Reisebericht: Mietwagenreise Brisbane – Byron Bay & Gold Coast (Seite 2 / 3)

Brighton Beach in der Nähe von Brunswick Heads
Brighton Beach in der Nähe von Brunswick Heads

Am 2. Tag unserer Mietwagenrundreise sehen wir Point Danger an der Grenze von Queensland und New South Wales. Nachmittags unternehmen wir dann eine Wanderung zum Leuchtturm von Byron Bay und genießen den Sonnenuntergang.

Samstag, 24. November

Frühstück am Fingal Head

Wir sind schon früh auf, da die Sonne bereits kurz nach Sonnenaufgang 27 Grad erreicht. Wir nehmen unser Frühstück mit an den Strand. Uns kommen schon die ersten Badegäste entgegen, ein Handtuch um den Bauch geschlungen, da sie bereits kurz nach Sonnenaufgang zu einem ersten Bad ins Meer gegangen sind.

Wir setzen uns in den Schatten auf einen umgefallenen Baumstamm, die nackten Füße im weichen Sand.

Und das war unser Frühstücks-Ausblick am Strand von Fingal Head:

 

Auch Curlews mögen Camping

Später entdecken wir neben dem Duschblock einen platt auf den Boden liegenden Curlew (eine Art Australischer Roadrunner, der vorwiegend Nachtaktiv ist), und fragen uns, ob er vielleicht tot ist.

Als der Vogel dann mit den Augen zwinkert, bemerken wir, dass das Tier tatsächlich noch lebt. Die Vogeldame sitzt nämlich auf ihrem Nest, und lässt sich nicht von Touristen stören, die den Weg zur Dusche einschlagen.

Ein Dauercamper, der uns hat beobachtet hat erzählt uns, dass die Curlews   eine vom Aussterben bedrohte Vogelart sind. Darum kommt einmal im Jahr ein Beamter vorbei, um die Tiere zu zählen.

Besuch an der Spitze der Fingal Halbinsel und Point Danger

Wir packen unsere Sachen ein und fahren über einen Schotterweg zur Spitze der Fingal Halbinsel. Zu Fuß hätten wir etwa 45 Minuten gebraucht, aber aus Zeitmangel entscheiden wir uns, das angenehm heruntergekühlte Auto zu nehmen.

Die Spitze der Fingal Heads Halbinsel wird an einer Seite vom Pazifischen Ozean und einem langen Sandstrand begrenzt (siehe Foto weiter unten), an der anderen Seite befindet sich wieder der Tweed River. Wir stehen am Wellenbrecher und schauen über riesige Felsblöcken hinaus aufs Wasser.

Auf der anderen Flussseite sehen wir die Klippen von Point Danger, die ein Riff markieren, das der Seefahrer James Cook auf seiner Erkundungsfahrt im Jahr 1770 benannt hat. Point Danger bildet zudem die Grenze zwischen New South Wales und Queensland.

Es ist Samstag Morgen, und die Einheimischen führen ihre Motorboote und Jet Skis aus. Ein größeres Touristenboot fährt zum Wale beobachten raus aufs Meer. In der Nähe sehen wir zwei Schnorchler im türkisblauem Wasser, die die felsige Küste erkunden.

Wir gehen zur anderen Seite des Wellenbrechers und entdecken die ersten Surfer auf unserer Reise, die auf die perfekte Welle warten.

Außer uns spielen noch ein paar Kinder im Sand, und Einheimische führen ihre Hunde aus.

Und so sieht das dann auf dem Foto aus:

 

Wir haben heute noch einiges vor, daher geht es nun leider wieder zurück ins Auto. Eigentlich wollten wir noch den Leuchtturm von Fingal Head (Fingal Head Lighthouse , 153°34.3′ Ost) anschauen, der fast so weit östlich liegt wie sein Nachbar, der Leuchtturm von Byron Bay.

Das machen wir dann beim nächsten Mal – Fingal ist auf jeden Fall ein Platz zum Wiederkommen!

Entlang der Tweed Coast Road Richtung Brunswick Heads

Wir halten noch kurz für einen Kaffee und ein paar Strandfotos in Kingscliff, danach nehmen wir die ruhige Tweed Coast Road Richtung Süden. Wir durchqueren unbebautes Bushland und haben immer wieder tolle Ausblicke auf fast menschenleere Strände.

 

(Foto: Strand von Kingscliff)

Etwa 50 Kilometer später erreichen den Strand von Brighton Beach in der Nähe von Brunswick Heads. Die Umgebung ist tropisch und grün, und wir fühlen uns fast wieder wie daheim in Cairns – das allerdings fast zwei Tausend Kilometer weiter im Norden liegt.

Kein Wunder also, dass diese Urlaubsregion als "Tropical Coast" (tropische Küste) von New South Wales bekannt ist.

Wir parken unseren Mietwagen am Straßenrand und gehen über einen kleinen Zugang über eine bewaldete Düne zum Strand (siehe Foto unten).

 

 

Ein Schild mit Foto weist uns darauf hin, dass die Zwergseeschwalbe – die es übrigens auch in Deutschland gibt, wenn auch nur noch sehr selten – ihre Eier in kleinen Mulden direkt in den Sand hineinlegt, und dass man aufpassen soll, die Tiere nicht zu stören.

Unter den Vögeln am Strand, die wir auf den ersten Blick für Möwen halten, erkennen wir tatsächlich einige Seeschwalben mit ihren auffälligen schwarzen Käppchen.

 

 

Der Strand ist weich wie Puder, und es ist ein Genuss, bei blauem Himmel, Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen mitten im November die würzige Seeluft einzuatmen.

 

Ankunft in Byron Bay

Seeluft macht hungrig. So machen wir uns nun auf dem schnellsten Wege auf nach Byron Bay, das wir rechtzeitig zum Mittagessen erreichen. Wir befinden uns nun 175 Kilometer südlich von Brisbane, aber es kommt uns irgendwie viel weiter vor (bis Sydney sind es übrigens noch etwa 800 Kilometer).

Früher war Byron Bay für seine Butter weithin bekannt. Aber der Leuchtturm wie auch die entspannte Lebensart des kleinen Orts hat die Butter schon seit langem in den Schatten gestellt.

Unser Campingplatz liegt in Fußweite vom Stadtzentrum von Byron Bay, aber doch sehr ruhig. Unser Zelt stellen wir in den Schatten unter einer Reihe von stattlichen Paperbark-Eukalyptusbäumen.

Siesta in Byron Bay

Wir gehen zu Fuß die paar Minuten ins Stadtzentrum und setzen uns auf den Balkon im ersten Stock drs passend benannten Balcony Bar and Restaurant. Zwei Sofas mit einem niedrigen Tisch sind noch frei, sodass wir es uns gemütlich machen können.

Heute gibt es als Tagesmenü typisch Australisches Fish & Chips ($12.50), dazu eine Flasche San Pellegrino Mineralwasser und ein Cascade Ginger Beer (Ingwer-Bier) zur Erfrischung.

 

Wir lassen die heißesten Mittagsstunden auf dem Balkon angenehm an uns vorbeiziehen. Das Foto oben zeigt den Blick vom Balkon in Richtig Meer, das am Ende der Straße liegt.

Am Strand von Byron Bay

Am Nachmittag gehen wir die wenigen Meter hinunter zum Strand von Byron Bay. Wir hatten vorher schon gewusst, dass wir gerade das Wochenende erwischt haben, an den „Schoolies“ sind – das heißt, dass hier viele 18jährige ihren Schulabschluss feiern.

Der Strand ist daher voller junger Leute. Was uns allerdings überrascht ist, dass so viele Mädchen und so wenig Jungs am Strand zu sehen sind.

 

(Foto oben: Strand von Byron Bay mit Leuchtturm im Hintergrund).

Hiebei fällt uns übrigens auch auf, dass man in Byron Bay erheblich mehr Männer (jeden Alters) mit langen Haaren sieht als anderswo in Australien.

Der Wind am Strand ist ziemlich kräftig, und wird vor allem später am Nachmittag recht frisch. Wir gehen zurück zum Auto, das wir auf dem Campingplatz in der Nähe geparkt haben, um nach einer Jacke zu schauen. Wir überlegen, ob wir die drei Kilometer zum Leuchtturm fahren oder laufen sollen.

Da es schon relativ spät am Nachmittag ist, entscheiden wir uns, zu fahren. (NB: Auf dem Foto oben ist ganz gut zu sehen, dass es vom Strand bis zum Leuchtturm ein ziemlich langer Fußmarsch ist).

Besuch beim Leuchtturm von Byron Bay

Wieder einmal finden wir eine freundliche Dame an der Rezeption, die uns erklärt, dass es in der Nähe des Leuchtturms kostenlose Parkplätze gibt. Als wir allerdings die Lighthouse Road erreichen – die Straße zum Leuchtturm – übersehen wir den richtigen Abzweig und landen doch wieder auf einem Parkplatz mit Parkuhr.

Wir werfen ein paar Dollar in die Parkuhr und gehen die kleine Lee Lane entlang, an der der Wanderweg durch den Regenwald zum Leuchtturm beginnt.

Im Wald sehen wir typische Vertreter der australischen Pflanzenwelt, wie etwa Baumfarne (Cycads), die es so schon zu Zeiten der Dinosaurier gab, außerdem verschiedene weiche Farne und viele Epiphyten (Baumfarne), die etwa als Elchsgeweihfarn an den Stämmen der Bäume kleben.

Da wir über einen Berggrad wandern, bekommen wir immer schöne Aussichten zu beiden Seiten der Halbinsel, auf der sich der Leuchtturm befindet.

Weite Aussichten auf Byron Bay

Später führt uns der Wanderweg aus dem Wald hinaus, und wir erreichen wieder die schmale Leuchtturmstraße. Direkt am Hang entdecken wir eine Absprungplattform für Drachenflieger. Die Flieger sind im Moment nicht zu sehen, sodass wir die Plattform als Aussichtspunkt nutzen.

Von hier aus kann man über den Kilometerlangen Strand an der unbebauten Südostseite von Byron Bay und über die ausgedehnten Wälder des Arawak Nationalparks schauen (Arakwal ist der Name der Aboriginals, die hier früher lebten).

Das fühlt sich fast schon so an wie Fliegen. Auch den berühmten weißen Leuchtturm sehen wir bereits, wenn wir Richtung Osten schauen.

Wir laufen die letzten Meter zum Leuchtturm, dem Cape Byron Lighthouse, hinauf. Der 18 Meter hohe Leuchtturm markiert den östlichsten Punkt Australiens (153° 38.1′ Ost), und ist zudem der stärkste Leuchtturm des Landes. Sein Licht kann man bis zu einer Entfernung von 40 Kilometern sehen.

 

 

Der 1901 erbaute Leuchtturm ist reinweiß, und zusammen mit dem dunkelblauen Himmel ein tolles Fotomotiv, das von 500.000 Besuchern im Jahr bewundert wird. Zudem werden hier regelmäßig Hochzeiten abgehalten.

Heute sehen wir keine Brautkleider am Leuchtturm. Die Sonne steht wie erwartet schon recht tief, und das Licht eignet sich hervorragend zum Fotografieren.  

Byron Bay – Am östlichsten Punkt von Australien

Wir gehen die kleine Holztreppe hinunter zum tatsächlich östlichsten Punkt von Festland-Australien (es gibt noch einige Inseln weiter östlich), und genießen die Ausblicke.

Wir stehen nun übrigens auch am äußersten Rand der Caldera des Tweed Vulkans, der hier am Wasser sein Ende nimmt. Ohne den Vulkan würde es vielleicht gar kein Kap geben, auf dem heute der Leuchtturm steht.

Ein hölzerner Wanderweg zieht sich entlang der nun wieder windigen Klippen an der Nordseite des Kaps, und wir entscheiden uns, noch ein bisschen weiter zu wandern. Ein Schild am Wegesrand bedankt sich dafür, dass wir zu Fuß unterwegs sind und nicht mit dem Auto. Auch so kann man etwas für die Natur tun, lesen wir.

 

Später sehen wir unter einem Baum einen Forest Dragon (ein kleiner Leguan), der ebenso wie wir noch das letzte Abendlicht genießt.

Der Weg geht dann hinunter zu einer Wohnsiedlung direkt am Strand, die von den Regenwäldern des Nationalparks umkränzt ist (siehe Foto unten). 

 

 

Wir entdecken schließlich auch den besagten kostenlosen Parkplatz im Wald bei Palm Valley in der nächsten Bucht. 

Sonnenuntergang in Byron Bay

Von einem Aussichtspunkt an der Lighthouse Road schauen wir uns den Sonnenuntergang über Byron Bay an. Danach sind es nur noch ein paar Minuten zu Fuß bis zu unserem Mietwagen, den wir im abendlichen Zwielicht erreichen.

 

(Foto: Sonnenuntergang in Byron Bay )

Insgesamt waren wir gerade einmal zwei Stunden unterwegs, aber es war ein fantastischer Spaziergang! Und es hat sich also doch gelohnt, die Strecke mit dem Auto etwas abzukürzen.

Weil es so schön war, nehmen wir uns vor, gleich morgen zum Sonnenaufgang noch einmal wieder zu kommen. Der Abend ist klar, und so erwarten wir schönes Wetter für unseren zweiten Ausflug zum Leuchtturm.

Der Reisebericht geht weiter auf der folgenden Seite….

 

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