Reisebericht: Cairns – Townsville – Bowen – Airlie Beach


Über Weihnachten fahren wir von Cairns über Townsville und Bowen nach Airlie Beach. Hier unternehmen wir eine Segeltour zur Blue Pearl Bay (Hayman Island).

Tag 1 – 25. Dezember 2008

Reisebericht: Von Cairns nach Saunders Beach (Townsville)

Die zweispurige Straße von Cairns nach Townsville ist mangels Autobahn fast ständig verstopft. Daher war für uns der 25. Dezember, der "heiligste" Tag aller Australier (neben Australia Day und Anzac Day) genau der beste Tag für uns zum Reisen.

Während ganz Cairns und Townsville also den 25.12. am BBQ-Grill mit der Familie verbrachte, bepacken wir Roberts Landcruiser und machen uns auf nach Townsville. Wie erwartet, ist auf dem Bruce Highway (Hwy 1) kaum Verkehr.

Rechtzeitig zum Sonnenuntergang erreichen wir unser Tagesziel Saunders Beach kurz vor Townsville. Der Strand ist mehrere Kilometer lang, und in der Ferne (d.h. 25 Kilometer weiter) sehen wir das Markenzeichen von Townsville, den Aussichtsberg Castle Hill (das ist der "Vulkan" in der Bildmitte auf dem Foto oben).

Tag 2 – 26. Dezember 2008

Townsville – Bowen – Airlie Beach

Wir wollen auf dem Castle Hill frühstücken, und fahren auf der schmalen Bergstraße an unzähligen Joggern vorbei. Schon vor 8 Uhr ist es an die 28 Grad warm und der Tag verspricht, wieder sehr heiß zu werden.

Unterwegs bekomme ich ein schlechtes Gewissen, weil ich all die verschwitzten Gestalten sehe, die sich den Castle Hill hochquälen, nur um schlank und gesund auszusehen – was ja an sich auch nicht so schlecht ist.

Wir frühstücken am Gipfel und genießen die Aussicht auf Townsville und Magnetic Island (siehe Foto). Ein Café gibt es hier oben nicht, aber wir haben alles Nötige dabei für ein ordentliches Frühstück.

Von Townsville nach Bowen

Hinter Townsville wird die Landschaft, die schon vorher einen eher trockenen Eindruck gemacht hat, richtig braun. Es sieht aus, als wenn es schon seit Wochen nicht mehr geregnet hat.

Wir fahren durch die kleine Farmer-Stadt Ayr, die die Besucher der kurzen überdachten Fußgängerzone mit Musik beschallt. Danach überqueren wir die 1100 Meter lange Brücke über den Burdekin River, einer der größten Flüsse Queenslands. Aufgrund der Trockenheit ist kein Tropfen Wasser im Fluss. Von der Brücke aus sehen wir somit nur eine weite Sandlandschaft unter uns, ähnlich wie ein Strand ohne Meer.

Filmstadt Bowen

Gegen 12 Uhr erreichen wir den als Australiens "Mango-Hauptstadt" bekannten Ort Bowen, der gleichzeitig die nördlichste Stadt der Whitsundays Region ist.

Die Whitsundays bestehen aus 74 Inseln, die sich nicht alle vor Airlie Beach verteilen, sondern weit über Hundert Kilometer von Bowen im Norden bis hinter Mackay im Süden erstrecken.

Bowen ist zudem im Jahr 2008 als Drehort für den Film "Australia" bekannt geworden. Hier sind die meisten Szenen gedreht worden, die in Darwin spielen.

Weihnachtsstimmung in Bowen

Als wir nach Bowen reinfahren, ist alles still und verschlafen. Wir haben den 26. Dezember, alle Geschäfte sind geschlossen, und man sieht nur selten ein Auto vorbei fahren.

Wir fahren direkt zur Esplanade, müssen dabei aber feststellen, dass es zurzeit gar keine gibt, bzw. dass sie gerade völlig "renoviert" wird und daher gesperrt ist. Wir fahren auf den Flagstaff Hill, Bowens schönsten Aussichtspunkt, der direkt neben dem kleinen Yachthafen der Stadt liegt (siehe Foto unten).

Auf dem Flagstaff Hill gibt es ein Café und ein Museum, beide haben allerdings wegen Weihnachten geschlossen. Der Panorama-Ausblick auf die Whitsundays Islands im türkisblauen Pazifik ist allerdings sehenswert. Bei solchen Ausblicken ist es verwunderlich, dass Bowen als Ferienort kaum bekannt ist.

Wir machen noch einige Fotos von den historischen Gebäuden und den Wandgemälden in Bowen, bevor es weiter geht nach Airlie Beach, das wir in nur einer Stunde erreichen.

Shute Haven – ein kleines Paradies

Wir fahren durch Airlie Bach, das im Vergleich zu unserer Heimatstadt Cairns wie ein Ein-Straßen-Dorf wirkt, und weiter nach Shute Harbour. Das ist neben Airlie Beach der zweite kommerzielle Hafen in der Umgebung.

Bei der Gelegenheit entdecken wir gleich noch die schönste Ecke von Airlie Beach: Shute Haven (Foto rechts) .

Ein Stück hinter Shute Harbour, versteckt im Regenwald gelegen, ist Shute Haven ein sehr schickes Wohngebiet. Alle Villen haben einen traumhaften Ausblick auf das Meer und die Whitsunday Islands.

Bereits ein unbebautes Grundstück kostet hier $500.000 Dollar, lesen wir später in der Zeitung. Und das ist noch "billig" im Vergleich zu einigen Grundstücken weit oben am Berg in Airlie Beach.

Tag 3 – 27. Dezember 2008

Segeln bei den Whitsunday Islands

Heute ist Segeltag: Wir segeln mit der Maxi Yacht Ragamuffin, einer ehemaligen Rennyacht, die das Rennen Sydney-Hobart gleich dreimal gewonnen hat. Unser Ziel ist die Blue Perl Bay vor Hayman Island. Wir sind die ersten an Bord, und Captain George begrüßt uns gleich mit Namen.

Captain George ist überhaupt guter Laune – die Sonne scheint, das Meer ist ruhig und wir haben leichten Wind – bestes Segelwetter. Wir machen einen kurzen Stopp an der Hotelinsel Daydream Island und nehmen noch ein paar Gäste mit an Bord.

Die Reservierung hatte uns schon vorgewarnt "it’s going to be crazy", meinte sie. Wegen Weihnachten waren nämlich 55 Leute gebucht. Vier Gäste sind allerdings nicht erschienen – haben wahrscheinlich an Weihnachten doch ein bisschen viel gefeiert…

Wir sind also aufs Schlimmste gefasst, und daher völlig überrascht, dass es auf dem Boot nicht eng wurde (siehe Foto oben). Die Ragamuffin ist so lang, dass jeder genug Platz an Bord hat. Und zwischendurch lief immer wieder ein Crewmitglied übers Deck, um an alle Gäste Sonnencreme aus einem 1-Liter-Spender zu verteilen.

Schnorcheln an der Blue Perl Bay vor Hayman Island

Gegen 11 Uhr ankert unsere Yacht vor der Blue Perl Bay bei Hayman Island. Auf der Insel gibt es zwar ein Resort, das aber an einer anderen Bucht liegt. Die Taucher und einige Schnorchler springen direkt, nachdem wir vor Anker gegangen sind, ins Wasser. Ein paar Nachzügler (ich zum Beispiel) lassen sich in aller Ruhe vom Beiboot an den Strand fahren.

Robert und ich beobachten beim Schnorcheln Korallen-knabbernde Papageienfische, bunte Nacktschnecken und sogar eine Schildkröte. Da das Korallenriff direkt vor dem Strand von Hayman Island beginnt, muss man eigentlich kaum eine Anstrengung unternehmen, um die unterschiedlichsten Korallen und tropischen Fische zu sehen.

Gegen 12:30 Uhr geht es dann im Tender-Boot wieder zurück auf unsere Yacht, zum Mittagessen im Schatten eines großen Sonnensegels. Robert und ich finden das kalte Buffet okay: Es gibt kalten Braten und Hühnchen-Schenkel sowie mehrere Salate und Brötchen. Eine ältere Dame aus der Schweiz ist vom Essen nicht so begeistert, "aber ich bin ja fürs Schnorcheln hier und nicht zum Essen. Und Unterwasser ist es toll", meint sie.

Tolles Segelwetter bei den Whitsundays

Gegen 14:00 wird das Sonnensegel wieder eingerollt und die Segel gesetzt mit Hilfe von vier Freiwilligen, die sich an den beiden Winden betätigen.

Unsere Segelyacht legt sich schün in den Wind (siehe Foto rechts), sodass wir echte Regatta-Stimmung erleben. Bei frischem Wind und Sonnenschein (und stetig neuen Lagen Sonnencreme) ist die Fahrt ein echter Genuss.

Um 16:15 Uhr ist die Segeltour leider schon wieder vorbei. Und wir würen am liebsten gleich am nüchsten Tag wieder an Bord gegangen für die Tour nach Whitehaven Beach

Zum Abschluss des Tages schwimmen wir noch in der Lagune in Airlie Beach. Dort treffen wir eine Familie Schwaben, die wir auch an Bord getroffen haben. Sie haben einen Camper von "Camperman" gemietet, der leider ein Problem mit einer undichten Dachluke hat.

Als es Nachts zum ersten Mal seit Wochen über Airlie Beach regnet – und zwar nicht nur ein bisschen, sondern wie aus Eimern – denke ich an die vier und wünsche ihnen alles Gute.

(Nachtrag 2012: Leider gibt es die Firma, der die Ragamuffin gehört hat, nicht mehr. Die Segelyacht steht schon lange zum Verkauf, und es hat sich noch kein neuer Eigentümer gefunden).

Tag 4 – 28. Dezember 2008

Airlie Beach

Nach einem so schönen Segeltag wie gestern zieht heute so langsam der Urlaubs-Alltag an, und wir fangen an, unsere Hotel-Liste abzuarbeiten. Das ist auch gut so, denn das Wetter ist heute nicht ideal – es hat die ganze Nacht durchgeregnet, und der Regen hört leider nach dem Frühstück nicht auf.

Airlie Beach Waterfront B&B

Wir lassen uns aber nicht entmutigen und schauen uns bei leichtem Regen das Airlie Beach Waterfront B&B an. Es ist voll gebucht, daher sehen wir nur die große Terrasse und die gepflegte Liegewiese, die getrennt von einer kleinen Nebenstraße direkt auf die Bucht von Airlie Beach hinausschaut.

Coral Sea Resort

Später gehen wir zum Sonntags-Brunch ins Coral Sea Resort, eines der am schönsten gelegenen Hotels in Airlie Beach.

Das 4-Sterne Resort liegt auf seiner eigenen kleinen Halbinsel, hat einen Pool, von dem aus man direkt aufs Meer schauen kann (dieses Mal keine Straße dazwischen) und sogar einen eigenen Bootssteg (siehe Foto rechts).

Beim Brunchen erfahren wir, dass "unser" Restaurant schon Preise gewonnen hat, und können dem nur zustimmen. Robert entscheidet sich für ein leckeres Pad-Thai Nudelgericht mit Garnelen, mir serviert der Kellner Barramundi-Filet auf Couscous. Wir sind beide zufrieden und lassen den Mittag einfach ganz faul verstreichen.

Martinique: Ferienwohnungen mit Panorama-Aussichten

Als die Sonne gegen Nachmittag so langsam wieder rauskommt, fahren wir den stark bebauten Berghang von Airlie Beach hinauf und schauen uns das "Martinique" an. Der Manager ist selbst in der Rezeption, weil er um die Weihnachtszeit niemanden fand, der ihn zuverlässig vertreten hätte.

Wir schauen uns ein 2-Bedroom-Apartment an und sind nicht nur vom frischen Duft sondern auch von der guten Ausstattung und vom großen Balkon und den Aussichten begeistert (siehe Foto rechts) .

Und der Pool ist ebenfalls ein Knüller: Ebenso wie vom Balkon aus haben wir die gesamte Bucht von Airlie Beach im Blick.

Schöne Aussichten über Airlie Beach

Gegen Abend gehen wir ins Shipwrecked Restaurant an der Esplanade von Airlie Beach. Da wir nicht reserviert haben, ist zwar fürs Abendessen kein Tisch mehr frei.

Aber da die Bar einen eigenen Balkon hat, sitzen wir dort gemütlich bei ein paar Drinks und schauen dem Gewitter zu, das über Airlie Beach hinweg zieht.

Weiter im Reisebericht geht’s auf der nächsten Seite…..

 

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