Reisebericht Fraser Island ab Brisbane (Seite 3 / 3)

Aussichten vom Indian Head auf Fraser Island
Aussichten vom Indian Head auf Fraser Island

Unsere geführte Fraser Island Tour führt uns heute zum Indian Head und Eli Creek, bevor wir über den 75 Mile Beach in Richtung Rainbow Beach fahren. Am Nachmittag treten wir die Rückreise nach Brisbane über den Cooloola National Park an.

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Fraser Island mit Indian Head und Eli Creek

Der Wagen wird im Sand am Fuße der Felsen geparkt, und wir klettern die Felsen zum Indian Head hinauf. Die Sonne scheint, und es ist angenehm warm. Vom Gipfel aus haben wir weite Aussichten auf den endlos langen 75 Mile Beach, wie im Foto oben zu sehen.

Auch nach Norden hin ist sind die Aussichten interessant: Hier schließt ein sichelförmiger Sandstrand an, und wir sehen einige weitere Geländewagen, die von hier oben klein wie Ameisen sind.

Foto: Aussichten von Indian Head nach Norden


Die Aussichten vom Indian Head sind mit die besten auf der ganzen Insel, und es fällt uns schwer, uns schließlich vom Indian Head zu trennen.

Fraser Island – eine abwechslungsreiche Insel

Nun reisen wir wieder am Strand entlang richtung Süden, da unsere zwei Tages Tour keine Zeit erlaubt für eine weitere Erkundung des Nordens von Fraser Island.

Unterwegs fragen wir Matt, ob Fraser Island nach einer Weile nicht langweilig wird, wenn man ständig die langen Strecken fahren muss. Er aber erzählt uns, dass die Insel sich ständig verändert.

Je nach Höhe der Gezeiten ist der Strand manchmal hart und manchmal ganz weich, und auch die Konsistenz der Inlandpisten ist abhängig vom Niederschlag. Die Sandstraßen sind etwa angenehm griffig nach einem Regen und schwierig zu befahren, wenn der Sand nach langer Trockenzeit staubtrocken ist.

Ein Bad im Eli Creek

Unterwegs durchqueren wir nochmals die Regenwolke vom Hinweg und werden mit einem Regenbogen belohnt. Als wir Eli Creek erreichen, ist es trocken, aber der Himmel ist zugezogen.

Ebenso wie Wanggoolba Creek ist Eli Creek etwas ganz Besonderes: Es handelt sich um einen Bach mit einer sehr starken Strömung, der direkt über den Strand ins Meer fließt und dessen Flussmündung sich über die Jahre schon oft verlagert hat.

Ein Holzsteg führt am Eli Creek vorbei, etwa 150 m landeinwärts. Am Ende des Holzstegs geht eine Treppe zum Bach hinunter. Von hier aus kann man sich bequem von der Strömung zur Mündung tragen lassen.

Abhängig von den Gezeiten ist der Eli Creek unterschiedlich hoch, da etwa eine Flut das Frischwasser aufstaut. Als wir da sind, ist Ebbe, aber es ist immer noch genug Wasser vorhanden für ein erfrischendes Bad. Und auch für Leute, die eher nicht baden möchten, ist der Bach einen Besuch wert, da er sehr fotogen aussieht.



Foto: Baden im Eli Creek


Picknick am Meer

Mittagessen gibt es heute schon gegen 11:30 Uhr, mit Salat, kaltem Roast Beef, Truthahn und weichen Brötchen. Das ist zwar kein Festtagsmenü, dafür aber ist alles frisch. Leichter Regen beginnt zu fallen, aber der große Geländewagen dient als Wind- und Regenschutz.

Die beste Zeit für Fraser Island

Als wir ankamen, waren 13 Geländewagen und zwei Tourfahrzeuge (unseres und ein anderes) neben dem Eli Creek geparkt. Als wir nach dem Mittagessen bei leichtem Regen abfahren, ist noch genau ein Geländewagen sowie und ein Tourfahrzeug übrig geblieben.

Wir sind außerhalb der Ferien und während der Woche auf Fraser Island. Das ist die Beste Zeit, um die Insel zu besuchen. Matt erzählt uns, dass an Weihnachten 2013 an der selben Stelle an die 90 Geländewagen und 14 Tourfahrzeuge geparkt waren.

Es lohnt sich also immer, Feiertage, und wenn möglich auch Schulferien zu vermeiden, wenn Sie Fraser Island besuchen.

Dingos auf Fraser Island

Die Reise führt uns weiter über den 75 Mile Beach nach Süden. Wir sehen mehr Dingos, und zählen mit. Dingos Nr. 6, 7 und 8 ziehen an uns vorbei. “11 ist das Maximum”, sagt Matt.

Da Dingos Einzelgänger sind, sieht man nämlich selten mehr als zwei der Wildhunde zusammen. Abgesehen davon sehen wir noch eine ganze Reihe von Küstenvögeln wie Seeschwalben (Terns) mit ihren schwarzen Mützen und spitzen gelben Schnäbeln und die schwarzweißen Austernfischer (Pied Oystercatchers) mit roten Schnäbeln, die an der Brandung nach frischen Meerestieren picken.



Foto: 75 Mile Beach Richtung Rainbow Beach


In der Ferne tauchen nun linker Hand die Coloured Sands auf dem Festland bei Rainbow Beach auf, und wir überholen zwei auffällige Geländewagen mit der Aufschrift ICE. Diese Fahrzeuge sind die mobilen Supermärkte der Insel, da sie nicht nur Eis (zum kühlen), sondern auch Getränke, Brot und Feuerholz und sogar Zeitungen und Köder fürs Angeln verkaufen.

Dünenlandschaft auf Fraser Island

Die Fähre nach Rainbow Beach ist nun nicht mehr weit. Matt zeigt uns ein Dünengebiet, das es vor 10 Jahren so noch nicht gab. “Die Dünen wachsen hier noch immer”, sagt er. An der Gold Coast weiter im Süden hingegen machen sich die Anwohner Sorgen, dass die Strände immer schmaler werden. Ob der Sand hier wohl von der Gold Coast kommt?

Auf der Fähre nach Rainbow Beach holen uns dann die beiden ICE Trucks wieder ein. Interessanterweise haben wir den Fahrer einer der Wagen bereits kurz vor Weihnachten nur wenige Kilometer weiter südlich auf dem Strand von Teewah Beach getroffen. Die Welt ist so klein!



Foto: Mit der Fähre zuück nach Inskip Point


Über Inskip Point geht es nun wieder nach Rainbow Beach. Fahren über den Sand mit halb-platten Reifen (damit der Wagen nicht stecken bleibt) kostet eine Menge Treibstoff, daher müssen wir wieder an die Tankstelle. Immerhin sind wir mit fast 20 Leuten unterwegs. Wären wir alle einzeln mit dem Geländewagen unterwegs gewesen, hätten wir sicher mehr Treibstoff verbraucht.

Zurück in Rainbow Beach

In Rainbow Beach gibt es nur eine Tankstelle, und daran angeschlossen eine Bäckerei, ein Souvenirladen und öffentliche WCs. Außerdem kann man sich hier mit Fährtickets nach Fraser Island versorgen, und ein Aushang weist Ebbe und Flut für die nächsten Tage aus.

Wir und unsere Mitreisenden versorgen uns mit Kaffee, Eis, und Süßigkeiten, bevor wir uns wieder auf den Weg machen. Die ersten zwei Gäste, ein nettes Paar aus Deutschland, verlassen uns nun schon wieder.

Cooloola National Park

Wir sind ja schon wieder auf dem Heimweg, aber ein richtiger Höhepunkt liegt noch vor uns. Die Sonne ist wieder herausgekommen, und wir haben noch Ebbe. Daher ist der Weg frei für den Weg zu den Coloured Sands im Cooloola National Park.


Foto: Kilometerlange Coloured Sands


Coloured Sands bei Rainbow Beach

Wer in Rainbow Beach zu Besuch ist, und keinen Geländewagen hat, der kann auch zu Fuß zu den farbigen Sanddünen laufen. Die Sanddünen sind schon kurz hinter Rainbow Beach sehenswert, aber je weiter man läuft, umso schöner wird das Farbenspiel.

Da wir sowieso in die Richtung müssen, fährt uns Matt direkt bis vor eine sehenswerte Sandwand.

Foto: Coloured Sands


Nachdem wir uns satt gesehen und fotografiert haben, fahren wir den Strand bis kurz vor dem Kap von Double Island Point entlang. Hier biegen wir ab und nehmen die Sandpiste durch den Wald nach Teewah Beach.

Nun geht es wieder über viele Kilometer den breiten Sandstrand entlang nach Süden. Das Meer braust wieder zur Linken, mit Sanddünen und niedriger Vegetation zur Rechten.

Foto: Teewah Beach, mit Blick Richtung Norden / Double Island Point


Im Cooloola National Park gibt es keine Dingos, dafür sehen wir immer wieder Vögel am Strand. Wir lassen nun den Cooloola National Park hinter uns und der graue Asphalt hat uns wieder. Wir setzen mit der Auto-Fähre nach Noosa über. Gegen 15 Uhr verlassen uns einige weitere Gäste. Bald sind wir in Nambour an der Riesen-Ananas und setzen den älteren Herrn wieder ab.

Unterwegs nach Brisbane

Auf der Autobahn nach Brisbane ist viel Verkehr, wenn auch kein Stau. Schon jetzt vermisse ich die endlos langen Strandpisten weiter im Norden. Als wir Brisbane erreichen, ist es schon dunkel. Zwei aufregende Tage liegen hinter uns, als wir uns von den anderen Gästen in Brisbane Zentrum verabschieden.

Für Matt hingegen ist der Tag noch nicht vorbei – zwei Gäste müssen noch weiter zur Gold Coast, danach muss der Wagen zurück ins Depot, und von dem vielen Sand, den wir hineingetragen haben, befreit werden. Ein langer Tag für Matt, aber den meisten Teil davon hat er barfuß verbracht, wie wir unterwegs bemerkten.

Vielleicht verdient Matt nicht so viel wie der eine oder andere seiner Gäste, aber ein Leben barfuß auf der größten Sandinsel der Welt ist sicher etwas, um das ihn der eine oder andere beneiden wird.

Unser Fazit – 2 Tage Fraser Island ab Brisbane

Sicherlich ist es eine lange Fahrt von Brisbane nach Fraser Island. Daher ist es ohne Zweifel die beste Entscheidung, von Hervey oder Rainbow Beach die Insel zu besuchen.

Aber das ist nun einmal nicht immer möglich. Wir hatten dieses Mal selbst nicht genügend Zeit, um am Vortag von Brisbane die Strecke nach Hervey Bay raufzufahren. Daher haben wir die lange Fahrt in Kauf genommen.

Jetzt, wo ich den Reisebericht schreibe, ist es bereits einige Wochen später. Aber ich denke immer noch gerne zurück an die vielfältigen Eindrücke, die wir in der kurzen Zeit erhalten haben. Vor allem der Indian Head uns mit noch lange in Erinnerung bleiben.

Fraser Island – wir kommen wieder!

 

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