Reisebericht: 6 Tage im Kakadu National Park

In unserem Toyota Geländewagen reisen wir durch den Kakadu National Park und sehen die Gunlom Falls, Yellow Waters und beeindruckende Aboriginal Felsmalereien.

Tag 1 – 25. Juni 2008

Reisebericht: Edith Falls – Gunlom Falls (Kakadu NP)

Wir wissen nicht so genau, was uns erwartet, außer, dass der Kakadu einer der größten und schönsten Nationalparks Australiens sein soll.

Kurz nach dem Parkschild des Kakadu National Parks empfängt uns erst einmal eine dicke Rauchwolke, und wir sehen gleich am Straßenrand ein Buschfeuer. Ganz typisch für die frühe Trockenzeit brennt es sehr langsam, sodass man sogar als Fußgänger bequem vor dem Feuer weglaufen könnte.

Robert stellt sich sogar mit der Videokamera fast direkt ins Feuer, und mir ist gar nicht so gut, wenn ich ihn so nahe am sich ausbreitenden Feuer stehen sehe. Allerdings kann ich auch nicht widerstehen, und mache vom Auto aus einige Fotos, wie zum Beispiel dieses hier auf der linken Seite.

Wir lassen das kleine Bush-Feuer hinter uns und erreichen bald die Gunlom Piste. Robert lässt wieder Luft aus den Reifen ab. Prinzipiell ist es nicht notwendig, da die Piste ziemlich glatt ist. Aber es fährt sich erheblich komfortabler (weicher), und auch die Gefahr einer Reifenpanne ist mit weicheren Reifen nicht so groß.

Am späten Nachmittag erreichen wir den Campingplatz von Gunlom. Ein Hotel gibt es hier nicht, und heißes Wasser nur, solange der Vorat reicht, .d.h. so lange die Sonnenkollektoren nachheizen können. Der Platz ist sehr ruhig und wird von Ryan, einem sehr netten Aboriginal-Parkranger, betreut. Ryan und seine Familie sind die Traditional Owner aus dieser Gegend und kümmern sich um alle Belange des Nationalparks, insbesondere um den Erhalt der Natur.

Ryan scheint das Leben bei den Gunlom Fällen sehr zu genießen. Seine Neffen und Nichten haben gerade Winterferien und sind zu Besuch. Als Ryan abends für uns eine Diashow präsentiert, liegen die drei Kinder auf einer Decke neben ihm und sind schon um 8 Uhr eingeschlafen.

Tag 2 – 26. Juni 2008

Gunlom Falls – Cooinda (Kakadu NP)

Park-Ranger Ryan hatte uns schon vorgewarnt, dass die Wasserfälle von Gunlom in diesem Jahr erstaunlich wenig Wasser führen. Wir freuen uns aber trotzdem über die steilen Felswände und den grünen Teich. Einige Fotos später steigen wir wieder in unseren rot-eingestaubten Landcruiser und fahren die Piste wieder zurück bis zur Hauptstraße des Kakadu Nationalparks.

Wir steuern langsam unser Tagesziel Cooinda beim Yellow Water Billabong an, und halten zwischendurch noch für eine Weile beim Bukbukluk-Aussichtspunkt, von dem man einen guten Blick über die Klippen (Escarpment) von Kakadu hat.

In Cooinda besichtigen wir das Aboriginal Kulturzentrum, das uns besonders gefällt, weil dort so viele originelle und nicht immer ganz ernst gemeinte Sprüche der Einheimischen zu lesen sind, à la "früher haben wir Warane immer über dem Feuer gebraten. Heute geht auch Backofen. Aber über dem Feuer schmeckts besser".

Rechtzeitig zum Sonnenuntergang sind wir am Boardwalk (Wanderweg auf Stelzen) vom Yellow Waters Billabong. Ganz am Ende des Boardwalks liegt ein Krokodil ganz still im Wasser und lässt sich geduldig von uns und einem weiteren Fotografen ablichten. Als wir im Dämmerlicht zurück nach Cooinda laufen, kreuzt vor uns ein riesiges Wildschwein die Straße, und wir sind ganz froh, dass es sich für uns nicht interessiert.

Heute Abend steht wieder eine Diashow auf dem Programm, die geleitet wird von Russell, einem Aboriginal-Park-Ranger, der um die 40-50 Jahre alt ist. Heute geht es um Weltkulturerbe, als das der Kakadu Park ja auch gelistet ist.

Ich bin schon früh im Bett, aber Robert geht noch mit einigen Aboriginal-Parkrangern in die Bar des Cooinda-Resorts und kommt dabei in den Genuss des Einheimischen-Rabatts – $2 statt $6 für ein Bier. Robert verstand sich blendend mit den Aboriginals und kommt erst Stunden später wieder zurück. Die Aboriginals erzählten, dass sich viele Weiße nur selten mit ihnen richtig ernsthaft unterhalten und ihnen kaum zuhören würden. Und auch mit weißen Arbeitskollegen sei es nicht immer einfach, zusammen zu arbeiten.

Da wir schon seit fast 3 Jahren in Australien wohnen, haben Robert und ich schon einigen Kontakt mit Aboriginals gehabt. Allerdings hatten wir den Eindruck, dass die Leute, die im Kakadu Park arbeiten, besonders nett waren. Wahrscheinlich auch deshalb, weil ihnen ihre Arbeit wirklich Spaß macht und sie dafür sorgen wollen, dass für alle der schöne Kakadu Park noch lange erhalten bleibt.

Tag 3 – 27. Juni 2008

Cooinda – Nourlangie – Malabanjbanjdju (Kakadu NP)

Auch wenn es schwer fiel, haben wir uns heute schon kurz nach 7 Uhr aus dem Bett gequält und sind ohne Frühstück direkt zum Bootssteg des Yellow Waters Billabong gefahren, um die ersten Sonnenstrahlen einzufangen. Auch heute hatten wir wieder die Gelegenheit, ganze drei Krokodile direkt vom Boardwalk aus zu sehen.

Auf die Aboriginal-Malereien im Kakadu National Park haben Robert und ich uns schon lange gefreut. In der Region um Cairns herum gibt es zwar auch einige Malereien – wenn man weiß, wo man sie findet, und bereit ist 3-4 Stunden zu fahren – aber der Kakadu National Park gilt ja als eine der besten Stätten für beeindruckende Felszeichnungen.

Heute besuchten wir also den Nourlangie Rock (siehe Foto rechts, das wir beim Anbangbang Billabong gemacht haben). Der Nourlangie heißt eigentlich ganz anders: Der obere Bereich des Felsens heißt Burrunggui und der untere Bereich mit den Felszeichnungen Anbangbang Gallery.

Die Rock Art-Malereien befinden sich an den Seiten des Felsens und sind durch einen Weg und einigen Treppen miteinander verbunden.Praktisch ist, dass man immer am Felsen entlang laufen kann und so auch an einem heißen Tag den Schatten genießen kann.

 

Die Felsmalereien erzählen interessante Geschichten, aber auch von Gesetzen und schlimmen Strafen, die früher üblich waren: Wir sehen Felszeichnungen von Namarrgon, dem Bringer der Blitze, und von Namarndjolg, der die Gesetze seines Stammes gebrochen hatte, weil er sich in eine Frau verliebt hatte, die er nicht hätte lieben dürfen.

Heute übernachten wir im Bushcamp Malabanjbanjdju, das sich als wahres Paradies herausstellte. Allerdings nicht für uns, sondern für die Mücken. Erst am nächsten Tag sehe ich auf einer Karte im Bowali Visitor Center, dass sich das Bush Camp in einer Flussaue befindet, in der Mücken natürlich prächtigst gedeihen.

Tag 4- 28. Juni 2008

Malabanjbanjdju – Bowali – Ubirr – Jabiru (Kakadu NP)

Heute sind wir wieder früh auf und stehen schon gegen 9 Uhr auf der Matte des Bowali Visitor Centres (Foto: Abzweig des Parkstraße mit Hinweisschild). Die Ausstellungen über die Naturkunde des Parkes sind sehr interessant und wir staunen über die großzügige Bauweise des Gebäudes mit dem halbrunden Dach und der großen offenen Veranda.

Heute schlagen wir unser Lager bei der Kakadu Lodge in Jabiru auf, und fahren weiter nach Ubirr. Hier sind die Felsmalereien auf verschiedenen natürliche Galerien verteilt, und man kann gemütlich von einer zur nächsten spazieren.

Der Ubirr-Aussichtspunkt ist heute im wahrsten Sinne des Wortes ein echter Höhepunkt! Man kann mit ein wenig Mühe selbst hinaufklettern und kommt an mehreren Felsmalereien vorbei.

Vom Ubirr-Aussichtspunkt kann man Kilometerweit auf die Felsen von Arnhem Land und die Flussauen (Floodplains) des Kakadu Nationalparks schauen (Foto rechts).

Jetzt im Juli sieht man zudem die Rauchwolken der von Menschenhand gelegten Bush-Feuer, die dafür sorgen, dass die Sonnenuntergänge an Winterabenden wie diesem ein interessantes Farbenspiel bieten.

Tag 5 – 29. Juni 2008

Jabiru (Kakadu NP)

Heute ist unser vorletzter Tag im Kakadu National Park. Wir genießen den Tag im Pool der Kakadu Lodge in Jabiru, bevor wir am Nachmittag zum Flughafen von Jabiru fahren.

Zusammen mit drei anderen neugierigen Reisenden steigen wir bald mit einer kleinen Maschine in die Luft und fliegen eine einständige Runde über Arnhem Land und den East Alligator River (siehe Foto). Der Himmel ist leider ein wenig bedeckt, daher bleibt uns das sonst immer so schöne Licht bei Sonnenuntergang vorenthalten, aber der Flug ist trotzdem ein Erlebnis.

Besonders gut hat mir gefallen, dass das Flugzeug fast nur solche Gegenden überflogen hat, in die man mit dem Auto nicht fahren kann. Wir haben kaum eine Straße gesehen (und wenn, war höchstens ein einziges Auto zu sehen). Die meisten Felsen waren so unzugänglich, dass man es auch zu Fuß schwer gehabt hätte, die Gegend zu erreichen. Am East Alligator River sehen wir einige Krokodile, die faul ihre Runden durch das Wasser ziehen.

Nach einer viel zu kurzen Stunde hatte der Pilot Feierabend, aber ich wäre gerne gleich nochmal geflogen…

Tag 6 – 30. Juni 2008

Jabiru – Mamukala Wetlands – Darwin

Nach fünf Tagen im Kakadu National Park müssen wir heute aber doch weiter, immerhin stehen noch einige wichtige Sehenswürdigkeiten auf der Liste, wie etwa der Litchfield National Park, Katherine Gorge und natürlich Darwin.

Wir besuchen noch die Mamukala Wetlands. Ich leihe mir Roberts Teleobjektiv und fotografiere weiße Egrets und kleine Enten (siehe links) auf dem mehrere hundert Meter langen Seerosen-Teich. Krokodile gibt es bestimmt auch. Aber auf dem Teich wächst einfach so viel, dass ein paar kleine grüngraue Nasenlöcher gar nicht mehr auffallen.

Wir halten noch kurz beim Window on the Wetlands Visitor Center, finden allerdings den Ausblick im Vergleich zu den Mamukala Wetlands nicht so interessant. Das "Window on the Wetlands" ist zu weit weg von den Wasserflächen, die es überschaut. Aber die Architektur und die Lage auf dem Hügel ist schon einen Besuch wert.

Wir übernachten im Bush Camp in der Nähe von Darwin. Wir hören jetzt nach langem wieder Flugzeuge, die den internationalen Flughafen von Darwin anfliegen. Flugzeuge hatten wir zuletzt vor zwei Wochen in Cairns gehört. Jetzt erst merken wir, wie sehr wir uns an den "Bush" gewöhnt haben, wo alles leise ist und man nur wenig Menschen zu sehen bekommt.

Hier gehts weiter zum Reisebericht: Darwin und Litchfield NP

 

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