Reisebericht Great Ocean Road und Grampians (Seite 1 / 3)

Great Ocean Road
Great Ocean Road

Endlich mal nicht selber fahren: Wir haben uns im November für 3 Tage einer Budget-Tour im Kleinbus zur Great Ocean Road und dem Grampians NP angeschlossen und wurden angenehm überrascht.

28. November – Unterwegs zu den steinernen "12 Aposteln"

Melbourne ist nicht nur mit Hinsicht auf sein Kulturangebot und den vielen guten Restaurants und Cafés eine Reise wert. Von der Hauptstadt des australischen Staat Victorias aus kann man auch die schönsten Reiseziele in Victoria innerhalb von wenigen Stunden erreichen.

Wir waren schon einige Mal in Melbourne zu Besuch. Dieses Mal haben wir uns vorgenommen, die Great Ocean Road und den Grampians National Park zu besuchen. Beide liegen nicht besonders weit von Melbourne entfernt.

 

Foto: Melbourne

Was ist besser – Selbst fahren oder eine Tour in Australien?

Wir sind gerne mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs, da man dann selbst entscheiden kann, wann man wo hält. Allerdings bleibt das Fahren meistens an einer Person hängen, während die andere – wenn überhaupt – die Landkarte im Blick hält und die Landschaft genießt.

Damit dieses Mal alle beide völlig entspannt aus dem Fenster schauen können, haben wir eine dreitägige Tour von Melbourne aus gebucht (buchen kann man zB. > hier…).

Tourübersicht – 3 Tage Great Ocean Road und Grampians

Die Tour geht von Melbourne aus über die Great Ocean Road am ersten Tag bis nach Port Campbell in der Nähe der Felsformation der 12 Apostel. Den Morgen des zweiten Tages verbringen wir nochmal an der Great Ocean Road, der wir bis ans Warrnambool folgen.

Nach dem Mittagessen wenden wir uns dann ins Landesinnere und unternehmen eine Wanderung im Grampians National Park. Morgens am 3. Tag haben wir nochmals Zeit für die Grampians, bevor es für die eine Hälfte der Gruppe weiter nach Adelaide geht. Die andere Hälfte fährt zurück nach Melbourne.

Und so ging’s los – Abfahrt in Melbourne

Unsere Tour beginnt am Freitag morgens bereits gegen 6:50 Uhr. Wir warten an unserem Hotel in North Melbourne, wo Fahrer John uns abholt, und uns zum Checkin an der Flinders St. bringt. John erzählt uns, dass heute wegen dem kommenden Wochenendes viel los ist, und gleich 9 Busse losfahren.

Bis alle Gäste dem richtigen Bus zugeordnet sind, dauert es daher eine Weile, aber es gibt ein WC und ein Café direkt nebenan, sodass man sich solange mit dem Wichtigsten versorgen kann.

Viele Deutsche unterwegs in Australien

Unser Tourleiter heißt Robert, und er hat einen 24er Bus mit einem Anhänger für unser Gepäck dabei, der bis obenhin voll wird. Wir sind 22 Reisende; die Deutschen machen die Mehrheit aus, außerdem sind noch vier US-Amerikaner, ein französisches Paar, zwei Chinesinnen und eine Holländerin mit dabei. Die meisten sind irgendwo zwischen 18 und 35; Kinder sind nicht dabei.

Laut Tourguide Robert sind die Deutschen bei den meisten Touren ab Melbourne sehr gut vertreten, oft mit bis zu 50 Prozent der Gruppe. Wir sind also kein Sonderfall.

Unterwegs von Melbourne zum Surfer-Mekka Bells Beach

Wir verlassen Melbourne, fahren gegen 9 Uhr an der Hafenstadt Geelong vorbei und erreichen schließlich Torquay, die erste Stadt an der Great Ocean Road, gegen 9:30 Uhr.

 

Foto: So verbringen unsere Mitreisenden die erste Fahrtstunde.


Torquay und Bells Beach

Die kleine Stadt Torquay (6.700 Einwohner) ist die Heimat der Surfausstatter Quiksilver und Rip Curl. Wir halten für eine kurze Pause an einem Outlet Center, das sich speziell auf Surfer, Surfmode und Freizeitbekleidung spezialisiert hat. Hier werden alle Grundbedürfnisse gedeckt – Kaffee, WC und Einkaufen.

Danach besuchen wir den bei Torquay gelegenen Bells Beach, ein bei Surfern hochverehrter Strand, auf dem jedes Jahr der Rip Curl Pro Wettbewerb statt findet, der 1961 als Bells Beach Surf Classic begann. Bei guten Windverhältnissen gibt es hier die "Tubes" oder Röhren, durch die die Weltklasse-Wellreiter surfen können.

Heute ist es zwar windig, aber das Meer ist relativ ruhig, und es sind keine großen Brecher in Sicht. Wir sehen nur ein paar Surfer im 17 Grad kalten Wasser, das wohl auch in den nächsten Monaten nicht richtig viel wärmer wird. Wir machen ein paar Fotos mit bedecktem Himmel und ziehen weiter.

Foto: Bunt bemalte Umkleidekabinen am Bells Beach


Unterwegs auf der Great Ocean Road

Die Great Ocean Road ist 242 Kilometer lang und gilt als eine der schönsten Küstenstraßen der Welt. Sie wurde in 13 harten Jahren von 1919 bis 1932 von über 3000 Kriegsheimkehrern aus dem 1. Weltkrieg gebaut, gewissermaßen als Therapie mit Schaufel und Spitzhacke.

Die gut ausgebaute Great Ocean Road erstreckt sich nun vor uns, mit unzähligen Kurven und Windungen. Die kleinen Ferienorte Anglesea und Aireys Inlet ziehen an uns vorbei. Die Mehrheit der Villen mit Meerblick, die wir sehen, gehören reichen Melbournern, die nur am Wochenende oder in den Ferien mal vorbeischauen.

 

Foto: Türkisblaues Wasser an der Great Ocean Road

Foto: Spektakuläre Aussichten am "Surf Coast" Abschnitt der Great Ocean Road


Die Temperaturen sind angenehm kühl bei um die 18 Grad. Wir halten immer wieder an schönen Aussichtspunkten, sehen türkisfarbiges Wasser und honigfarbene Sandsteinklippen. Unser Reiseleiter Robert hat es nicht eilig, und wir haben bei jedem Stopp Zeit genug, um die Aussichten zu genießen.

Foto: Nicht nur Klippen, auch weite Strände gibt es an der Great Ocean Road


Die ersten Koalas

Es geht vorbei an Lorne, eine geschützte Bucht mit schicken Cafés und Fish & Ships Läden. Tourguide Robert erzählt, dass man in dieser Gegend im Winter sogar Wale direkt von der Straße aus beobachten kann.

Ein weiteres Highlight für uns ist der Stopp in Kennet River. Direkt neben einem Campingplatz befindet sich ein Eukalyptus-Hain, indem sich drei Koalas sowie weiße Kakadus mit gelben Kämmen und viele rot-grüne und rot-blaue King Parrot Papageien aufhalten.

Tourguide Robert kauft eine Tüte Vogelfutter und verteilt es an alle Gäste. Ein Papagei landet sogar auf seiner Mütze, ein paar Papageien landen auch auf den Schultern der Gäste, um hier besser im Blick zu haben, wer gerade Vogelfutter verteilt.

 

Foto: Die Koalas sind freiwillig hier und an Menschen gewöhnt.


Die einheimischen Koalas lassen sich natürlich nicht füttern und schlafen direkt über uns in den Bäumen. Nur einer regt sich ein wenig um eine andere Schlafposition zu finden. Die Koalas sind offenbar freiwillig hier und daher nicht immer zu sehen. Sie sind von einem anderen Ort hierher umgesiedelt worden, daher sind sie an die Nähe von Menschen gewöhnt und nicht scheu.

Regenwald an der Great Ocean Road

Wir lassen Apollo Bay und die Küste hinter uns, während die Straße landeinwärts schwenkt. Wie sehen Kühe und Schafe auf den Weiden neben der Straße. Am Cape Otway tauchen wir ein in den Wald, der hier vorwiegend aus lichten Eukalyptus besteht.

Das Klima ist hier ganzjährig weniger windig und teils feucht genug, dass an einigen Stellen sogar Regenwald wächst. Gerne hätte ich hier für einen Regenwald-Spaziergang angehalten, aber es ist schon spät – wir haben schon nach 14 Uhr und bisher noch keine Mittagspause gehabt.

"Koala! Koala!" ruft einer unserer Mitreisenden, und wir halten dann also doch noch einmal kurz an. An einer Straßenecke finden wir gleich drei Koalas, einer davon ist gerade im Begriff, den Baum zu wechseln, daher war es einfach, ihn zu finden. Wenige Meter weiter sehen wir schon wieder Fotografen am Straßenrand, die Koalas gesehen haben.

Foto: Koala am Wegesrand


Historischer Leuchtturm von Cape Otway

Es ist es schon relativ spät, als wir unseren Mittagessen-Platz am Cape Otway Lighthouse, dem ältesten noch erhaltenen Leuchtturm Australiens, erreichen. Der 20 Meter hohe Leuchtturm wurde 1848 errichtet, um den Segelschiffen aus Europa den Weg nach Melbourne zu weisen.

Cape Otway bildet die Grenze zwischen der Surf Coast – die wir am Morgen besucht haben – und der Shipwreck Coast, die nun vor uns liegt. Tatsächlich sind an der Küste Victorias über 600 Segelschiffe gesunken, viele davon an der Shipwreck Coast.

Unser Mittagessen am Leuchtturm Café ist nicht der Rede wert – Würstchen mit Salat – wohl aber die Aussichten. Die Mauern des Leuchtturms sind so dick wie die einer Festung, und vom Aussichtsbalkon aus kann man bis weit entlang der Küste schauen.

Die Sonne scheint, und es so windig, dass es nur im T-Shirt kaum auszuhalten ist. Aber die Panorama-Aussichten halten uns dann doch so lange fest, bis wir durchgefroren sind.

 

Foto: Schön gelegener Leuchtturm am Cape Otway


Die 12 Apostel im Abendlicht

Etwa eine Stunde später fahren wir zurück durch den Wald und vorbei an Kuhwiesen, bis die Great Ocean Road wieder die Küste erreicht. Als wir die Felsformation der 12 Apostel erreichen, ist es bereits 17 Uhr. Tourguide Robert findet, dass das eine gute Zeit ist, weil die meisten Tourgruppen jetzt schon wieder auf dem Weg nach Melbourne sind.

Viel los ist hier allerdings trotzdem. Wir gehen auf einem Holzsteg entlang der Küste, mit guten Aussichten auf die weltweit bekannten Sandstein-Türme, die heute einmal nicht von wildem Wasser umtost sind. Die Sonne steht bereits tief und der Wind bläst uns kräftig um die Ohren.

Tourguide Robert, der zweimal die Woche hier ist, setzt sich auf eine Aussichts-Bank und genießt die dramatische Kulisse aus Meer und Fels. Auch er kann sich nicht satt sehen. Einfach schön.

 

Foto: Felsformation 12 Apostel


Port Campbell

Unsere Unterkunft in Port Campbell erreichen wir gegen 18 Uhr. Port Campbell ist ein kleines Küstenstädtchen, das auch heute, am Freitagabend, angenehm verschlafen wirkt. Es gibt ein paar Restaurants und Pubs, einige Hotels und einen Campinplatz, aber es ist kaum Verkehr auf der Straße.

Wir hatten eigentlich Zelten wollen, weil wir Schlafen unter Sternen in freier Natur einfach schön finden. Wir hören dann aber, dass es Camping erst in der zweiten Nacht im Outback gibt, und wir heute im Hostel übernachten.

Ich habe in Australien schon viele Hostels und Hotels gesehen, manche gemütlich und manche eher nicht. Das unserige gehört sicherlich zu den besten, die ich bisher gesehen habe.

Gibson Steps bei Sonnenuntergang

Nachdem wir unsere Rucksäcke ausgeladen haben, fahren wir kurz an einer Pizzeria vorbei, holen einen Stapel Pizzas in brauen Kartons ab und fahren dann zu den Gibson Steps. Die in den Felsen gehauene Treppe führt hinunter zum Strand.

Von hier aus hat man interessante Aussichten auf einen der Sandsteinpfeiler der 12 Apostel, der vom Strand aus so riesig und so zerklüftet aussieht, dass man fast denken könnte, man wäre auf einem fremden Planeten. Erst aus dieser Perspektive wird einem erstmal bewusst, wie groß die Felstürme eigentlich sind.

Auch hier ist es noch relativ windig, und wir lehnen uns an einen von der Frühlingssonne aufgewärmten Felsen, während die Sonne langsam im Meer versinkt.

Foto: Sonnenuntergang an der Great Ocean Road


Gegen 21 Uhr machen wir uns auf dem Weg zurück ins Hostel. Einige der Gäste sitzen noch eine Weile auf den Sofas in der Bar im Erdgeschoss und tauschen von Reisepläne und -Erfahrungen aus, während die andere sich schon auf die Zimmer zurückziehen.

Unser Hostel in Port Campbell

Wir (drei Frauen und drei Männer, davon zwei Paare und zwei Alleinreisende) übernachten in einem Zimmer zwei großen Fenstern und drei Stockbetten. Auf dem Boden liegt weicher, sauberer Teppichboden, die Matratzen sehen neu aus und die weiße Bettwäsche ist frisch und so gut wie in jedem ordentlichen Hotel.

Nachts ist es ziemlich kalt, daher bin ich froh, dass wir ein dickes Federbett haben.

Und, ja – keiner hat geschnarcht 🙂

Foto: Gemeinschaftsraum im Hostel

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Was uns am zweiten Tag unserer Reise alles wiederfahren ist, das lesen Sie auf der nächsten Seite….

 

 

 

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