Reisebericht: Segeltörn mit Rennyacht Boomerang nach Whitehaven Beach (Seite 1 / 2)


Wir segeln mit der Rennyacht Boomerang am ersten Tag unseres Segeltörns zur Tongue Bay bei Whitsunday Island und erleben einen eindrucksvollen Whitsundays Sonnenuntergang.

2. Oktober 2009

Segeltour 1. Tag: Von Airlie Beach bis Tongue Bay, Whitsunday Island

Nachdem wir im Dezember 2008 in Airlie Beach kurzfristig keine längere Segeltour mehr haben finden können, sind wir nun zehn Monate nach unserem letzten Besuch wieder in Airlie Beach.

Wie die Tage zuvor hatten wir auch am Freitag, den 2. Oktober, bestes Frühlingswetter in Airlie Beach: Sonnenschein bis 28 Grad, strahlend blauer Himmel und eine leichte Brise aus nördlicher Richtung.

Checkin für Segeltour & Tauchen

Am Vormittag sind wir mit dem Landcruiser noch zur Esplanade gefahren und haben im Büro des Veranstalters eingecheckt, d.h. wir mussten ein Formular am PC ausfüllen mit der Bekräftigung, dass wir sie nicht verklagen, falls wir ertrinken sollten.

Außerdem konnten wir noch einen Tauchgang pro Person dazubuchen (mehr wird leider nicht angeboten). Und nicht zuletzt war der Restbetrag für die Segeltour zu bezahlen.

Mit der Quittung in der Tasche und einer Beschreibung, wie wir unsere Yacht finden würden, verließen wir das Büro um uns noch ein wenig vor der Segeltour zu stärken.

Fündig wurden wir bei "Fish D’Lish" direkt an der Esplanade von Airlie Beach. Nach eigenen Angaben handelt es sich hier um Queenslands zweitbestes Fischrestaurant. Hier gab es für uns einen Fishburger zu Mittag. Gut geschmeckt hat er, wenn auch nicht außergewöhnlich. Aber vielleicht haben sie den Preis ja auch für ein anderes Gericht gewonnen.

Danach fuhren wir zum Hafen von Airlie Beach, zur Abel Point Marina, und hatten Glück, noch einen kostenlosen Parkplatz zu finden. Tagsüber ist der Parkplatz nämlich meist ziemlich voll. Am Treffpunkt vor Glorias Cafe warteten die anderen Gäste schon darauf, dass es endlich losgehen würde.

Eilige Abfahrt in der Segelyacht aus Airlie Beach

Und plötzlich ging es ganz schnell: Max, die Nummer 2 auf der Yacht (wie wir später herausgefunden haben), brachte uns in Eilmarsch aufs Boot, das nur weniger Meter weiter vor Anker lag. Alle Gäste sollten ganz schnell ihre Schuhe in einen Sack werfen und über die kleine Leiter aufs Boot steigen.

In weniger als fünf Minuten waren alle an Bord, der Motor wurde angeworfen und schon ging es hinaus aufs Meer (siehe Foto rechts – Hafenausfahrt Airlie Beach ).

Unterwegs erklärte Skipper Rick ("Skipper" ist das englische Wort für "Kapitän"), dass die Segelyacht 4 Meter Tiefgang hat.

Aufgrund einer besonders niedrigen Ebbe wäre heute das Wasser beinahe zu flach geworden, um aus dem Hafen herausfahren zu können. Hätten wir ein bisschen länger getrödelt, hätten wir an die zwei Stunden warten müssen, bis das Wasser wieder auf die nötige Hähe angestiegen wäre. Aber wir hatten gerade noch Glück!

Wasser sparen auf Segeltouren

Unter Motor ging es hinaus aufs Meer (siehe Foto rechts), während Köchin Elena unter Deck eine Früchteplatte mit tropischen Früchten servierte und uns erklärte, dass wir mit Wasser sparsam umgehen müssten, weil es nicht viel Frischwasser an Bord gäbe.

Außerdem sei nur biologisch abbaubares Shampoo und Duschgel erlaubt, um die Tiere am Great Barrier Reef nicht unnötig einzuschäumen.

Und nicht zuletzt sollte jeder sein Gedeck nach dem Essen selbst spülen, was – wie sich unterwegs herausstellte – perfekt geklappt hat.

Danach hatten die Gäste Zeit, ihr Gepäck zu verstauen. Schränke gibt es keine an Bord, daher haben manche ihr Gepäck am Fußende ihrer Koje (obere Betten) oder im Kasten unter dem unteren Bett verstaut.

(Auf dem Foto rechts schaut man in Richtung vorderes Ende der Segelyacht, wo sich Einzelbetten befinden).

Unsere Unterkunft – fast wie eine Mini-Kabine

In weiser Voraussicht hatten wir eine der beiden besten Unterkünfte an Bord gebucht, nämlich eines der beiden "Aft Doubles".

Die Doppelbetten befinden sich am hinteren Ende des Bootes und sind von drei Seiten umschlossen und daher fast wie eine "Mini-Kabine". Sie sind dreieckig geschnitten – schmal am Kopf und breit im Beinraum. Zu zweit kann man hier gut schlafen und hat an der Außenwand des Schiffes noch zwei "Regale", in denen man viele Sachen verstauen kann.

Einen Schlafsack hatten wir nicht mitgebracht (die sind nicht erlaubt, um "Krabbeltiere" aus dem Boot zu halten), dafür gab es frische Bettwäsche und ein Badehandtuch für jeden Gast.

Segelsetzen in Teamarbeit

Danach ging es wieder ans Deck, und bald wurden die Segel gesetzt. Das Segelsetzen läuft ab wie auf einer Regatta: Sechs starke Männer müssen auf Kommando mit aller Kraft an drei Winden kurbeln, um das Hauptsegel hochzuziehen (siehe Foto rechts).

Wenn das Hauptsegel fast oben ist, wird dann auf Kommando in die andere Richtung gekurbelt, um mehr Kraft für die letzten Meter zu sammeln. Das Prinzip ist ähnlich wie bei der Gangschaltung am Fahrrad.

Kurz darauf hisste ein gemischtes Team aus sechs Damen und Herren das Vorsegel, das nicht ganz so schwer ist wie das Hauptsegel.

So segelt es sich mit einer Rennyacht / Maxi Yacht

Das Schöne am Segeln mit einer Rennyacht ist, dass sie auf dem Wasser nicht oder nur selten schaukelt – das ist optimal für Leute, die befürchten, schnell seekrank zu werden.

Eine Rennyacht zerschneidet das Meer mit ihrem scharf geschnittenen Kiel, und man fühlt sich auch bei stärkerem Wind wie auf Schienen.

Eine Rennyacht kämpft nicht mit den Wellen und nutzt allein die Kraft des Windes in den beiden großen Segeln um voranzukommen (für Profis: Mit Spinnaker wird auf diesen Ausfahrten normalerweise nicht gesegelt). Der Motor wird nur dann angeworfen, wenn kein Wind da ist.

Beim Segeln legt sich die Yacht in den Wind. Bei leichtem Wind ist es nur eine leichte Neigung, bei starkem Wind liegt das ganze Schiff auf einer Seite trocken.

Man kann trotzdem sehr bequem auf dem schrägen Deck sitzen, weil die Oberfläche des Bootes sehr rau ist und es so nicht nötig ist sich irgendwo festzuhalten.

Tagesziel Whitsunday Island

Unser Tagesziel heute war Whitsunday Island selbst, eine unbewohnte Insel, die nur per Hubschrauber oder Boot erreichbar ist und die bekannt ist für seinen Traumstrand Whitehaven Beach. Wir segelten dazu vorbei an Hook Island, mit Blick auf das kleine Hook Island Resort und das Unterwasser-Observatorium, während Köchin Elena uns mit einem Snack aus mit Käse überbackenen Tacos versorgte.

Kurz nach 17 Uhr erreichten wir die Tongue Bay bei Whitsunday Island auf der Rückseite von Whitehaven Beach und Hill Inlet und gingen dort vor Anker.

Hier bot sich die Gelegenheit für einen Sprung ins Wasser und ein kühles Bad, die Robert natürlich sofort genutzt hat. Trotz Taucherbrille hat er aber nicht mehr als ein bisschen Seegras gesehen.

Wasserschildkröten bei Whitsunday Island

Nach Einbruch der Dunkelheit gingen noch weitere Yachten in der Tongue Bay vor Anker. Das Wasser war fast völlig ruhig, bis auf die Wellen, die die beeindruckenden, an die 1, 5 Meter langen Wasserschildkröten machten, wenn sie den Kopf aus dem Wasser steckten, um Luft zu holen.

Während Skipper Rick und Deckhand Max am BBQ-Grill an Deck Hühnchen grillten kümmerten sich Köchin Elena und der britische Azubi Michael in der winzigen Schiffsküche um den Rest des Abendessens. Die Gäste versorgten sich derweil mit ihren mitgebrachten Getränken.

Gäste aus allen Ländern der Welt

Die 28 Gäste kamen aus den unterschiedlichsten Ländern. Abgesehen von Skipper Rick und Köchin Elena (naja, und Robert und mir) schienen keine Australier an Bord zu sein.

Dafür waren Norweger, Schweden, Iren, Amerikaner, drei nette Koreaner, eine fröhliche Japanerin sowie zwei schweigsame Schweizer und sieben abenteuerlustige Deutsche mit dabei, wenn ich mich nicht verzählt habe.

Das Schweizer Paar war etwas ganz Besonders: Sie waren die einzigen, die fast die ganze Zeit über kaum ein Wort gesagt und die fast ständig ihre Romane gelesen haben. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sie überhaupt gemerkt haben, wo sie eigentlich waren.

Insgesamt war die Gruppen- Zusammensetzung aber sehr angenehm: Es gab zwar einige Gäste, die ganz ordentliche Biervorräte dabei hatten, aber zu einem Trinkgelage ist es an keinem der beiden Abende gekommen.

Buffet-Abendessen auf unserer Rennyacht

Zum Abendessen gab es besagtes auf dem BBQ-Grill gebratenes Hühnerfilet, sowie Reis mit Sahnesauce und einen tollen gemischten Salat.

Manche Gäste haben an den Tischen unter Deck gegessen, andere haben den Teller einfach mit raufgenommen und bei ruhiger See unter Vollmond und Sternenhimmel gegessen – auch ein Erlebnis, an das wir uns noch lange erinnern werden.

Etwas später gab es noch Tee und Kaffee sowie verschiedene Trocken-Kuchen und Plätzchen als Dessert. Kaffee und Tee waren bei einigen auch ganz willkommen, denn barfuß an Deck wird es Abends doch ein bisschen kühl. Immerhin haben wir noch Frühling.

Später am Abend wurden Reisegeschichten und Lebenserfahrungen ausgetauscht, bis einer nach dem anderen unter Deck in seiner Koje verschwand.

Weiter geht es mit dem Reisebericht auf der nächsten Seite….

 

(Visited 2 times, 1 visits today)

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*