Reisebericht Fraser Island ab Brisbane (Seite 2 / 3)

Spezial-Geländewagen auf Fraser Island

Wir unternehmen einen Spaziergang durch den Regenwald von Fraser Island am Wanggoolba Creek und checken dann beim Eurong Beach Resort ein, wo wir heute übernachten. Abends gehen wir nochmal raus, um uns den Sternenhimmel Australiens anzuschauen.

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Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir schließlich Central Station, das mitten im Regenwald liegt. Matt erzählt uns, dass der Name Geschichte hat: Hier hat man früher tatsächlich versucht, Eisenbahnschienen zu verlegen, um die gefällten Bäume an den Strand zu bringen, und von dort zur Sägemühle nach Maryborough auf dem Festland.

Der sandige Grund war dafür nicht geeignet, sodass man das Projekt schließlich aufgegeben hat. Heute ist Fraser Island ein Nationalpark sowie Unesco Welterbe, und die Holzfällerei ist nicht mehr erlaubt.

Spaziergang Wanggoolba Creek

Von der Central Station, die heute als Camping- und Picknickplatz dient, führt ein schöner Wanderweg entlang des Wanggoolba Creek mitten durch einen Regenwald, der ganz auf Sand gebaut ist.

Auf Sand gebauter Regenwald ist weltweit etwas ganz Besonderes, und ist nur auf Fraser Island und im Cooloola National Park in der Nähe von Rainbow Beach zu finden.


Foto: Wanggoolba Creek am späten Nachmittag


Urwaldbäume im Pile Valley

Matt ist schonmal voraus gefahren, sodass wir am Ende des Wanggoolba Creek Weges direkt weiter bergauf zum Pile Valley gehen können. Hier gibt es riesige Urwaldbäume, Satinay Trees, mit dicken Stämmen, die früher mit besonderer Vorliebe gefällt wurden, weil das Holz sehr hart und verrottungsfest ist.


Foto: Beeindruckende Satinay Bäume im Pile Valley


Am Ende des Weges wartet Matt auf uns dem Geländewagen. Es wird schon langsam dunkel, und wir fahren durch den Wald wieder zum Eurong Resort.

Foto: Im Regenwald bei Pile Valley


Eurong Beach Resort

Das Resort liegt strategisch günstig etwa in der Mitte des 75 Mile Beach. Da es auf Fraser Island keine Städte gibt, ist Eurong ein bisschen wie ein Ersatz-Dorf mit Tankstelle, Laden, Bäckerei und mehreren Restaurants (die allerdings nicht alle ganzjährig geöffnet sind), sowie den über mehrere Gebäude verteilten Hotelzimmern. Jeden Tag geöffnet hat das Buffet-Restaurant, das direkt neben dem Pool liegt.

Von Matt hören wir, dass nach mehreren aufeinanderfolgenden Regentagen im Resort oft Hochsaison herrscht, wenn so mancher Camper völlig durchnässt eincheckt, um endlich wieder einmal in einem trockenen Bett schlafen zu können.

Heute ist es allerdings sonnig und trocken, und das Resort liegt wie im Winterschlaf.

Nachdem wir unser Gepäck im Zimmer abgestellt haben, ist es Zeit für’s Abendessen, und das Buffet wartet bereits auf uns. Ich bin kein großer Freund von Buffets, aber wir werden überrascht: Jeden Abend wird zu einem anderen Thema gekocht; heute ist mexikanischer Abend. Und das Essen ist gar nicht so schlecht.

Fraser Island im Sternenlicht

Nach dem Essen wartet Matt am Strand auf alle die, die noch Lust aufs Sterne gucken haben (also alle). Da fast Vollmond ist, sieht man nicht so viele Sterne wie an manchen anderen Nächten.

Matt ist ein Freund der Sterne, und er zeigt uns Planeten und Sternbilder und erklärt uns, wie man das Kreuz des Süden (Southern Cross) findet. Danach geht es noch für ein Bier in die Bar des Eurong Resort, und schließlich ins wohl verdiente, frisch bezogene Bett.

Nachts können wir die Wellen am Strand hören. Das Meer ist nicht weit und das Rauschen der Wellen ist sehr angenehm.

Sonnenaufgang am 75 Mile Beach

Am nächsten Morgen sind wir bereits zum Sonnenaufgang auf. Da es nicht weit zum Strand ist (etwa 1 Minute zu Fuß) schauen wir uns den Sonnenaufgang an. Außer uns beiden sehen wir nur einen einsamen Geländewagen am Strand.

 


Foto: Morgenstimmung am 75 Mile Beach


Ein Sonnenaufgang am Meer ist auch nach vielen Jahren in Australien für uns immer wieder ein Erlebnis.

Gegen 7 Uhr treffen wir uns am Restaurant des Eurong Resorts mit den anderen Reisenden. Bei unserer Tour ist Kaffee und Tee, Toast und Müsli mit dabei. Warmes Frühstück mit Eiern und Speck hätten wir auch bekommen können, für um die $ 6 Aufpreis, wenn ich mich recht erinnere.

Abfahrt vom Eurong Resort

Gegen 7:30 Uhr wartet Matt bereits auf uns, mit unserem roten Geländewagen. Da es offenbar nicht allen Gästen leicht fiel, rechtzeitig aus dem Bett zu kommen, sind wir auch heute wieder mit leichter Verspätung auf der Piste bzw. auf dem 75 Mile Beach.

Mit zerzauster Heidelandschaft bewachsene Sanddünen ziehen an uns vorbei, und Seeadler kreisen über unseren Köpfen, während uns die Reise weiter nach Norden fährt.

Dingos am Strand

Auch heute sehen wir Dingos am Strand, sowie hier und da vereinzelte Häuser zwischen den Dünen. Insgesamt soll es um die 200 Häuser auf der Insel geben. Trotz allem gibt es aber keine richtigen Ortschaften, wenn man von Resorts wie Eurong, Kingfisher, Happy Valley oder Cathedral Beach absieht.

Eli Creek, ein kleiner Bach, zieht an uns vorbei. Hier werden wir später nochmal vorbeikommen.

Maheno Schiffswrack

Nach etwa einer halben Stunde Fahrt taucht das Schiffswrack der Maheno vor uns auf. 1921 war es noch ein luxuriöses Kreuzfahrtschiff mit Platz für 500 Gäste, im 1. Weltkrieg dann ein Hospitalschiff für Soldaten.

Nach dem Krieg war es wieder als Kreuzfahrtschiff unterwegs, bis es 1935 nach Japan verkauft wurde, wenn auch ohne Motoren, sodass das Schiff abgeschleppt werden musste.

Unterwegs kam die Maheno in einen Sturm, wurde am 75 Mile Beach an Land gespült und nie wieder flott gemacht. Heute ist nur noch eine rostige, aber sehr fotogene Hülle vorhanden.


Foto: Das Wrack des einstigen Luxuskreuzers Maheno


Direkt neben dem Schiff wartet ein kleines Flugzeug, das Rundflüge über die Insel anbietet, aber um die Zeit ist noch keiner in Stimmung.

Wir folgen dem langen, langen Strand weiter nach Norden, nur wenige Meter vom tosenden Meer entfernt. Wieder sehen wir vereinzelte Dingos. Unterwegs durchkreuzen wir eine Regenwolke, aber weiter im Norden scheint wieder die Sonne. Nach etwa einer halben Stunde Fahrt erreichen wir das Nordende von 75 Mile Beach: den Indian Head Aussichtspunkt.

Aussichtspunkt Indian Head

Matt erzählt uns, dass Felsen wie der Indian Head ungemein wichtig für die Bildung von Inseln und Stränden sind, da sich hier Sand ansammelt und auch liegen bleibt.

Ohne den Indian Head, sagt Matt, würde es Fraser Island vielleicht gar nicht geben, und der Sand wäre einfach weiter nach Norden geblasen worden anstatt sich hier anzusammeln. Na, da haben wir aber Glück!


Foto: Parken am Strand neben dem Indian Head (links)

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