Australien mit Kleinkind: Reisebericht Brisbane bis Rainbow Beach

Frühstück am Strand
Frühstück am Strand

Eine Familie aus Berlin reist zum ersten Mal nach Australien – mit 2 Kindern (4 Jahre und 10 Monate). In dieser Etappe geht es mit dem Wohnmobil von Brisbane über Noosa und Rainbow Beach nach Moore Park.

(Australien mit Kleinkind: Falls ihr den Beginn des Reiseberichts verpasst hat: > Hier eine Übersicht über die bisherigen Etappen der Reise.)

Besuch bei den Eumundi Markets

Auf dem Weg von Brisbane nach Noosa soll heute Eumundi unser erstes Zwischenziel sein. Hier findet jeden Mittwoch (8-13:30 Uhr) und Samstag (6:30-14:00 Uhr) ein riesiger Open-Air Market statt. Ich weiß nicht, wie viele Stände es gibt – viele jedenfalls – aber wir schaffen ohnehin nur ein paar.

Erstens sind wir erst halb zwölf da, zweitens haben die Kids Hunger, drittens ist es den Kindern herzlich egal, ob wir zwischen Kitsch und Kunst nach mitnehmenswerten Mitbringseln suchen. Wir kaufen also gar nichts – außer natürlich einiges zu essen. Das allerdings war sehr lecker! Alles!

Matteo hat nun doch Geschmack an Sushirollen gefunden. Bisher war “das schwarze Drumherum eklig”.

Der Ort ist nach dem Markt, der schon gegen eins, halb zwei, endet total leergefegt, obwohl er ganz hübsch ist. Es stehen einige sehr alte Häuser (100 plus Jahre alt) an der Hauptstraße.

Eumundi Markets

(Foto: Eumundi – eins von vielen schönen Cafés)

Wir verbummeln noch etwas Zeit auf dem Spielplatz, nehmen noch einen Kaffee, stöbern noch im Buchladen und fahren dann erst weiter.

Australien mit Kleinkind: Ankunft in Noosa, Australien

Noosa, das nördlichste Ende der Sunshine Coast, ist wieder ein Sammelname für einige Orte. Wir wollen nach Noosa Heads. Der Campingplatz, der am nächsten ist, ist leider voll. Es findet gerade ein Food Festival in Noosa Heads statt.

Wir fahren etwas weiter. Auf dem Campground in Tewantin, der sogar schöner ist, steht uns direkt gegenüber eine alte Lady. Ein Pärchen aus Gympie hat einen 55 Jahre alten Wohnwagen in Ei-Form behutsam restauriert und auf “Jungfernfahrt” hierher gebracht. So cute! Jedes Detail stimmt.

Noosa Australien

(Foto: Just add Sunshine – stilecht reisen)

 

Australien mit Kleinkind: Mit der Fähre nach Noosa Heads

Morgen Vormittag wollen wir die Fähre nach Noosa Heads nehmen und dort ein wenig auf der Hastings Street bummeln, bevor wir weiterfahren. So machen wir das auch. 35 Minuten dauert die Überfahrt, auf der man die ein oder andere Millönchen-Villa zu sehen bekommt.

Matteo darf sogar die Fähre lenken!

Australien mit Kleinkind

 

Australien mit Kleinkind

(Foto: Auf dem Noosa River)

Ich shoppe endlich ein Geburtstagsgeschenk für meine Schwester, und nach einem Lunch in einem Food Court (keine Atmosphäre, aber einigermaßen bezahlbar) geht es zurück zur Fähre.

Wir werden von einem Regenguss überrascht und finden in einem Angel-Kiosk Unterschlupf – zusammen mit 6 anderen Fährgästen. Der Kiosk hat vielleicht 4qm, es ist also kuschelig.

Australien mit Kleinkind: Fahrt über Kin Kin nach Tin Can Bay

Wieder in Tewantin fahren wir gleich los – Martí ist schon auf der Fähre auf dem Arm eingeschlafen, also husch husch!

Heute nehmen wir mal nicht den Highway, sondern fahren kleine Landstraßen durch saftiges, anfangs vor allem hügliges und deswegen teilweise arg kurvenreiches Hinterland von Noosa über Kin Kin – "Home of the Great Horse Race" – nach Tin Can Bay.

Australien mit Kleinkind

(Foto: Beside The Way – saftiges Grün)

Kin Kin besteht aus 10 Häusern, soweit wir sehen. Kaum vorstellbar, wo hier Pferderennen stattfinden sollen. Kurz hinter Kin Kin hüpfen drei riesige wilde Kängurus über die Straße.

Das sind die ersten wilden Kängurus, die wir sehen.

Känguru

(Foto: Irgendwo da ist ein Känguru)

 

Direkt danach haben wir die Wahl: Schotterpiste, die wir eigentlich nicht fahren dürfen oder 4 km "very steep Climb ahead (not suitable for Caravans)", die wir sehr wahrscheinlich nicht fahren können.

Australien mit Kleinkind

Australien mit Kleinkind

(Fotos oben: Roadsigns – und nun?)

Tja und nun? Wir entscheiden uns für die Piste und werden nach 500 m belohnt, als wieder eine glatte Straße vor uns liegt. Das Navi sagt uns eine Ankunftszeit von 15:36 Uhr voraus – perfekte Kaffee – und Kuchenzeit.

Wir freuen uns auf den leckeren Apfelstreusel, den wir gestern in Eumundi auf dem Markt gekauft haben. Von einer Deutschen übrigens, die auch Roggenvollkornbrot hatte. Das haben wir uns ebenfalls gekauft und wie Schneekönige gefreut, dass wir dieses Mal nicht 7,50 AUD für 300g bezahlen mussten (wie zuletzt in Byron Bay) sondern 5,20 für 1 Kilo.

Am Strand von Tin Can Bay

Tin Can Bay steuern wir vor allem deswegen an, weil man hier wilde Delfine füttern kann. Der Ort hat sonst nicht viel zu bieten. Oder doch?!

Matteo möchte gern noch auf einen Spielplatz. Da der Campingplatz selbst keinen hat, laufen wir zwei einen reichlichen Kilometer und entdecken so noch einen wunderschönen Shorewalk entlang vieler schöner Bäume, auf denen man ganz viele Vögel beobachten kann.

Der Spielplatz ist ebenfalls umgeben von alten Bäumen, in denen – nach dem Lärm zu urteilen, den sie veranstalten – hunderte Papageien ihre Tageserlebnisse austauschen. Mann, haben die was erlebt!

Der Spielplatz ist übersät mit kleinen bunten Federn, manche dreifarbig, von denen ich ein paar aufsammle. (Als Erinnerung fürs Fotoalbum – Natural Scrapbooking). Sie kommen im Wohnwagen in die Tüte mit den anderen wertvollen Fundstücken.

Australien mit Kleinkind: Delfine in Tin Can Bay

Am folgenden Morgen stehen wir mit der Sonne auf. Wir essen eine Kleinigkeit im Stehen – Wahnsinn, wie schnell wir losfahrbereit sind!

Man soll gegen sieben Uhr an der kleinen Bucht sein, wo sich regelmäßig ein paar indopazifische Buckeldelfine zum Frühstück füttern lassen.

Pelikane in Tin Can Bay

(Foto: Die Pelikane freuen sich auch schon aufs Füttern der Delfine in Tin Can Bay)

Wir haben Glück!

Es kommen tatsächlich zwei von ihnen (Mystique und Patch heißen sie) und wir dürfen sie – für 5 Dollar Eintritt plus weiteren $ 5 je Fisch – jeweils nacheinander füttern. Was für ein Erlebnis!

Ganz zart stupsen sie einen an mit ihrer Nase, als sie den Fisch aus der Hand “nehmen”.

Freiwillige Helfer achten darauf, dass die Delfine nicht angefasst werden und auch ansonsten alles artgerecht abläuft. Matteo darf zwei Mal füttern.

Kinder füttern Delfine

(Foto: Matteo füttert Mystique)

 

Australien mit Kleinkind: Rainbow Beach mit Carlo Sand Blow

Danach frühstücken wir an dem Park mit Spielplatz von gestern Abend ordentliches Rührei, (schnell selbst zubereitet, wir haben ja alles dabei;-)) bevor wir nach Rainbow Beach weiterfahren.

Der Ort verspricht nach unserem Reiseführer kilometerlange unberührte Strände und spektakuläre bunte Klippen, denen er seinen Namen verdankt.

Hinter dem Ort gibt es eine 120 m hohe, vom Wind geformte Sanddüne, “Carlo Sand Blow”, von der man einen tollen Blick auf Küste und Beach hat.

Die Düne ist beeindruckend – wir haben sie für uns, denn das Wetter spielt heute einen Monat früher, und außer uns will wohl niemand nass werden. Der Weg dorthin führt durch einen kleinen geheimnisvollen Wald, in dem man das Meer dahinter rauschen hört.

Australien mit Kleinkind

(Foto: Zauberwald in Rainbow Beach – auf dem Weg zum Carlo Sandblow)

Um die bunten (verschiedene Brauntöne, rötlich, gelb) Klippen zu sehen, muss man die komplette Düne überqueren:

Australien mit Kleinkind

(Foto: "Bunte" Felsen, gesehen vom Carlo Sandblow)

Man erahnt erst, wie weit das ist, wenn man sieht, wie klein Matteo und ich auf dem Bild sind:.

Australien mit Kleinkind

(Foto: Carlo Sand Blow – eine 120m hohe vom Wind geformte Sanddüne in Rainbow Beach)

Der Wind pfeift uns um die Ohren und peitscht uns Sand in Haare und Gesicht. Eine dicke Regenwolke schiebt sich übers Meer in unsere Richtung. Draußen regnet es schon. Man sieht den Vorhang aus Regentropfen. Da kann man wohl nix machen – außer Sand gibt es hier nichts zum Unterstellen.

Wir könnten uns eingraben – hahaha. Kapuze auf und zurück. Wir hatten aber Glück und sind gar nicht nass geworden.

Blick auf Fraser Island vom Inskip Point

Dann fahren wir zum Inskip Point, quasi fast bis nach Fraser Island. Es ist nur ein kurzes Stück mit der Fähre von dort. Wir bleiben aber auf dem Festland, am Strand, sammeln ein paar Muscheln und farbigen Sand in den Schuhen.

Auf Fraser Island sind nur 4WD, also Geländewagen, zum Fahren erlaubt. Der feste Sand am Strand dort gleicht einer Autobahn. Irgendwie befremdlich so ein Verkehrsschild am Strand.

Eigentlich ist es ein Highlight nach Fraser Island zu fahren. Eine Insel komplett aus Sand und so riesig, die größte der Welt, dass man sicher mehrere Tage darauf verbringen kann. Kristallklare Seen, subtropischer Regenwald…

Wir hätten eine Tour buchen können. Aber den ganzen Tag im Auto zu sitzen, ist ja schon für einen Erwachsenen ätzend anstrengend. Mit kleineren Kindern ist es gar nicht vorstellbar. Es wäre möglich gewesen, wenn wir eine oder zwei Nächte direkt dort verbracht hätten. Beim nächsten Mal??.

Wir müssen nochmal hierher – soviel steht schon fest. Die Zeit verrinnt wie nix, wir sind schon seit 19 Tagen in Australien und es fühlt sich überhaupt nicht so an.

Australien mit Kleinkind: Die Fledermäuse von Hervey Bay

Unser Etappenziel für heute ist noch Hervey Bay. Hier kann man von Mitte August bis Oktober Wale beobachten. Leider sind wir also zu früh. Aber wir haben ja heute schon genug erlebt.

Wir steuern einen Campingplatz direkt am Beach im Ortsteil Scarness an. Wir stehen zwar dicht an dicht, dafür aber direkt hinter den Dünen und schlafen später an diesem Abend wieder mit Meeresrauschen ein.

Vorher machen wir aber noch einen Spaziergang am Strand und später auf der dazu gehörenden Strasse entlang, um einzukaufen. Der Weg zum Woolworth ist weiter als gesagt bekommen und gedacht.

Wir kommen an Bäumen vorbei, unter denen es plötzlich fürchterlich stinkt. Ein Blick nach oben bestätigt meine Befürchtung. Es hängen tausende Fledermäuse in den Bäumen. Micha, der Wahnsinnge, klatscht ein paar Mal in die Hände und eine riesige Wolke erhebt sich. Iiiiiieeh.

Meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Später erfahren wir vom Taxifahrer (den Weg zurück weigere ich mich zu gehen), dass die Fledermäuse abends nach Fraser Island fliegen, um dort zu jagen.

Fledermäuse in Queensland

(Foto: Fledermausbaum in Scarness Beach / Hervey Bay)

Aber dafür hat der Taxifahrer einen wertvollen Tipp für ein gutes indisches Restaurant. Der Einkauf hat sich mal wieder hingezogen, zum Kochen ist es viel zu spät. Und Ha!, es liegt, wie sich herausstellt, DIREKT gegenüber vom Caravanpark. Es war fingerlickin’ good!

Wir hätten mehr Trinkgeld geben sollen – dem Taxifahrer.

Am nächsten Morgen frühstücken wir wieder mit Blick aufs Meer direkt hinterm Strand.

Australien mit Kleinkind

(Foto: Strandfrühstück)

 

Australien mit Kleinkind: Mary Poppins in Maryborough

Dann geht es weiter in Richtung Bundaberg. Dazu müssen wir ein gutes Stück unseres gestrigen Weges zurückfahren. Wir fahren nochmal durch Maryborough durch. Gestern sind uns dort bei der Durchfahrt die vielen schönen alten Häuser aufgefallen und heute schauen wir uns das mal näher an.

Es stellt sich heraus, dass viele der hübschen Holzhäuser im Queenslanderstil über hundert Jahre alt sind.

Außerdem – wer hätte das gedacht – ist die kleine Provinzstadt der Geburtsort von Mary Poppins, der Autorin Pamela Lyndon Travers.

Es gibt eine kleine Statue ihr zu Ehren und daneben ein kleines hübsches Café, das passenderweise “A Spoon full of Sugar” heißt. Habt ihr auch direkt die Melodie im Ohr?

 

Australien mit Kleinkind

(Foto: Mary Poppins)

Ich hatte drei Tage einen Ohrwurm. (Einmal laut singen soll übrigens dagegen helfen).

Wir haben dort leckeren Kuchen und Kaffee bekommen und sind noch in einen Park gebummelt, in dem es Bäume gab, die “Sausage-Tree” hießen. Schlaraffenland lässt grüßen.

Gegenüber unseres Parkplatzes gab es übrigens eine Toy-Library, das fand ich sehr interessant.

Übernachtung in Moore Park

Mittags ging es dann weiter über Childers, dann fahren wir an Millionen Macadamia-Bäumen vorbei nach Moore Park, einem Bade”ort” nördlich von Bundaberg.

Der Campingplatz war ganz nett. Etwas in die Jahre gekommen, aber alles sauber. Die Rezeption glich einem kleinen verkramten Trödelladen. Da kann sich jemand von nichts trennen;-)

Australien mit Kleinkind

Unser Motorhome und den Beach trennte nur eine kleine Wiese, auf die komischerweise alle, die hier stehen, ihr Abwasser leiten.

Der Ort stellt sich als keiner raus, hier kann man eigentlich nichts machen. Das kann ja auch ganz schön sein – es gibt wirklich gar nichts zu sehen. Außer den Strand – und da haben wir schon schönere gehabt.

Morgen geht es auf einen Campingplatz in Agnes Water. Surferort. Von dort kommt dann der nächste Bericht, > den ihr hier lesen könnt...

 


Mehr Tipps zur Region von Brisbane über Rainbow Beach in Richtung Cairns:

Reiseführer Australien Sydney

Weitere Tipps zur Route findet ihr im Reiseführer "Nationalparkroute Australien Ostküste" (Link zur Amazon Seite).

 

 

 

 

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