – die breite Beton-Furt, die über den Fluss führt, war staubtrocken, und der Wasserstand bestimmt einen Meter unterhalb der Furt. Allerdings kann ich mich vorstellen, dass die Überfahrt während der Regenzeit nicht ganz trivial ist.

Wujal Wujal

Die Aboriginal-Siedlung Wujal Wujal liegt direkt hinter der Furt, ein sauberer, typisch Australischer kleiner Ort mit einigen spielenden Kindern vor den Häusern (wir haben schon nach 16 Uhr, da ist die Schule bereits zu ende). In Touristischer Hinsicht gibt es allerdings nichts, das zum Anhalten einlädt, daher fahren wir weiter.

Einsamer Strand an der Weary Bay

Robert hatte sich eigentlich vorgenommen, heute noch nach Cooktown zu fahren, daher wollte er in Wujal Wujal nicht lange halten.

Aber wir hielten etwas später noch an einem weiteren schönen Strand an der Weary Bay, der von der Straße aus nicht ausgeschildert ist.

Einzig unser Garmin GPS mit den "Tracks 4 Australia" Karten wusste, dass der kleine, unbefestigte Abzweig schnurgerade zum Strand ging.

Mit ein bisschen Sonne kann man sich hier schon einen Traumstrand vorstellen.

Und wieder einmal waren wir die einzigen Besucher am Strand.

Historisches Lions Den Hotel in Helenvale

Als wir das Lions Den Hotel erreichten war es schon fast 18 Uhr. Die Sonne stand schon tief am Himmel und beschenkte uns noch mit einigen abendlichen Sonnenstrahlen – wie auf dem Foto rechts zu sehen.

Das Lions Den ist nach eigenen Angaben die ältestes Kneipe Queenslands – eröffnet im Jahre 1875. Zu dieser Zeit waren noch nicht Touristen wir wir, sondern die Goldsucher auf dem Weg vom oder zu den Goldfeldern am reichen Palmer River Stammkundschaft der Kneipe.

Ähnlich wie der urige Daily River Pub im Northern Territory ist auch das Lions Den ein Museum für sich, mit einem Wandgemälde sowie unzähligen Erinnungsstücken von durchreisenden Abenteurern. Hier ein eiskaltes VB oder XXXX an der Theke zu bestellen ist einfach ein Muss 😉

Pizza Supreme

Da sich nach einem kühlen Drink so langsam das Bedürfnis nach Abendessen einstellt, bestellten wir eine Supreme Pizza für 20 Dollar (alle Pizzen kosten hier 20 Dollar).

Nach fast fünf Jahren in Australien ahnten wir schon, dass in einer Kneipe, die vor allem von Einheimischen besucht wird, die Mahlzeiten etwas reichhaltiger sein würden als gemeinhin gewohnt.

Und wir hatten recht: Die Pizza war so dick mit Schinken und Käse belegt, dass man auch drei hungrige Männer damit hätte satt machen können. Denn auch zu zweit war diese Pizza kaum zu bezwingen…

Nachdem sich die Wolken später teilweise verzogen hatten, konnten wir noch einen Blick auf den nächtlichen Sternenhimmel bevor es dann so langsam ins Bett ging.

Weiter mit dem Reisebericht geht es hier…

 

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