Reisebericht: Moreton Island – Nationalpark- Insel bei Brisbane (Seite 3 / 3)


Am letzten Tag unserer Tour besuchen wir mit unserer Tour den Leuchtturm von Moreton Island, baden in der Blue Lagoon und „retten“ einen fest gefahrenen Geländewagen aus dem Sand.

(Zufällig hier gelandet? Zu Seite 1 des Berichts geht es hier….)

Sonntag, 30. Oktober 2011

Frühstück mit Pfannkuchen auf Moreton Island

Am Sonntagmorgen ist Tourguide Steve schon wieder als erster auf den Beinen und weckt uns bereits gegen 7 Uhr mit dem Duft frischer Pfannkuchen. Dazu gibt es Marmelade und Honig sowie Käsekuchen. Steve findet, dass Pfannkuchen mit Käsekuchen einfach toll schmeckt, und wir lassen uns von der Begeisterung anstecken.

Kajak-Fahren auf der ruhigen Moreton Bay

Nach dem Frühstück werden die gelben Plastik-Seekajaks verteilt, und jeder, der Lust hat, kann sich direkt vor dem Strand unseres Campingplatzes am Kajakfahren versuchen. Das Wasser ist sehr ruhig, aber wir müssen trotzdem aus Sicherheitsgründen eine Schwimmweste tragen (es hält sich aber nicht jeder daran…).

Moreton Island National Park
Kajak-Fahrt auf der Moreton Bay

 

Einige Gäste kommen schließlich nur widerwillig zurück an Land, als Steve zum Aufbruch mahnt.

Gemeinsam werden die Kajaks wieder auf den Anhänger geladen, der später von einem Sportverleih abgeholt wird. Dann sind wir schon fast wieder unterwegs, zu unserem ersten Wanderziel für heute: Mount Tempest.

Mega-Sanddüne mit Aussicht: Mount Tempest

Auch heute werden wir wieder mit bestem Sonnenschein belohnt. Der Aufstieg zum etwa in der Mitte der Insel Moreton Island gelegenen Mount Tempest stellt sich in der Hitze (um die 30 Grad) relativ schwierig an, aber wir schaffen es schließlich alle, die höchste Sanddüne der Insel zu erklimmen.

Moreton Island National Park
Panorama-Blick Richtung Süden

 

Der Aussichtspunkt auf 280 Metern Höhe ist einfach nur Atem beraubend – man kann die gesamte, 38 Kilometer lange Insel von Spitze zu Spitze aus betrachten, mit seinen grünen Eukalyptuswäldern und seinem weißen Strand-Saum, umgeben von blau-türkisem Meer.

Uralte Grasbäume am Wegesrand

Ebenfalls ein prachtvoller Anblick sind die vielen Grasbäume entlang des Weges, die teilweise an die drei Meter hoch sind und damit etwa 300 Jahre alt sind.

Moreton Island National Park
Skurrile Grasbäume

 

Die Ostseite von Moreton Island wird von einem sichelförmigen Sandstrand abgeschlossen, der sich über die gesamte Länge der Insel hinzieht. Und genau das ist unser nächstes Ziel.

Zwischen Dünen und Brandung fahren wir immer am Meer entlang und freuen uns am Farbenspiel von Wasser und Sand.

Auch heute haben wir wieder eine sehr hohe Flut, und Steve berät sich unterwegs mit einem entgegen kommenden Geländewagen-Fahrer, der uns den Daumen hoch für den Leuchtturm gibt.

Der Leuchtturm von Moreton Island

Inseln und rot-weiß-gestreifte Leuchttürme sind einfach für einander gemacht, finden wir, daher ist der Besuch beim Leuchtturm auch ein besonderes Highlight für uns. Und das erst recht, als wir das unglaublich klare Wasser am felsigen Nordende der Insel sehen.

Moreton Island National Park
Der Leuchtturm von Moreton Island

 

Auf einem Schild lesen wir, dass die Leuchtturmwärter im 19. und im frühen 20. Jahrhundert ganz besonders benachteiligt waren, weil es auf der Insel keinen Doktor gab (was übrigens auch heute noch so ist), und weil man in Notfällen kurzfristig keine Hilfe holen konnte.

Heute ist der Leuchtturm automatisiert, und es gibt Hubschrauber für Notfälle, aber die Aussichten sind so schön wie eh und je.

Die Blue Lagoon

Immer die Uhr im Blick, scheucht uns Steve freundlich aber bestimmt wieder zum Geländewagen zurück. Wir fahren zur „Blue Lagoon“, ein ausgedehnter Süßwasser-See, der mittlerweile auch als „Brown Lake“ bekannt ist.

Das hat damit zu tun, dass das Wasser aus der Ferne blau aussieht, aber aus der Nähe eher braun.

Moreton Island National Park
Die Blue Lagoon

 

Heilwasser aus Teebäumen

Das Wasser ist aber nicht schmutzig: die bräunliche Farbe, die ein wenig an Tee erinnert, stammt von den Tanninen der Teebäume, die rund um den See wachsen. Gerüchten nach soll ein Bad in diesem See sehr gesund sein.

Das Seewasser ist auf jeden Fall sehr angenehm, und Robert kann sich natürlich nicht verkneifen, wieder seinen Schnorchel zu zücken.

Pannenhilfe im weichen Sand

Nach einem kurzem Mittagessen an einem ruhigen Platz in der Nähe der Blue Lagoon geht es über den Strand weiter in Richtung Süden, etwa bis zur Mitte der Insel. Hier beginnt die Querstraße, die das Ost- mit dem Westufer verbindet.

Ein kleiner RAV4-Allradwagen kommt angeprescht, und Steve lässt den Wagen vor, in der Annahme, dass wir mit dem großen Geländebus viel langsamer unterwegs sind.

Das stimmt allerdings nur so lange, bis sich der RAV4 in der weichen Einfahrt festgefahren hat. Nachdem wir das Spektakel durchdrehender Reifen und herumwirbelnden Sandes eine Weile betrachtet haben, steigt Steve aus, gefolgt von vier unser männlichen Mitfahrer.

Moreton Island National Park
Festgefahren im weichen Sand

 

Zu fünft schieben die Junges den kleinen Geländewagen auf festeren Grund. Der Fahrer versucht es mit einem zweiten Anlauf. Auch dieses Mal bleibt der Wagen stecken. Der Fahrer wird zunehmend nervöser, und steigt mehrfach ein und aus. Er ist völlig ratlos, ebenso wie seine Mitfahrer, die alles tatenlos aus dem Auto heraus verfolgen.

Weniger Reifendruck hilft auf Sandpisten

Als der Wagen auch beim dritten Anlauf stecken bleibt, kommt Steve auf die Idee zu fragen, ob der Fahrer überhaupt schon Luft aus den Reifen abgelassen hat – das hilft nämlich beim Fahren auf Sand.

Diese Idee ist dem Fahrer offensichtlich völlig neu – wahrscheinlich kommt der kleine Toyota gerade frisch aus dem Laden.

Nachdem ein wenig Luft abgelassen ist, ist dem RAV4-Fahrer die Sache aber trotzdem nicht so ganz geheuer, und er entscheidet sich, doch lieber eine andere Route zu fahren.

Steve rutscht daraufhin wieder hinters Steuer, nimmt ein wenig Anlauf und schon sind wir auf der Piste. In flottem Tempo durchqueren wir dann die Insel und halten nochmal kurz am Camp, damit jeder noch schauen kann, ob er alles dabei hat.

Moreton Island National Park
Sandpisten im Eukalyptus-Busch

 

Sonnenbad am Strand

Letztes Ziel für heute ist dann wieder der Strand bei den Tangalooma Wracks, wo wir noch Gelegenheiten haben zum Sonnenbaden und zum Vertiefen unserer neuen Bekanntschaften.

Moreton Island National Park
Bräunen am Strand von Moreton Island

 

Gegen 16:30 Uhr legt dann wieder die Autofähre direkt am Strand an, und plötzlich wird es wieder geschäftig am Strand. Eine kleine Karawane von Geländewagen reiht sich ordentlich hintereinander, und wir sind bald wieder an Bord.

Moreton Island National Park
Anstellen für die Fähre nach Brisbane

 

Abschied von Moreton Island

Gestärkt mit Bier (er) und Eis (sie) von der Bar gehen wir dann oben ans Freiluft-Deck, wo wir noch einen letzten Blick auf die Insel werfen. Die Sonne steht tief am Horizont, der Sand hat einen goldenen Schimmer und das Wasser ist tiefblau. Wie gerne würden wir noch ein wenig länger bleiben!

Hinter uns wird Moreton Island, die drittgröße Sandinsel der Welt, immer kleiner, während wir den abendlichen Lichter von Brisbane entgegen eilen.

An Deck treffen wir hier und da wieder unsere Mitreisenden, und wir nutzen die letzte Gelegenheit, um noch etwas zu erzählen.

An der Anlegestelle verabschieden wir uns von den beiden Hochzeitsreisenden und den Holländern, die mit dem Auto gekommen sind und in der Umgebung wohnen.

Später sagen wir auch den Schweizerinnen auf Wiedersehen. Die fröhlichen Studentinnen werden wir auf jeden Fall sehr vermissen. Schließlich setzt uns Steve noch am West End direkt vor einem der (angeblich) besten griechischen Lokalen der Stadt ab, wo wir den Abend so langsam ausklingen lassen.

Was für ein Wochenende – da kommen wir gerne wieder!

 


Linktipps:

  • Mehr Tipps zum Thema Moreton Island finden Sie in meinem Reiseführer zur Ostküstenrouten von Cairns nach Sydney, den Sie z.B. bei Amazon bestellen können.
  • Falls Sie keinen Geländewagen haben, können Sie auch an einer geführten Tour von Brisbane nach Moreton Island teilnehmen. Mehr dazu hier….

 

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