Reisebericht Outback Tour mit dem Geländewagen – von Cairns nach Alice Springs (Seite 1 / 2)


Unsere erste Outback Tour mit dem Geländewagen in Australien beginnt mit einer Fahrt ins Outback von Queensland, nach Mount Garnet, Hughenden, Winton & Opalton.

Tag 1 – 26. August 2007 (Australischer Spätwinter)

Von Cairns nach Mt Garnet

Heute ist endlich Abreisetag. Wir fahren gegen Mittag los, am Kuranda vorbei über die Atherton Tablelands Richtung Undara Volcanic National Park, den wir allerdings heute links liegen lassen (wir waren vor kurzem schon dort). Heute übernachten wir in Mount Garnet.

Tag 2 – 27. August 2007

Mt Garnet nach Hughenden

Outback Australia Heute fahren wir unsere ersten 300 Kilometer Piste: Anstelle einer feinen, glatten Asphaltdecke haben wir den Schotter des Kennedy Developmental Highway unter den Reifen. Die Fahrt ist eine Tortur, weil wir vergessen, Druck aus den Reifen abzulassen. Ich denke mit Schrecken an die 1000km Piste, die uns noch vor Alice Springs erwarten.

Rechts und links der Straße erstrecken sich Weiden mit hohem Gras, und eine Rinderfarm folgt der nächsten.

Nachmittags erreichen wir den Porcupine Gorge National Park (Foto oben & Karte rechts oben), wo wir unsere durchgeschüttelten Knochen ausruhen. Wir haben die Aussichtspunkt für uns allein, und freuen uns über den Blick in den "kleinen Grand Canyon" wie die Leute aus der Umgebung die Schlucht nennen.

Es ist schon dunkel, als wir in Hughenden eintreffen. Die Stadt ist bekannt für seine Dinosaurierfunde – Hughenden gehört zum "Dinosaurier Dreieck" Australiens (Winton – Hughenden – Richmond) – , und hat auch ein Museum, das sich mit dem Thema beschäftigt.

Tag 3 – 28. August 2007

Hughenden nach Winton

An einer Straßenecke mitten in Hughenden sehen wir einen lebensgroßen Dino, der gnädig auf den Straßenverkehr herabblickt (siehe Foto links).

Ansonsten ist in der Stadt nicht viel los. Robert schaut sich nach einer Werkstatt um, um ein nerviges quietschendes Geräusch an der rechten Hinterachse zu beseitigen. In der Werkstatt hat der Mechaniker so viel zu tun, dass er erst gar nicht erst mit Robert reden will.

Ein Termin für eine Reparatur wäre mit 2 Wochen Wartezeit verbunden. Auf ein Ersatzteil, dass man selbst einbauen müsste, müssten wir "nur" 1 Woche warten. Jetzt merken wir, dass wir wirklich im Outback angekommen sind.

Robert repariert den Wagen provisiorisch und das Quietschen lässt nach. Wir fahren 210 Kilometer geradeaus über eine kleine Verbindungsstraße Richtung Winton. Hier gibt es nur Rinderfarmen, und die Landschaft wird zusehends trockener. Bäume sind kaum noch zu sehen, dafür aber viele Kuh- und auch einige Schafweiden.

An einer Rinderfarm werden gerade Kühe von berittenen Cowboys zusammengetrieben. Ein Roadtrain mit 3 Anhängern steht in der Nähe. Das sind wahrscheinlich die Steaks, die in ein paar Tagen in Cairns und Townsville im Supermarkt liegen.

Ankunft in Winton

Wir erreichen Winton gegen Nachmittag. Wir mögen die kleine Stadt sofort. Winton besteht eigentlich nur aus zwei Hauptstraßen und ein paar Häusern dazwischen. Da Winton aber schon ein wenig auf Tourismus eingestellt ist, haben die Einwohner viel Wert darauf gelegt, ihre historischen Fassaden gut zu erhalten.

Wir unternehmen einen Stadtrundgang und besuchen das Waltzing Matilda Museum und Arnos Wall, eine Mauer, die der Künstler zu einem Kunstwerke aus Schrott aller Art gemacht hat. Toll!

Tag 4 – 29. August 2007

Winton nach Opalton

Die Opal-Stadt Opalton liegt etwa 120km südlich von Winton. Kaum haben wir Winton verlassen, ändert sich das Landschaftsbild schlagartig: Das Gras verschwindet, und wir sind eindeutig in der Wüste. Wir sehen Bäume und Büsche, die sich gut an die trockene Umgebung angepasst haben.

Nach einigen Kilometern ist Schluss mit Asphalt und Robert lässt die Luft aus den Reifen ab. Wir fahren wieder Piste, aber dieses Mal mit erheblich mehr Komfort.

Nach 120 Kilometern ohne ein einziges Haus und mit nur wenig Gegenverkehr erreichen wir Opalton, bzw. dessen Ortsschild. Häuser sind immer noch nicht zu sehen. Dafür müssen wir noch ein paar Kilometer fahren, bis wir den "Outpost" erreichen – das einzige Gebäude, das von der Hauptstraße aus zu sehen ist.

Opalton Outpost

Der Outpost ist gewissermaßen das Multi-Funktionszentrum des Ortes: Hie kann man sich fürs Campen anmelden, es gibt einen kleiner Laden mit Chips und kalten Getränken, und donnerstags kommt der Postbote. Alle Anwohner (will heißen alle Opal-Suchenden) finden sich dann hier ein, um ihre Briefe abzuholen. Laut Annie, die den Outpost leitet, wohnen ungefähr 35 Leute im Ort. Aber wo sie wohnen, lässt sich nicht so leicht erschließen.

Der einzige verfügbare Strom im Outpost kommt tagsüber aus ein paar Solarzellen auf dem Dach und nachts aus dem Generator. Und die einzige Möglichkeit, Verbindung mit der Außenwelt aufzunehmen, ist das Festnetztelefon im Outpost sowie die Telefonzelle direkt nebenan. Handy sind hier nutzlos. Einige der Anwohner in Opalton haben ein eigenes Telefon, andere kommen extra zum Outpost, wenn Sie telefonieren müssen.

Opalsucher am Outpost

Selbstverständlich wird auch am Outpost nach Opalen gesucht – deswegen sind ja alle hier. Hinter dem Gebäude befindet sich ein Schacht, der viele Meter in die Tiefe geht. Eigentlich sieht er aus wie ein kleiner Brunnen, mit seinem Eimer und dem Drehgestell darüber. Oben wachen ein älterer Mann und ein kleiner Hund, während unten im Schacht Annies Mann damit beschäftigt ist, hoffentlich bald Opale freizulegen…

Tag 5 – 30. August 2007

Opalton

Heute suchen wir selbst in Opalton nach glänzendem Gestein und besichtigen die größte Opalmine in Opalton.

Der Besitzer hat eine Menge in professionelle Gerätschaften investiert und lässt normalerweise keine Besucher auf seinen "Claim", aber für uns macht er zum Glück eine Ausnahme.

Tag 6 – 31. August 2007

Opalton nach Winton

Nach zwei ruhigen, aber heißen Tagen in der Wüste bei Opalton müssen wir weiter. Aber nicht ohne einige Fotos von dem zu schießen, was sich rechts und links des Straßenrands an Sehenswürdigkeiten finden lässt.

Die ungewöhnliche Werbetafel auf dem Foto wirbt für Opale – hier rechts ab und dann 1/2 Kilometer weiter.

Die Wüstenlandschaft erinnert mich sehr an den "Mad Max"-Film, auch wenn dieser in einer anderen berühmten Opalstadt gedreht wurde – in Coober Pedy. Dafür haben wir auf dieser Reise leider keine Zeit.

Tag 7 – 1. September 2007

Winton nach Middleton / Crawford Lookout

Da wir nicht wissen, ob es in Boulia, der einzigen Ortschaft auf unserem Weg nach Alice Springs einen Lebensmittelladen gibt, decken wir uns schon in Winton mit den wichtigsten Lebensmitteln ein.

Wir kaufen im "5 Star Supermarket" ein. "Und der hat auch 5-Sterne-Preise" beschwert sich Robert, nachdem er für ein paar Kleinigkeiten $15 zahlen muss. Danach geht es noch zum Metzger, wo eine völlig planlose männliche Aushilfe Robert ein Riesen-Stück Salami für $5 Dollar verkauft. Die Salami muss mindestens das dreifache wert gewesen sein, aber wir beschweren uns nicht.

Unterwegs nach Boulia

Unser nächstes Ziel ist Alice Springs, das aber noch einige Tagesreisen entfernt ist. Wir halten uns wieder auf dem Kennedy Developmental Highway nach Westen und genießen die raue Landschaft in Osten Queenslands.

Die rostroten Sandstein-Hügel auf dem Foto oben links sind übrigens direkt vom Highway nach Middleton aus zu sehen. So selten, wir hier ein Auto führt, hätten wir den Toyota wahrscheinlich mitten auf der Straße anhalten können, um unsere Fotos zu machen. Aber wir fahren dann vorsichtshalber doch lieber links ran.

Die Ortschaft Middleton selbst, die aus einer Tankstelle und einer Telefonzelle – und dem “Hilton Hotel” besteht, schauen wir uns ebenfalls an, um uns kurz die Beine zu vertreten. Das “Hilton Hotel” ist übrigens auf dem Foto ganz oben abgebildet.

Hier gehts weiter mit dem Reisebericht: > Auf dem Plenty Highway nach Alice Springs

 

(Visited 1 times, 1 visits today)

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*