Reisebericht: Alice Springs – Tennant Creek – Mount Isa – Cairns

Devils Marbles
Devils Marbles

Zu den Devils Marbles sind es ab Alice Springs etwa 400km. Unterwegs besuchen wir den "Riesen" von Aileron (Statue auf einem Berg) und zwei Aboriginal-Galerien.

Tag 1 – 18. September 2007

Die Bilder und Didgeridoos in der Red Sand Art Galerie in Ti Tree, etwa 190km nördlich von Alice Springs, haben uns dabei besonders gefallen.

Wir beeilen uns, um noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang bei den Devils Marbles anzukommen.

Wir wollen die berühmten Granitkugeln fotografieren, die ungefähr auf halber Strecke zwischen Darwin und Alice Springs liegen. Eine ziemlich einsame Gegend also. Außer den Felsblöcken gibt es im Umkreis von einigen Kilometern einzig die Natur. Keine Kneipe, keine Tankstelle, kein Hotel.

Da es ein wolkig ist, sind die Farben leider nicht so kräftig wie erhofft, aber wir und die anderen Touris im Park machen trotzdem Fotos.

Devils MarblesDingo-Besuch in der Nacht

Direkt zwischen den "Murmeln" gibt es einen einfachen Campingplatz, andem wir Abends bei Kerzenlicht und Lagerfeuer unseren Reiseträumen nachhängen.

Robert hängt unsere Reste vom Grill nach dem Essen an den Zaun, weil er im Dunkeln auf dem riesigen Gelände keinen Mülleimer findet.

Als "Belohnung" dafür müssen wir uns nachts anhören, wie Dingos die Tüte zerfetzen und die Essensreste in der Gegend verteilen.

Tag 2 – 19. September 2007

Devils Marbles – Tennant Creek Barkly Highway

Tennant Creek Von Devils Marbles führt man etwa eine Stunde bis Tennant Creek. Die Stadt hat 3100 Einwohner ist damit die größte Stadt im Umkreis von 500km (!). Hier gibt es drei oder vier Tankstellen, einige Cafés und einen tollen Supermarkt, in dem es sogar deutsches Pumpernickel gibt.

Wir besuchen das Aboriginal Kulturzentrum (Foto). Das nebenan gelegene Café serviert italienischen Kaffee und bald auch Burger mit Gewürzen aus dem Bush. Wir wollten auch schon welche ordern, wurden aber vertröstet: "Kommt in zwei Wochen wieder, dann haben wir auch einen Koch."

Bis zum nächsten Ort namens Three Ways fahren wir 24km. Wir biegen wir auf den Barkly Highway ab, die einzige asphaltierte Straße zwischen Queensland und dem Northern Territory. Wer etwa von Cairns aus in einem "konventionellen" 2WD-Mietwagen Richtung Darwin oder Alice Springs fahren möchte, der muss diese Route nehmen.

Als Robert im Supermarkt in Tennant Creek erzählte, dass wir nach Mt Isa wollten, meinte die Verkäufern mitleidig: "Wenn du die Straße lang fährst, fühlst du dich wie auf einem LSD-Trip." Nach ein paar Kilometern wissen wir auch warum: Die Straße geht über 400km schnurgeradeaus durch flache Landschaft.

Plenty Highway – einfach schöner

Die einzige Rettung sind unsere Hörspiel-CDs, die wir bisher nie gebraucht hatten. Rückblickend fanden wir den nur mit Allrad-Fahrzeugen befahrbaren Plenty Highway, der durch den Süden des Territory führt, viel fotogener. Der war zwar wegen der vielen Bodenwellen sehr anstrengend zu fahren, aber dafür gab es immer etwas Schönes zu sehen.

Wir übernachten heute an einem Rastplatz in der Nähe des Highways. Kein WC, kein Trinkwasser, aber immerhin ein Grill ("Barby"). Den braucht der Australier abends so dringend wie das eiskalte Dosenbier. Beim Holz sammeln in der Dämmerung wird Robert von einem Dingo mit einigen Metern Sicherheitsabstand beschattet. Zum Glück lässt der Dingo uns nachts in Ruhe – wir haben unseren Müll auch gut verpackt.

Tag 3 – 20. September 2007

Auf dem Barkly Highway nach Mount Isa, QLD

Mount IsaIrgendwann nach dem Frühstück überqueren wir mit einem Seufzer der Erleichterung die Grenze zu unserem Heimatstaat Queensland.

Die Wahrheit über Mount Isa

Wir befahren über die angeblich "längste Hauptstraße der Welt" von Camoweal nach Mount Isa. Unser Praxistest bewies allerdings, dass man in Mount Isa  ein wenig gemogelt hat: Camoweal ist einfach nur ein Ort, der 188km von Mt Isa entfernt liegt, und zum Landkreis von Mount Isa gehört. Dazwischen liegen viele lange Kilometer Hügellandschfat und Spinifex-Gras.

Mt Isa selbst hat übrigens nur ca. 25.000 Einwohner und ist damit die größte Stadt in Queenslands Outback. Gegründet wurde sie 1923, nachdem man Kupfer, Silber, Zink und Blei in der Umgebung fand. Die ersten Siedler wohnten noch in Zelten, aber heute bevorzugen die Einwohner klimatisierte Holzhäuser mit Pool, und abends ein Bier in einem der "Clubs" (mehr dazu weiter unten).

Tag 4 – 21. September 2007

Mount Isa

Mount IsaMorgens unternehmen wie eine Minen-Tour in Mount Isa. Wir haben mit nicht einmal 10 Leuten einen 50-Personen-Bus für uns allein. Der Fahrer kennt sich gut auf dem gigantischen Minengelände aus, aber aussteigen dürfen wir leider nicht.

Im Moment wird in Mount Isa zum großen Teil noch unterirdisch abgebaut, aber das soll sich bald ändern. Dann wird die Mine in Mount Isa zum "größten Loch der Welt".

Gefühlvolle Trucker-Girls

Unser Fahrer erzählt, das viele von den riesigen Trucks (hier sind schon die Reifen größer als ein Mensch) von Schulabgängerinnen gefahren werden, weil sie sich ein paar Dollar fürs Studium dazu verdienen wollen. Und sie werden gern eingestellt, weil sie besser mit den teuren Fahrzeugen umgehen als die Männer…

Wasserski in Queenslands Outback

Nach der Tour und einem eiligen Mittagessen an unserm Camp zieht es heute doch wieder ans Wasser, an den Lake Moondara, der nur ca. 15km außerhalb von Mount Isa liegt. Der Stausee sorgt dafür, dass die Bevölkerung von Mount Isa immer genug zu trinken hat. Und am Wochenende kann man hier prima die Angel auswerfen und die Kinder auf ihren Wasserski über den See ziehen. Wir genießen die Ausblicke und schauen den Wasserski-Fahrern zu, die vergnügt ihre sinnlosen Runden über den See drehen.

Tag 5- 22. September 2007

Mount Isa – Burke & Wills Roadhouse

Burke & Wills Roadhouse Unser heutiges Tagesziel hieß eigentlich Karumba, aber wir schaffen es nur bis Cloncurry und noch einige Kilometer nördlich des Burke & Wills Roadhouse.

Das Burke & Wills Roadhouse (Foto links und roter Marker unten in der Karte) ist der einzige Stopp zwischen Normanton und Mt Isa – dazwischen liegen einige hundert Kilometer Outback.

Hier gibt es keine Häuser, keine Läden, keine Tankstellen. Da unser Landcruiser einen Doppeltank hat, müssen wir uns über Diesel-Nachschub zum Glück keine Sorgen machen.

Wir campen im Bushcamp in der Nähe der Straße und genießen den Sonnenuntergang.

Der schwache Verkehr versiegt schließlich, und nur die Grillen singen ihr endloses Lied.

Tag 6 – 23. September 2007

Burke & Wills Roadhouse – Karumba

KarumbaKurz nach dem Frühstück fahren wir an einer Termiten-Stadt vorbei – tausenden von kleinen Türmen, die sich bis zum Horizont über die Spinifex-Wiesen verteilen.

Der Bäcker von Normanton

Wir erreichen den Savannah Way, der von Cairns über Karumba Richung Broome führt. In Normanton machen wir Halt beim Bäcker. Ich freue mich schon auf einen Imbiss, aber der Bäcker hat wieder nur drei Sorten Toastbrot und löslichen Kaffee im Programm. Jetzt habe ich doch keinen Appetit mehr.

Die Stadt Normanton ist wieder einmal die größte Stadt von hier bis Mount Isa, und hat nur 1500 Einwohner. Beim Durchfahren erscheint sie mir als ziemlich langweilig. Aber wir sind so auf den Ozean fixiert, den wir schon seit Wochen nicht gesehen haben, dass wir sonst nichts regisitrieren

Karumba – Die Stadt mit Meerblick

Karumba (sprich "Karamba" – links oben auf der Karte ) liegt am Golf von Carpinteria; der kleine Küstenort ist bei Fischern sehr beliebt. Er ist einer der wenigen Punkte an der Ostküste Australiens, an der man die Sonne im Meer untergehen sieht.

Wir fahren von Normanton über 65km brettflaches Marschland nach Karumba. Rechts und links der Straße sehen wir ganze Scharen von Brolgas. Das sind graue, elegante, Kranichähnliche Vögel, die ich schon immer mochte (wenigstens seit wir in Australien sind, vorher kannte ich sie ja nicht).

Abends genieüen wir den Sonnenuntergang in der Taverne direkt am Strand von Karumba, bei gebratenem Fisch und Fladenbrot mit Olivenpaste.

Tag 7 – 24. September 2007

Savannah Way: Karumba bis Georgetown

NormantonAuf dem Rückweg kommen wir erfrischt und abenteuerlustig noch einmal nach Normanton, und schon sieht alles besser aus: Wir besuchen die historischen Bahnhof und das Riesenkrokodil und machen einige Fotos der in allen Farbkasten-Farben angemalten Häuser.

Das bewusste Krokodil auf dem Foto ist übrigens eine Replika
eines 1957 gefangenen, 8, 63 Meter langen Krokodils. Es war das größte, das jemals gefangen wurde. Selbstverständlich war der Jäger eine Frau – Krystina Pawlowski.

Auf dem Savannah Way Richtung Cairns

Danach halten wir uns wieder Richtung Cairns. Entlang der Strecke liegen eine ganze Reihe liebevoll restaurierter historischer Ortschaften, die fast zu Geisterstädten verfallen wären, aber heute wieder von freiheitsliebenden Australiern bewohnt werden.

Croydon hat beispielsweise ein komplett restauriertes historisches Stadtzentrum aus der Jahrhundertwende, inklusive funktionstüchtigem Gericht.

Georgetown erreichen wir gegen Abend. Jetzt sind es nur noch 400km bis Cairns. Fast zuhause.

Tag 8 – 25. September 2007

Georgetown bis Cairns

Millstream Falls National Park Unsere letzte Etappe führt uns über die grünen Atherton Tablelands nach Cairns.

Wir machen noch Halt im Millstream Falls National Park bei Ravenshoe. Die Millstream Wasserfälle sind die breitesten Fälle Australiens, die in einer Kaskade von den Klippen stürzen. Obwohl es von Cairns nicht sehr weit ist (ca. 2 Stunden) sind wir bisher nie dazu gekommen, uns die Wasserfälle anzusehen.

Aber heute genießen wir die wiederentdeckte Regenwald-Atmosphäre und freuen uns über so viel saftige, grüne Vegetation. Nach vier Wochen Wüste ist uns wieder bewusst, wie außergewöhnlich der tropische Regenwald ist!

Nach knapp über zwei Stunden Fahrt durch die Atherton Tablelands erreichen wir Cairns dann am späten Abend.

(Visited 5 times, 1 visits today)

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*