Reisebericht: Wildes Tasmanien – Unterwegs als Alleinreisende im Mietwagen (Seite 2 / 3)

Dove Lake Tasmanien Australien
Dove Lake Tasmanien Australien

Von Launceston aus geht es an die grüne Westküste Tasmaniens, mit dem Cradle Mountain – Lake St. Clair National Park und den höchsten Wasserfällen Australiens.

(Ein Reisebericht von Konny aus Lengerich)

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Launceston und Tamar Valley

Da ich schon gegen 12 h in Launceston eintreffe, entschließe ich mich, direkt ins Tamar Valley weiterzufahren. Das ist das größte zusammenhängende Weinanbaugebiet im Norden Tasmaniens.

Etwa 21 teils sehr bekannte Weingüter liegen wie Perlen auf der Schnur entlang des Tamar River. Das leicht hügelige Gelände ist wohl ideal für den Weinanbau.

Mein erklärtes Ziel ist Tamar Ridge irgendwo zwischen Grindelwald und Rosevears, Orte die nicht mal das Navi kennt, jedenfalls streikt es bei der Adresseingabe.

Weinprobe im Tamar Valley

Nach einigem Suchen finde ich aber doch das Schild mit dem Hinweis: Cellar Door open.

Tamar Ridge ist der tasmanische Ableger von Brown Brothers, einem erlesenen Weingut aus Victoria, dessen Produkte teils auch in Deutschland erworben werden können. Tamar Ridge bietet zusätzlich auch Übernachtungsmöglichkeiten vom Feinsten an, alles gelegen mit einem traumhaften Ausblick auf den Tamar River.

Da es so warm ist, steht mir der Sinn nach Weißwein und ich probiere neugierig den Riesling und den Pinot Gris (in Italien sagt man Pinot Grigio dazu).

Der Pinot gefällt mir besser, aber letztendlich bleibe ich zum Essen bei einem Chardonney. Und der haut mich fast um, so delikat ist der Geschmack, der Preis aber auch, die Flasche kostet 28 AUD$.

Die Küche bietet eine Käseplatte an, diverse Käsesorten, Cracker und Walnüsse, dazu der Wein; Herz was willst du mehr…

Ankunft in Launceston, Australien

Unterwegs zurück nach Launceston fülle ich bei einem Woolworth Supermarkt noch meine Vorräte auf, der Bottle Shop ist gleich nebenan und ich probiere es mit einem Chardonney aus Western Australia.

Das Navi führt mich zielstrebig über die vierspurige Straße in die Innenstadt, leider muss ich baustellenbedingt einmal ums Karree fahren.

Checkin im Hostel in Launceston

Das Batman Fawkner Inn ist ein Backpacker- und Low Budget Hotel, ein Parkplatz gehört auch dazu. Das Zimmer ist in einem Topzustand.

Das ist Launceston

Launceston ist die zweitgrößte Stadt Tasmaniens und ein pulsierendes Zentrum für Essen und Wein, Kultur und Natur. In der Tat ist die ganze Region mit Stadt und Land mit herrlichen alten Städten, ausgezeichnetem Essen und Wein in Charme und schönen landschaftlichen Highlights verpackt.

Die Geschichte von Launceston begann im Jahre 1804, als der Kommandant der britischen Garnison Lieutenant Colonel William Paterson, ein Lager in Port Dalrymple, jetzt als George Town bekannt, gründete.

Ein paar Wochen später wurde die Siedlung über den Fluss nach York Stadt bewegt und im Jahre 1806 endlich in Launceston angesiedelt.


Foto: Cataract Gorge, Launceston


 

Bootstour in die Cataract Gorge Schlucht

Nach einem Check meiner mitgebrachten Unterlagen mache ich mich per pedes auf zum Hafen, dort wird eine Bootstour auf dem Tamar River und in die Cataract Gorge angeboten.

Speziell die Gorge (Schlucht) reizt mich, weil ich sie anschließend auch noch erwandern will. Die „Lady Launceston“ wurde 1890 erbaut und ist in einem tadellosen Zustand.

Die Cataract Gorge liegt fast mitten in der Stadt und ist eine Naturattraktion. In Jahrmillionen hat der South Esk River die Gorge in ein weiches Sandsteinplateau gefräst.

An der Kings Bridge beginnen 2 unterschiedliche Wanderwege, wobei ich mich für die leichtere Version entscheide. Die Wege enden an der oberen Schlucht, wo sich diese zu einem natürlichen Wasserbecken weitet, um dahinter weitaus enger weiter zu führen.

Ein Sessellift geht quer das Becken genauso wie eine Suspension Bridge (Hängebrücke). Selbst als ich allein über diese laufe, fängt sie an zu schwingen. Die 100.000 Einwohner merkt man Launceston übrigens nicht an, so ruhig und sinnig es auf den Straßen zugeht.

Wetter: wolkig, bis 26°C

Gefahrene km: 266

Von Launceston nach Cradle Mountain

05.03.2016 (Samstag) Der stampfende Bass aus der neben dem Hotel liegenden Disco hat mich am Abend in den Schlaf gelullt. Zum Glück müssen hier pünktlich Mitternacht die Stecker gezogen werden.

Erneut ist das Navi mit der einzugebenden Adresse nicht einverstanden, aber ich kann es zumindest überreden, mich in das Cradle Valley zu bringen.

Schnell habe ich Launceston hinter mir gelassen und bin auf dem Bass Highway Richtung Nordwesten unterwegs. Der Highway nervt mich und ich folge einem Hinweis auf eine touristische Alternativroute.

Die Dörfer entlang der Strecke sind wie gemalt. Auf einer Koppel entdecke ich urwüchsige schottische Hochlandrinder in der typischen rothaarigen Langhaarversion.

Auf Höhlentour im Mole Creek Karst National Park

Es folgen Hinweise auf ein Karstgebiet und ich spekuliere auf Höhlen. Und richtig, gleich 3 stehen zum Besichtigen an, da ist guter Rat teuer. Mitten im Mole Creek Karst National Park entscheide ich mich für die Salomon Cave.

Am Parkplatz warnt ein Hinweisschild vor der konstanten Temperatur von 9°C. Kein Problem, ich wechsele die ¾ Hose gegen eine lange, ziehe die dicken Trekkingstiefel an und lasse Fleeceweste und Goretexjacke folgen; das bereue ich nicht.

Am Höhleneingang bin ich pünktlich zur angesagten Tourzeit, aber auch einziger Besucher. Das ist für Barry kein Problem, so erhalte ich eine Exklusivführung. Die Farben sind faszinierend und ich schieße viele Fotos.

Checkin am Discovery Holiday Park

Auch auf dem weiteren Weg zum Cradle Valley nutze ich jede Anhaltemöglichkeit, die Natur ist berauschend. Gegen 14 h checke ich ein im Discovery Holiday Park, die gehören zur Big-4-Gruppe, dem angesagtesten Campgroundanbieter in Australien.

Die Cabin ist wieder vom feinsten, alles ist extrem sauber und von sehr guter Qualität.

Cradle Mountain – Lake St. Clair National Park

Dann hält mich nichts mehr und ich fahre direkt zum Visitor Centre des Cradle Mountain – Lake St. Clair National Park. Der 127500 ha große Cradle Mountain – Lake St. Clair National Park ist der beliebteste National Park Tasmaniens.

Das große Naturschutzgebiet umfasst die höchstgelegenen Bereiche Tasmaniens. Zu den zerklüfteten, mit Dolorit bedeckten Berggipfeln gehört auch der Mount Ossa (1616 m) als höchste Erhebung der Insel.

Seine tiefen Schluchten, Bergkuppen, Gletscherseen und die ausgedehnten alpinen Moore sind auch für erfahrene Buschwanderer eine Herausforderung, aber trotzdem relativ leicht zu erreichen.

Der National Park bildet den nördlichen Teil der 1982 von der UNESCO ausgewiesenen "Tasmanian Wilderness World Heritage Area".

Im Shuttlebus zum Dove Lake

Nach geraumer Zeit in der anstehenden Schlange präsentiere ich meinen Holiday Park Pass und spare erneut viel Geld.

Da die Parkplätze an meinem Ziel Lake Dove sehr knapp sind, bekomme ich ein Ticket für den Shuttle Bus, auch dieses umsonst. Die Busse fahren im 1/4- Stundentakt.

Es ist keine Wolke am Himmel, und Lake Dove präsentiert sich mit den dahinter liegenden Cradle Mountains (rund 1500 m hoch) in seiner ganzen Schönheit.

Wanderung um den Dove Lake

Wie geplant laufe ich im Uhrzeigersinn den 6,8 km langen Rundwanderweg um Lake Dove. Das hört sich so leicht an, ist aber erneut gemsensteigenmäßig angelegt.

Wie viele Treppenstufen ich bereits wieder hinter mich gebracht habe, will ich gar nicht wissen, nur meine Muskeln interessiert es.

Auf dem Weg gibt es immer wieder Gelegenheit für Fotoshots. Leider ist es nicht ganz windstill, ansonsten würden sich die Berge im See spiegeln.


Foto: Lake Dove, Cradle Mountain Lake St. Clair N.P.


Wasserfälle im Cradle Mountain Lake St. Clair N.P.

Die nette Rangerin hatte mir geraten, auf dem Rückweg noch zu einer weiteren Station zu wandern, weil es dort unter anderem freilaufende Wombats gibt. Aber ich kann mich von Lake Dove nicht trennen und sitze noch geraume Zeit am Seeufer und dann ist es zu spät, die Shuttle Busse fahren nur in einem engen Zeitrahmen.

Zumindest sehe ich auf dem Rückweg noch einen Hinweis auf Wasserfälle und frage den Busfahrer. Da ich mit dem Auto unterwegs bin, kann ich bis zum Parkplatz fahren und laufe die kurze Entfernung zu den beiden Wasserfällen. Dann lasse ich es für heute gut sein.

Übrigens beginnt hier im National Park der berühmte Overland-Track über 65 km bei einer Laufzeit von 6 – 7 Tagen. Das kostet dann in der Hauptsaison die Kleinigkeit von 180 AUD$. Das beinhaltet die Übernachtung in den sogenannten Huts, aber Schlafsack sowie Essen und Trinken muss man selbst auf dem Buckel schleppen.

Wetter: sonnig, 16 – 25°C
Gefahrene km: 163

Fahrt von Cradle Mountain nach Strahan

06.03.2016 (Sonntag) Da ich mir für heute nur die Fahrt nach Strahan auf die Fahnen geschrieben habe, genieße ich es, bis 8 h zu schlafen. Während der Nacht hat es gewaltig abgekühlt, es sind in der Frühe nur schattige 14°C. Das bewegt mich dazu, in der Cabin die Elektroheizung anzuwerfen.

Kurz nach 9 h checke ich aus, nur um von der freundlichen Dame an der Rezeption die Mitteilung zu bekommen, dass es ab Morgen regnen soll, na ganz toll.

Die Fahrt gen Strahan führt mich weiter durch den riesigen Cradle Mountain – Lake St. Clair National Park. Die diversen Straßen sind ein einziges Gekurve um Spitzkehren und sonstige Kurven.

Erneut fällt mir auf, dass das Niedergestrüpp wie Heide aussieht, nur dass es von roten Blüten geziert wird und auch Bäume gibt es in der gleichen Art. Eigentlich sieht das nach Christmas Tree aus, aber dazu passt die Jahreszeit nicht.

Fahrt zu den Montezuma Falls

Unterwegs komme ich an einem Hinweisschild zu einer Goldmine vorbei. Das ist mir neu, dass auch in Tasmanien nach Gold geschürft wird. Kurz hinter Rosebery finde ich den Abzweig zu den Montezuma Falls, immerhin mit 108 m die höchsten Wasserfälle Tasmaniens.


Foto: Montezuma Falls, mit 108 m Tassies höchste Wasserfälle


Montezuma Falls, Tasmanien

Rund 6 km geht die Straße zunächst noch asphaltiert, danach Gravelroad (eine Schotterstraße, die ich mit meinem Leihwagen gar nicht fahren darf!) in die Wildnis hinein. Der Track führt größtenteils über eine alte Eisenbahnstrecke, an einigen Stellen sind noch die Schwellen zu erkennen, ansonsten ist der Weg von gemäßigtem Regenwald mit teils übermannsgroßen Farnen eingerahmt.

Für die rund 6 km benötige ich hin und zurück gute 2 1/2 Std..

Zunächst noch mit Weste unterwegs, beginnt irgendwann der Schweiß zu laufen.

Jährliche Niederschläge von rund 3000 mm sorgen dafür, dass das Spektakel der Wasserfälle nie an Wucht verliert. Eine auf der Sohle gerade mal 20 cm breite Swingbridge (Hängebrücke) überspannt die Schlucht und die Brücke braucht man nur anschauen, schon geht das Geschaukel los.

Zurück am Parkplatz ist dieser mittlerweile voll im Gegensatz zum Morgen, als ich noch allein drauf stand.

Ankunft in Strahan

An der Westküste Tasmaniens wird jeder Urlaub zum grenzenlosen Abenteuer. Strahan mit seinem riesigen Macquarie Harbour liegt 3 Autostunden von Devonport und 4,5 Autostunden von Hobart entfernt.

Strahan ist das Haupttor zum Weltnaturerbe des Franklin-Gordon Wild Rivers National Park, wo die rauschenden Flüsse Collingwood und Franklin durch den felsigen Regenwald rauschen und sich im Gordon River vereinen.

Westcoast Wilderness Lodge

In Strahan finde ich mein Quartier, die Westcoast Wilderness Lodge recht einfach, die Gastgeber sind nicht da und haben mir einen Umschlag mit Instruktionen und Schlüsseln hinterlassen.

Spätestens Morgen zum Frühstück werde ich sie kennenlernen, da ich hier Ü/F gebucht habe.

Das bereitet mir nur insofern Probleme, als dass ich keinen Zugriff auf das Internet habe.

In Strahan Village frage ich beim Visitor Centre, es gibt zwar einen Hotspot, aber zumindest mit dem Handy bekomme ich keine Verbindung. Bislang war Internet hier auf Tasmanien absolut frei, heute werde ich aber ggf. in einem der Hotels fragen, ob die mich in ihr Netz lassen, bin ja durchaus bereit, dafür zu bezahlen, zumal ich auch noch versprochen habe, mich heute zu Hause per Skype zu melden.

Wetter: bewölkt, 14 – 19°C, abends Regen
Gefahrene km: 155

Weiter mit der der West Coast Wilderness Railway und den Nelson Falls geht es auf der > nächsten Seite….

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