Weltreisende zu Besuch in Cairns

Nach 14 Jahren Urlaub rund um den Globus erreichen die Weltreisenden Gunilla und Wilfried Gosslau Cairns am Great Barrier Reef.

Das mit maximal 3,2 Metern beeindruckend hohe "Action Mobil" der beiden Weltreisenden zieht die Blicke auf sich wie ein Magnet – nicht auch zuletzt wegen der langen Liste der bereisten Länder.

Wilfried Gosslau (im Foto links) wird es dabei nie langweilig, die vielen Finessen des speziell umgebauten MAN Lastwagens zu erklären.

Das etwa 12 Tonnen schwere Allrad-Fahrzeug – genannt "Gunwil Truck" – wurde nämlich in Österreich speziell nach den Vorstellungen der beiden Reisenden gebaut, und es tut nach über 10 Jahren und vielen hundert tausend Kilometern auf den Pisten Amerikas, Afrikas und Australiens immer noch seinen Dienst.

Die Welt sehen, bevor es dunkel wird

Warum die beiden reisen? Wilfried hat schon seit Jahren Probleme mit den Augen, und die Ärzte haben ihm vorausgesagt, dass er blind werden wird. Ein Datum konnte man ihm aber nicht nennen. Daher hat das Ehepaar alles aufgegeben in Deutschland, und aus dem Wohnmobil ein neues Zuhause gemacht.

Am 1. Januar 1997 ging es los, und seitdem sind die beiden ständig unterwegs, um zu sehen, solange man noch sehen kann.

Die Aufgaben an Bord sind dabei fest verteilt: Gunilla Gosslau ist zuständig für Navigation, Finanzen und Haushalt, ihr Mann Wilfried hingegen kümmert sich ums Fahren, Reparaturen am Wohnmobil und ums Kochen (Foto: Wilfried in "seiner" Küche).

Touristische West-Küste, positiv überrascht von Cairns

In Australien sind die beiden Weltreisenden seit Mitte März 2011. Von Fremantle bei Perth ging es die West-Küste entlang in drei Monaten nach Darwin, danach über den Kakadu National Park und den Savannah Way nach Cairns.

Von der kaum besiedelten West-Küste Australiens hatten sie sich mehr erwartet, da man nur wenig Einheimische, dafür aber umso mehr Touristen antrifft, berichten sie. Das war für sie ein wenig enttäuschend, weil sie bei ihren bisherigen Reisen vor allem den Kontakt zu den Einheimischen geschätzt haben.

In Cairns wiederum waren sie überrascht, dass die Stadt viel weniger touristisch war als in so manchem Reiseführer beschrieben. Vor allem die sehr lange Strandpromenade hat ihnen gut gefallen, und dass auch Anfang September keine "Touristenmassen" zu sehen waren.

Reisen kann überall schön sein

Als wir fragen, welches Land den beiden bisher am besten gefallen hat, sagt Gunilla: "Es kann überall schön sein, wenn man die richtige Einstellung hat". Allerdings geben die beiden zu, dass sie, wenn sie einmal genug von der Welt gesehen haben, die Sommer in Gunillas Geburtsland Schweden und die Winter in Südafrika verbringen möchten.

Tipps für Kontakt mit fremden Kulturen

Auf die Frage, was man macht, wenn man ohne große Sprachenkenntnisse ein fremdes Land bereisen möchte, weiß Gunilla ebenfalls Rat. "Man lernt einfach ein paar Sätze in der Landessprache, und schon sieht man freundliche Gesichter", sagt sie.

Dies hat vor allem im Iran sehr gut geklappt, hören wir. "Da haben die Leute immer so gelacht, wenn wir etwas gesagt haben! Als wir dann bei Freunden nachgefragt haben, ob wir etwas falsch machen, sagten sie: ‘Nein, das ist schon alles richtig so – aber der Akzent klingt so lustig.’ "

Glückliche Reisende

Die beiden sind übrigens Jahrgang ’45 und ’41, und damit auch ein guter Beweis dafür, dass man nie zu alt zum Reisen ist. Gunilla findet sogar, dass ihre weißen Haare in vielen Situationen die Einheimischen freundlicher gestimmt haben.

"Das Glück ist mit den Dummen", erklärt Wilfried das Motto der beiden.

Er sagt, dass sie auf der ganzen Welt gut aufgenommen wurden, und bisher unterwegs immer Glück hatten. Er lenkt allerdings ein, dass Polizei, Zoll und vor allem Militär-Polizei in manchen Ländern etwas problematisch sein können. Aber auch diese Situationen haben die beiden gut überstanden. Leichtsinnig sind die beiden aber nicht – "wir fahren auch nie in Kriegs- oder Krisengebiete", sagen sie.

Weiter nach Asien

Von Cairns aus geht es für die beiden weiter die Ostküste entlang in Richtung Sydney, und dann später durchs "Rote Zentrum" nach Darwin, wo es auf die Fähre geht zum nächsten Reiseziel – Asien.

Linktipp:

Mehr Infos zum Fahrzeug sowie Fotos der bisherigen Reise-Etappen finden sich auf: http://www.gunwiltruck.com

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1 Kommentar

  1. Ich habe das Wohnmobil auf MAN-Chassis mit der Bezeichnung Gunwiltruck und dem Kennzeichen CUX-CX111 am 19. oder 20.7.2016 vor der Fähre am Baikalsee zur Insel Olchon gesichtet.
    Ich habe eine Frage, ob von einem anderen Wohnmobil Kenntnis erlangt worden ist, und zwar Mutter und Sohn als Reisende, Fahrzeug Typ Mercedes, dunkle Farbe. Ggf. könnte auch eine Emailadresse notiert worden sein, weil erfahrungsgemäße Kontakte stattfinden.
    Ich bitte unter der Ruf-Nr. 0911 381481 zu erreichen.
    Danke für Ihre Bemühungen
    mit Gruß
    Gerhard Bücherl, Tel.00 49 911 381481

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